Dschibuti ist eine kleine Republik in Ostafrika. Mit etwa 32 000 Quadratkilometer Fläche ist das Land kaum größer als Hessen und mit etwa 900 000 Einwohnern nicht stark besiedelt.

Dschibuti liegt zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean. Im Norden liegt Eritrea im Süden Somalia. Westlich von Dschibuti erstreckt sich das riesengroße Äthiopien. Einst lag Dschibuti unter dem Meeresspiegel, darauf deuten Korallenriffe hin. Es besteht zum großen Teil aus Wüstenlandschaft.


Dschibuti ist ein Land voller Gegensätze: schroffe Vulkangebirge, Salzseen und malerische Strände mit einzigartigen Tauchgebieten. Durch die Vulkane sieht das Land wild und urzeitlich aus. Der Vulkan Ardoukoba entstand erst im Jahr 1978 und ist damit der jüngste Vulkan. Im Norden erstrecken sich die rauen Danakilberge. Sie zählen zu den einsamsten Gebieten der Erde. Der größte See Dschibutis ist der Assal See in der Mitte des Landes. Er stellt den tiefsten Punkt Afrikas dar. Seine Wasseroberfläche liegt 150 m unter dem Meeresspiegel.

Dschibuti ist die größte Stadt des Landes mit etwa 600 000 Einwohnern. Mehr als die Hälfte aller Dschibutis leben hier. Die Stadt am Golf von Tadjura liegt nahe an den meist befahrenen Schiffsrouten. Der Meereshafen wurde 1888 von den Franzosen gegründet, die das Land von den früheren Sultanaten gepachtet hatten. Bald wurde eine Eisenbahnlinie vom Hafen nach Addis Abeba gebaut. So wurde die Stadt zum wichtigsten Ausfuhrhafen für das Nachbarland, das selbst keinen Zugang zum Roten Meer besitzt. Einige Stadtteile sind noch vom kolonialen Baustil geprägt. Doch der größte Teil der Stadt ist modern angelegt. Denn 1989 zerstörte eine Überschwemmung drei Viertel der Stadt und vieles musste wieder aufgebaut werden. Heute besitzt die Stadt ein modernes, westliches Antlitz.
Dschibuti ist vermutlich ein Wort aus der Sprache der Afar, einem Hirtenvolk im Norden des Landes. Damit bezeichnen sie die Matten aus Hanffasern, auf denen sie schlafen. Manche glauben aber auch, dass Dschibuti von „Djehuti“ stammt, das bedeutet „Land des Thot“. Für die Ägyptenforscher unter euch: Thot war der ägyptische Gott der Schrift.



In Dschibuti leben Somali, ein Bauernvolk, und Afar, ein Nomadenvolk. Amtssprache ist Französisch und Arabisch. Neben den Amtssprachen werden die afrikanischen Sprachen der beiden Völker gesprochen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist islamisch, ein kleiner Teil ist katholisch.
Die Schulen in Dschibuti sind straff organisiert. Sie orientieren sich am französischen Vorbild. Doch es besteht keine Schulpflicht wie in Frankreich. Das hat dazu geführt, dass ein Drittel der Bevölkerung nicht lesen und schreiben kann. Der Schulbesuch in Dschibuti ist für viele Kinder bestimmt kein Vergnügen, denn von Beginn an wird in einer fremden Sprache unterricht und nicht in der Sprache, die zu Hause gesprochen wird. In katholischen und öffentlichen Schulen findet der Unterricht in französischer Sprache statt, in den Koranschulen auf Arabisch. In dem kleinen Land gibt es nur etwa 80 öffentliche Grundschulen, 12 weiterführende Schulen und nur 2 Berufsschulen. Das sind zu wenig Schulen, als dass alle Kinder unterrichtet werden könnten.

Was spielen Kinder in einer Welt, in der Dürre herrscht und in der es oft nur das nötigste zu Essen gibt? Zum Glück sind alle Kinder auf der Welt erfinderisch. Sie basteln sich aus einfachen Materialien und Gegenständen Spielzeuge, wie zum Beispiel einen Ball. Aus Sand, Plastiktüten und Bändern ist ein Ball schnell hergestellt. Bei Jungs ist Fußball natürlich am beliebtesten. Mädchen spielen eine Art Basketball. Die Hirtenvölker spielen das „Bohnenspiel“, denn man benötigt dazu nur Sand und getrocknete Bohnen. Mehr zum Bohnenspiel
Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt von Dienstleistungen, zum Beispiel im Transportwesen, am Bau oder in den Hafenanlagen von Dschibuti-Stadt. Von der Landwirtschaft können nur wenige Menschen leben. Denn nur etwa neun Prozent der Fläche von Dschibuti kann landwirtschaftlich genutzt werden. Nahrungsmittel müssen zum großen Teil eingeführt werden. Um nicht abhängig zu werden vom Weltmarktpreis von Nahrungsmitteln hat die Regierung Anbauflächen in anderen Ländern erworben wie z.B. in Malawi.


Salz ist der bedeutendste Bodenschatz von Dschibuti. Seit dem Mittelalter beanspruchen die Afar das Recht, als einzige Salz abzubauen. Es ist eine mühevolle Arbeit, die von allen, auch von Kindern verrichtet wird. Der größte Abnehmer des „weißen Goldes“ ist der Nachbar Äthiopien. Dschibuti war einst eine Kolonie von Frankreich, noch heute unterhält der einstige Kolonialherr große Militärstützpunkte in Dschibuti, die zum Einkommen des Landes beitragen.
Der Marché Central in Dschibuti-Stadt ist ein Wunder an Völkerverständigung. Französisches Flair besteht neben arabischen Souks und afrikanischen Verkaufsständen. Im verträumten Naturpark Forêt du Day wird ein noch ursprüngliches Waldgebiet geschützt. Paviane sind die Herrscher über dieses Gebiet. Musha ist eine Koralleninsel vor Dschibuti. Sie ist bekannt für ihre artenreiche, einzigartige Unterwasserwelt.
In der Trockenheit Dschibutis leben vor allem Tiere, die auch im Sahel vorkommen wie Gazellen, Antilopen, Zebras, Hyänen und Schakale. Kleintiere wie Skorpione, Spinnen, Schlangen und Eidechsen finden in den sandigen Böden hervorragende Lebensverhältnisse. Der Abbe-See im Südwesten ist bekannt für die zahlreich brütenden Ibisse, Pelikane und vor allem die farbenprächtigen Flamingos. Mehr über die Tiere des Sahel

Die älteste Geschichte von Dschibuti erzählen die Afar, die Nomaden Dschibutis. Denn vor Jahrtausenden zählte ihr Gebiet zum legendären Land von Punt. Punt war bekannt wegen seines Reichtums an Gold, Elfenbein, Tieren und Luxuswaren wie seltenen Gewürzen. Ihre Güter waren im alten Ägypten, Indien und China begehrt. Die Pharaonin Hatschepsut entsandte sogar ihre Truppen nach Punt, um die Luxuswaren zu erhalten. Zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert eroberten arabische Händler die Küsten von Ostafrika. In dieser Zeit geriet auch Dschibuti unter die Herrschaft arabischer Sultane. Die Vielzahl großer Moscheen erinnert an die Zeit, als die nomadischen Hirtenvölker islamisiert wurden. Jahrhunderte danach landeten die ersten europäischen Schiffe an der Küste von Dschibuti. Mehr über die weitere Geschichte von Dschibuti
Dschibuti ist eingeschlossen zwischen Somalia, Eritrea und Äthiopien. In diesen umliegenden Ländern brechen immer wieder Unruhen aus und es kommt zu Bürgerkriegen. Im Vergleich dazu ist das kleine Dschibuti ein stabiles Land. Es besitzt eine Präsidialrepublik. Das Staatsoberhaupt wird vom Volk gewählt und ist sechs Jahre im Amt. Der Präsident ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte und besitzt damit große Macht. Das Land liegt in der Sahelzone und ist geplagt von Dürre und Armut. Die Arbeitslosigkeit ist leider hoch. Deshalb wandern immer mehr Menschen vom Land ab in die Städte. Auch hier finden sie oft keine Arbeit. So lebt etwa die Hälfte der Stadtbewohner in Slums. Eine der größten Aufgaben der Regierung besteht darin, die Bildung zu verbessern und Arbeitsplätze zu schaffen.
Mehr über Afrika erfährst du in:
Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter
Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
Meine große Kinderwelt von Katja Baier
Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley