Das Königreich Marokko befindet sich im Nordwesten von Afrika, zwischen Atlantik und Mittelmeer. Die nördlichste Spitze liegt gegenüber von Spanien. Über dreißig Millionen Menschen leben in dem Land, das mit 460 000 Quadratkilometern fast zwei mal so groß ist wie die Bundesrepublik Deutschland.
Marokko ist im Norden vom Mittelmeer begrent, im Westen vom Atlantik. Im Süden grenzt Marokko an das dünn besiedelte Land Westsahara. Marokko erhebt Anspruch auf dieses Gebiet. Doch die Bewohner von Westsahara wollen eigenständig sein und erstreben die Unabhängigkeit von Marokko. Im Osten von Marokko befindet sich das Wüstenland Algerien. Marokko ist ein gebirgiges Land. Das Er-Rif Massiv verläuft an der Mittelmeerküste. Der hohe Atlas zieht sich von Südwesten nach Nordosten und ist stellenweise stark bewaldet. Im Atlasgebirge regnet es oft, im Winter fällt viel Schnee. Südlich des Atlasgebirges beginnt die Sahara.
Die Atlantikküste im Westen und die Mittelmeerküste im Norden sind gesäumt von großen Häfen, darunter Casablanca, die größte Stadt Marokkos. Durch die Nähe zu Europa war das heutige Tanger Treffplatz für Europäer, Araber und Afrikaner. Marrakesch im Landesinneren ist eine der ältesten Städte. Sie ist Namensgeber für Marokko, das in der Sprache der Berber „Land des Durchzuges“ heißt. In Marokko lebt das moderne und das alte Afrika nebeneinander. Verwinkelte Altstädte befinden sich in Nachbarschaft mit modernen Bankgebäuden und Hochhäusern. Arme Siedlungen finden sich neben luxuriösen Yachthäfen.
Hauptstadt ist seit der Unabhängigkeit Marokkos Rabat. Rabat ist eine der vier Sultansstädte des Landes. Hier befindet sich die Residenz des Königs von Marokko. Die Stadt war einst eine Grenzfestung der Berber. Sie wurde im 12. Jahrhundert zu einer Stadt ausgebaut. Durch die Küstenlage war Marokko ein Eldorado für Piraten. Die Piratenrepublik Bou-Regreg wurde reich durch Freibeuterei und - leider auch - Sklavenhandel.
Marrakesch liegt im Binnenland. Die Stadt wurde im 11. Jahrhundert von Berbern gegründet und ist noch heute ein wichtiges Handelszentrum. Der lebendige Hauptplatz Djemaa el-Fna hat eine lange, blutige Geschichte. Früher wurden hier die Verurteilten hingerichtet. Heute ist er ein bunter Marktplatz mit Geschichtenerzählern, Krapfenbäckern und Schlangenbeschwörern. Außerdem befindet sich hier der größte Handy-Handelsplatz in ganz Nordafrika. Abends ist viel los auf den Straßen. Wahrsager und Zauberkünstler bieten ihre Dienste an. Kinder und Jugendliche machen im Schein der Straßenlampen ihre Hausaufgaben. Zuhause ist es zu eng oder es gibt keinen Strom. Sehenswert ist die alte Lehmbausiedlung Ait Ben Haddou am Fuß des Atlasgebirges
In den überdachten Märkten Marokkos geht es bunt zu. In den Souks sind die Geschäfte nicht bunt durcheinander gewirbelt wie bei uns, sondern nach Waren geordnet. Zum Beispiel gibt es eine Straße für Obst- und Fleischhändler, eine für Teppichhändler und eine für Juweliere. Vor den Geschäften sitzen die Händler mit ihren Kunden zu einer Tasse Minztee zusammen. Über Preise wird lange gefeilscht und dabei werden Nachrichten ausgetauscht. Du siehst kaum westliche Kleidung auf den Märkten. Männer und Frauen tragen Djellabas, lange Gewänder oder Kaftans.
In Marokko leben Araber und Berber. Fast alle Einwohner sind Muslime. Die Berber sind die ältesten Bewohner des Landes. Sie übernahmen von den einfallenden arabischen Gotteskriegern im 8. Jahrhundert den Islam. Doch sie pflegen neben dem Islam eine ganz andere Kultur als die später eingewanderten Araber. Die Berberfrauen färben mit Hennafarbe Muster auf Gesicht und Hände. Sie glauben, dass das vor Unglück schützt. Sie haben den Glauben der Berbervölker bewahrt und feiern auch andere Feste als Araber. Sie wohnen in verwinkelten Stadtburgen, den Kasbahs. Die meisten Burgen sind aus Lehm und müssen jedes Jahr neu verputzt werden. Die größte Moschee ist in Fès, in der sich auch die älteste Universität der Welt befindet. Mehr über die Karaouine Moschee

In Marokko besteht Schulpflicht wie bei uns. Sie gilt hier für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Unterrichtssprache ist arabisch, die Landessprache von Marokko. Die Mehrzahl der Jungs und Mädchen geht in die Schule, doch nicht alle Eltern können ihre Kinder zur Schule schicken. Kinder müssen in der Landwirtschaft mithelfen wie auch in der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln und anderen Gütern. Außerdem sind Stifte und Bücher teuer. Im letzten Jahrzehnt wurden die Schulen verbessert, so dass fast alle Kinder lesen und schreiben können.

Die Hälfte der Marokkaner arbeitet in der Landwirtschaft oder in der Fischerei. Getreide, Zuckerrohr, Datteln, Oliven und Zitrusfrüchte werden angebaut. Mehr als 750 000 Tonnen Fisch werden jährlich gefangen. Marokko kontrolliert etwa Dreiviertel der Phosphatreserven der Welt, eine ganze Menge, wenn man bedenkt, wofür Phosphat Verwendung findet. Phosphat benötigt man für die Herstellung von Dünger, Reinigungsmittel und Zahnpasta. In den Böden findet man Kohle, Eisenerz, Blei und andere Metalle. Im Nordosten stieß man auf größere Ölvorkommen. Der Tourismus hat sich zu einer der wichtigsten Industrien im Land entwickelt. Das warme Klima, die zauberhaften Strände und alte Städte wie Fès, Tanger und Marrakesch ziehen im Jahr viele Millionen Touristen an.
Ziegen, die auf Bäume klettern? Gibt es nur in Marokko. Denn nur hier wächst die Arganie, ein Baum mit dürren Ästen, zotteligen Blättern und kleinen, bräunlichen Früchten. Auf diese Früchte sind die Ziegen so scharf, dass sie Klettern gelernt haben. Zu mehreren klettern, sitzen und balancieren die Ziegen auf einem Baum, um seine Früchte zu ernten. Dieser Baum braucht kein Wasser, er begnügt sich mit Tau und Nebel. Dafür sind die Früchte außerordentlich nahrhaft und vitaminreich. Der Arganbaum wird vielfältig genutzt: das Arganöl findet in der Küche und in der Medizin Verwendung, das Holz dient zum Heizen.
Salé an der Atlantikküste von Marokko ist heute ein moderner Hafen mit luxuriösen Yachten. Vor Jahrtausenden lebte hier einer der frühesten Urahnen von uns Menschen. Ausgrabungsfunde der ersten menschenartigen Wesen reichen etwa 2 Millionen Jahre zurück. Bei Oujda stießen Forscher auf einen weiteren sensationellen Fund: durchlöcherte Schneckenhäuser, die sich als Überreste einer Halskette heraus stellten. Sie sind etwa 82 000 Jahre alt! Zu dieser Zeit also begannen sich die Urahnen der Menchen zu schmücken. In Europa sind die ältesten Schmuckstücke gerade mal 40 tausend Jahre alt. Mehr über die Geschichte von Marokko
Nach vielen Jahren der Kolonisierung durch Frankreich herrscht seit 1956 eine konstitutionelle Monarchie in Marokko. Der König besitzt eine starke Stellung in der Politik. Konservative Parteien unterstützen die Monarchie. Marokko hat große wirtschaftliche Probleme, Marokko ist nach wie vor das ärmste Land Nordafrikas, über fünf Millionen Menschen leben unter der Armutsgrenze. Besonders die Jugend und akademisch Gebildete finden keine ausreichenden Arbeitsplätze. Es gibt eine Schulpflicht für Kinder ab sechs Jahren, doch kann etwa die Hälfte der Bevölkerung nicht lesen und schreiben.

Auf den Marktplätzen von Marrakesch bieten noch heute die Märchenerzähler ihre Kunst feil. Wie ihre Vorväter seit Generationen bannen sie die Zuhörer mit Geschichten von alten Palästen, von Reichtum und Armut, von unglücklicher Liebe und finsteren Verschwörungen. Es sind Geschichten wie aus Tausend und einer Nacht. Daneben werden viele Märchen über Tiere erzählt. Natürlich handelt es sich hier um die Tiere der Wüste. Es geht um den Wettbewerb zwischen Fuchs und Igel oder um Löwe und Esel, die darüber streiten , wer von beiden klüger ist. Eine Geschichte wird in Arabien und ganz Nordafrika erzählt, es ist die Geschichte von Bayad und Riyad.
Kichererbseneintopf, ein einfaches Rezept aus Marokko
Ein Teil von Marokko besteht aus Wüste mit hohen Sanddünen. Was kann man hier besseres tun als Sandbording? Dieser Film über Sandboarding in Marokko liefert den Beweis.
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Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
Meine große Kinderwelt von Katja Baier
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