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Das Königreich Kongo

König von König mit Untertanen (c) vor 1850, Maler unbekannt

 

Durch den Handel mit Textilien aus dem Bast der Raffiapalme gewann das Königreich Kongo ab dem 1400 Jahrhundert an Bedeutung. Das Königreich erstreckte sich über das heutige Kongogebiet und Angola. Es war so groß, das es in sechs Provinzen unterteilt wurde. Als Gründervater gilt ein Schmied namens Ntinu Wene. Seine Nachfolger nannten sich Mani Kongo, König von Kongo. Ihr Hauptsitz lag in Mbanza Kongo, einer Stadt an der Grenze zum heutigen Angola. Etwa dreißigtausend Untertanen lebten in der Stadt rund um den Präsidentenpalast. Der Palast lag auf einem Fels am Ufer des Kongo. Er muss riesig gewesen sein. Besucher beschrieben ihn als etwa zwei Quadratkilometer großes, ummauertes Gelände mit Palisaden, festlich geschmückten Hütten und einladenden Gärten. Nur die Könige besaßen das Recht, Eisen zu schmieden und Waffen zu fertigen. Sie waren überaus mächtig. Der Mani Kongo saß auf einem Thron aus Holz und Elfenbein. Als Zeichen seiner Macht trug er eine Peitsche aus dem Schweif eines Zebras, einem mit Fellen und Tierköpfen behängten Gurt sowie einer kleinen Mütze aus dem Fell eines Leoparden. Seine Untertanen mussten sich ihm auf allen vieren nähern und durften ihm weder beim Essen noch beim Trinken zusehen. Taten sie es doch, drohte ihnen die Todesstrafe. Neben den Adligen und den „normalen“ Bürgern gab es auch Sklaven. Die Mehrzahl von ihnen waren durch Kriegsgefangenschaft, Verschuldung oder Bestrafung zu Unfreien geworden. Ähnlich wie im antiken Rom oder Griechenland konnten die kongolesischen Sklaven ihre Freiheit wiedergewinnen oder sich mit Freien verheiraten. Als die Europäer Arbeitskräfte brauchten, stiegen die Kongo-Könige in den Sklavenhandel ein. Kriegsgefangene konnten nicht mehr zu Freien werden. Statt dessen wurden sie wie eine Ware verkauft und als Arbeitskraft missbraucht.

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