Bem vindo a Moçambique! So werden die Besucher in dem Land an der Ostküste Afrikas begrüßt. Mit einer Fläche von 801.590 Quadratkilometer ist Mosambik etwa doppelt so groß wie die Bundesrepublik. Es besitzt etwa 25 Millionen Einwohner und gehört zu den bevölkerungsreichen Ländern der Region.
Mosambik liegt an der Südostküste Afrikas. Der Rovuma trennt das Land im Norden von Tansania, der Maputo bildet im Süden die Grenze zu Südafrika und Swasiland. Im Westen liegen Simbabwe und Sambia. Malawi ragt wie ein Dreieck in den Norden Mosambiks. Der Ostküste gegenüber liegt die Insel Madagaskar. Die "Straße von Mosambik" trennt Mosambik von Madagaskar. Entlang der 2800 km langen Küste erstreckt sich ein Küstentiefland mit weißen Sandstränden, Kokospalmen und Mangrovenwäldern. Die Mangroven in den flachen und sumpfigen Küstenregionen sind wichtig für den Küstenschutz. Mit den Hafenstädten Maputo, Beira und Nacala kommt Mosambik eine verkehrstechnisch wichtige Rolle im Südlichen Afrika zu. Der Sambesi mündet hier in den Indischen Ozean. Er bildet die symbolische Grenze zwischen Süd- und Nordmosambik. Der Norden mit seiner dichten, tropischen Vegetation, den Bananenbäumen und Palmenhainen ist ursprünglicher als der Süden mit seinen großen Städten.

Das Landesinnere von Mosambik wird von Trockensavanne und Grasland beherrscht. Typisch für die Region sind Schirmakazien und Affenbrotbäume. Während der Trockenzeit werfen die meisten Bäume ihr Laub ab, während der Regenzeit von November bis April ergrünen sie. Auch das Gras ergrünt nur während der Regenzeit und wächst dann bis zu zwei Meter hoch. In Mosambik herrscht tropisches Klima. Das ganze Jahr liegen die Temperaturen zwischen 25 und 30 °C. Besonders während der Regenzeit ist es schwül-heiß.
Maputo ist eine Hafenstadt an der südlichen Küste von Mosambik. Sie liegt geschützt in der Maputo Bucht, dort, wo der Maputo Fluss in den Indischen Ozean mündet. Die Portugiesen erbauten hier im 18. Jahrhundert eine Festung, später eroberten Seefahrer aus den Niederlanden den Hafen. Die Stadt war Stützpunkt für Elfenbeinhändler und Walfänger. Heute gehört Maputo zu den am schnellsten wachsenden Metropolen Afrikas. Etwa zwei Millionen Menschen leben derzeit in der Stadt. Maputo besteht aus einem geometrisch aufgebauten Stadtkern, der sogenannten „Zementstadt“ für die Wohlhabenderen, und der umliegenden „Strohstadt“ mit strohbedeckten Rundhäusern und Häusern mit Wellblechdächern für die ärmere Bevölkerung. Bekannt wurde Maputo durch Henning Mankells Roman Der Chronist der Winde.
Der Großteil der Bewohner Mosambiks gehört zu den Bantuvölkern. Das größte Volk bilden die Makua und die Tsonga. Die Yao und die Makonde im Nordosten bilden eine starke Minderheit. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt auf dem Lande in Dörfern und Siedlungen. Der Rest verteilt sich auf den Großraum Maputo und die übrigen Städte des Landes.



In Mosambik werden über 40 Sprachen gesprochen und die meisten Mosambikaner sprechen mehr als eine Sprache. Portugiesisch ist die einzige Amtssprache und wird von der Mehrzahl der Bevölkerung beherrscht. Zu den meist gesprochenen afrikanischen Sprachen zählen das Makua und Changana.
Wie hält Mosambik es mit der Bildung seiner Kinder? Sieh dir die Flagge von Mosambik oben auf der Seite genau an! Dann siehst du neben der Hacke, die für Landwirtschaft steht, und neben dem Gewehr, das für die Verteidigung des Landes steht, ein Buch! Es symbolisiert Bildung und Wissen. Doch genau damit hapert es in Mosambik. Die Hälfte der Erwachsenen kann weder lesen noch schreiben. Zwei Drittel der Frauen sind Analphabeten. Seit dem Ende des Bürgerkrieges 1992 versucht Mosambik, die Schulen zu verbessern und mehr Mittel in die Lehrerbildung zu investieren. Immerhin gehen heute drei Viertel aller Kinder zur Schule. Die meisten brechen nach der fünften Klasse ab. Nur ein Drittel beendet die Grundschule. Schulmöbel und vor allem Schulbücher fehlen. Die Klassen sind oft überfüllt. 70 Schüler oder mehr drängeln sich in einem Schulraum. In den ländlichen Gebieten sind es noch mehr. Warum also nicht im Freien unterrichten, hat sich dieser Lehrer links im Bild gedacht.
Kinder in Afrika sind erfinderisch. Sie kennen eine Menge Spiele, für die man wenige oder keine Spielsachen braucht und die man gut mit anderen Kindern spielen kann, wie zum Beispiel das Murmelspiel Mancala, ein Singspiel wie es die beiden Mädchen links im Bild spielen oder Klatschball. Dazu brauchen Kinder nur einen kleinen Ball oder eine Frucht. Die Spieler teilen sich in zwei Mannschaften auf. Nun wirft der erste Spieler den Ball einem Spieler der zweiten Gruppe zu. Während er wirft, klatschen alle Kinder in die Hände. Wird der Ball gefangen, stampfen alle Kinder mit den Füßen. Bei diesem Spiel gibt es keine Verlierer. Alle spielen aus reiner Freude am Rhythmus mit.
Die Ilha de Mocambique mit ihren Moscheen, Kirchen und ihrer gut erhaltenen Kolonialarchitektur ist das einzige UNESCO Welterbe von Mosambik. Die Gebäude erzählen Geschichten von Handel, Reichtum, Sklaverei und Krieg. Aber auch von Gottesfurcht und Wagemut. Auf der kleinen Insel hatten Araber eine Handelsniederlassung gegründet, später wurde daraus ein Sultanat. 1507 vertrieben die Portugiesen die arabischen Herrscher und gründeten auf der Insel eine eigene Handelsniederlassung. Afonso de Albuquerque ließ 1508 die Festung San Sebastian bauen. Die Steine für den Bau waren eigens aus Portugal nach Ostafrika transportiert worden. Vom späten 16. bis zum 19. Jahrhundert lag hier die Hauptstadt von Portugiesisch-Ostafrika. Als die Eisenbahnverbindung zwischen Transvaal und Delagoa Bucht 1898 fertig gestellt wurde, verlor Ilha de Mocambique seine Bedeutung. Wenn du lieber die Natur entdecken willst, dann tauche ab in die Unterwasserwelt vor der Küste von Mosambik. Die Korallenriffe am endlosen weißen Sandstrand sind die Heimat bunter, exotischer Meeresbewohner. Es gibt kaum noch Orte auf der Welt, an denen die Korallenriffe in einem so unberührten Zustand erhalten sind.
Das Agrarland Mosambik zählt zu den armen Ländern Afrikas. Die reichhaltigen Bodenschätze wie Kohle, Salz, Bauxit, Eisenerze, Gold, Erdgas, Titan, Aluminium sowie Edelsteine sind zum Teil noch wenig erschlossen. Dank der wertvollen Bodenschätze kommen immer mehr internationale Konzerne ins Land. Doch die Bevölkerung profitiert kaum von den Großprojekten. Zwei Drittel der Mosambikaner verdienen im Durchschnitt etwa 600 Dollar im Jahr. Die meisten besitzen keine abgeschlossene Schulbildung. Sie leben von der Landwirtschaft oder vom Fischfang. Die Küstengewässer sind teilweise noch unberührt und sehr fischreich.

Die Mehrzahl kämpft täglich ums Überleben. Mit dem Verkauf von Fisch, Seetieren und Muscheln sowie dem Anbau von Kokosnuss- und Ananaspalmen verdienen Frauen mit, um ihre kindereichen Familien zu ernähren. Kinder tragen oft zum Unterhalt bei. Sie verkaufen selbst gemachten Muschel- und Perlenschmuck an Touristen, die die Strände bevölkern. Seit dem Bürgerkrieg leben mehrere tausend Kinder und Jugendliche auf der Straße. Sie betteln, waschen Autos oder bewachen Parkplätze, und verdienen sich damit ein Taschengeld. Manche ziehen auf organisierten Raubzügen durch Geschäfte und Straßencafes. Bekannt wurden die Straßenkinder von Maputo durch das Straßentheater "Teatro Avenida", das von dem Schriftsteller Henning Mankell ins Leben gerufen wurde.
Mosambik mit seinen zahlreichen Flüssen und weiten Savannen müsste ein Paradies für Wildtiere sein. Doch während des Bürgerkrieges ging der Bestand an großen Wildtieren stark zurück. Besonders gefährdet waren Elefanten, Antilopen und Nashörner. Mittlerweile wurde viel unternommen, um den Wildbestand zu schützen. Ein Teil des Staatsgebietes ist unter Schutz gestellt worden. Mit Südafrika und Simbabwe wurde der länderübergreifende Great Limpopo Transfrontier Park geschaffen. So sind heute wieder häufige und auch seltene Bewohner der Savanne in Mosambik heimisch. Vom Aussterben bedroht ist das Steppenschuppentier links im Bild. Mit seinem Panzerschuppenkleid sieht es aus, als wäre es der Steinzeit entsprungen. Unter der Vielzahl an Reptilien ist ein Tier besonders bemerkenswert, die gefährliche Mosambik-Speikobra. Mehr über die Speikobra
Der Umweltschutz ist in der Verfassung von 1990 verankert. Denn unter dem langen Krieg haben Umwelt und Natur stark gelitten. Viele Landbewohner flohen in die Städte, die Waldgebiete wurden rigoros abgeholzt, um neuen Wohnraum zu schaffen. Dabei wurden auch die üppigen Mangrovenwälder zerstört, die die Küste vor den hereinbrechenden Fluten des Indischen Ozeans schützen. Die Umweltschützer stehen in Mosambik vor einer weiteren großen Aufgaben. 40 Prozent der Landfläche Mosambiks sollte für den Anbau der Jtropha Pflanze genutzt werden. Wozu dient die Pflanze? Ernährt sie Menschen oder kann man damit Tiere füttern? Leider nein! Aus ihr wird Bio-Diesel gewonnen. Umweltschützer warnten vor den Folgen, die die Monokultur auf die Artenvielfalt m Land haben würde. Sie konnten durchsetzen, dass heute nur ein Teil der Fläche für den Jatropha-Anbau genutzt werden darf.
Wie in fast allen afrikanischen Gebieten südlich der Sahara waren die ersten Bewohner Mosambiks die Buschmenschen, Jäger und Sammler der Steinzeit. Tausende von Jahren lebten sie in dem Gebiet, ehe sie von einwandernden Bantuvölkern verdrängt wurden. Die Bantu kamen aus dem Kongobecken und dem südlichen Kamerun, sie gingen im ersten nachchristlichen Jahrhundert auf Völkerwanderung und besiedelten das östliche und das südliche Afrika. Banutvölker leiteten die Eisenzeit ein. Sie waren die ersten Bewohner des südlichen Afrika, die sesshaft waren und Ackerbau betrieben. Überreste ihrer Kultur wie Keramiktöpfereien und Eisenwerkzeuge fand man im südlich gelegenen Chibuene. Die eisenzeitliche Handelsstadt lagt im Grenzgebiet zwischen Mosambik und Südafrika. Links im Bild siehst du eine Schnitzerei der Makonde, die in Mosambik leben. Ab dem 8. Jahrhundert nach Christus setzte die Islamisierung der Ostküste ein. Arabische Händler drangen bis nach Mosambik vor und zogen von der Insel von Mosambik ein Handelsnetz auf, das bis nach Indien reichte. Das war der Startschuss für die erste Welle der Kolonisierung in Ostafrika. Mehr über die Geschichte von Mosambik

Die Demokratisierung des Landes setzte unter dem Staatspräsidenten Joaquim Alberto Chissanó ein. Chissano arbeitete eine Verfassung aus mit einem Mehrparteiensystem. Er bemühte sich um die Versöhnung der Bevölkerung und den Wiederaufbau der Wirtschaft. Nach jahrhunderte langer Fremdherrschaft ist Mosambik heute ein freies Land mit einer demokratischen Verfassung. Die frühere Befreiungsbewegung FRELIMO befindet sich an der Macht. Die Sicherheitslage in Mosambik gilt heute als stabil. Allerdings ist es in den großen Städten des Landes für Urlauber und Reisende nicht sicher. Vor allem in der Hauptstadt Maputo kommt es häufig zu kriminellen Übergriffen wie Raub und Einbrüchen. Es leben auch viele Straßenkinder in den Städten, für die es kaum staatliche Fürsorge gibt. Sie müssen ihr Überleben durch Betteln sichern oder durch Diebstähle. Es ist eine große Aufgabe der Bevölkerung und der Regierung, diesen Kindern wieder einen Platz in der Gemeinschaft zu geben.
Mehr über die Tiere der Savanne