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Schulen in Afrika

Kinder in einer Schule in GhanaStell dir vor, es ist Schule und du darst nicht hingehen! Etwa der Hälfte der Kinder in den Ländern südlich der Sahara  - also Afrika ohne die arabischen Staaten - ergeht es so. Obwohl die meisten gerne die Schule besuchen würden, können sie nicht. Besonders Mädchen sind betroffen. Viele müssen zu Hause bleiben und die jüngeren Geschwister beaufsichtigen oder auf dem Feld arbeiten. Viele Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen, sie verdienen zu wenig. Auch Schuluniform und Bücher reißen ein Loch in die Haushaltskasse der Familien. Die größte Hürde aber ist die Unterrichtssprache. Immer noch wird in einer Vielzahl von afrikanischen Ländern nicht in der Muttersprache unterrichtet. Ein Frust für Schulanfänger.

Disziplin in einer afrikanischen Schule

Mädchen in Schule in GhanaIn einer afrikanischen Schule geht es oft streng zu. An vielen Schulen ist eine Schuluniform Pflicht. Kinder üben den Marschschritt und singen die Nationalhymne. Auf Fragen wird oft im Chor geantwortet. Die Klassen sind häufig überfüllt, dreißig Kinder oder mehr sind die Regel. Da gibt es kaum Platz für spielerisches Lernen. Die Kinder bekommen vieles vorgeschrieben, und wer nicht aufpasst, bekommt schon mal eine Ohrfeige. Trotzdem gehen alle Kinder gerne in die Schule, denn sie können später einen Beruf erlernen oder sogar an die Universität gehen und studieren.

Schulgeld ist für viele Kinder eine Hürde

Schüler in NigeriaViele Schulen verlangen Schulgeld. Die  meisten Eltern sind bereit, große Opfer zu bringen, damit ihre Kinder lernen können. Denn Bildung ist die Voraussetzung für eine bessere Zukunft. In der Regel kostet der Schulbesuch zwischen 5 und 15 Euro pro Jahr. Für die meisten afrikanischen Familien ist das eine beträchtliche Summe, denn sie verdienen kaum mehr als 100 Euro im Jahr. Wenn eine Familie vier Kinder oder mehr hat, kann oft nur eines die Schule besuchen. Dann lernen die jüngeren von den älteren Geschwistern die Grundlagen im Rechnen und Schreiben.

Der Unterricht findet häufig nicht in der Muttersprache statt

In einer Vielzahl von afrikanischen Ländern wird nicht in der Muttersprache unterrichtet. Meist wird in der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht unterrichtet, z.B. Englisch in Gambia, Liberia, Malawi, Namibia, Nigeria, Sambia, Sierra Leone, Ghana oder Simbabwe. In Französisch wird in Senegal, Mali, Mauretanien, Guinea, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Togo, Benin, Gabun, Zentralafrikanische Republik und Niger unterrichtet. Es handelt sich aber nicht um das „europäische“ Französisch, sondern eine Mischung aus Französisch und Afrikanisch. Man nennt es „francais populaire africain“, denn die grammatischen Regeln sind aus afrikanischen Sprachen übernommen. In Nordafrika ist die Unterrichtssprache meist arabisch. Die fremde Sprache ist eine Hürde für die meisten Schulanfänger. Viele brechen die Schule in den ersten Jahren ab. Heute weiß man, dass Bildung für alle Kinder von der Muttersprache abhängt.

Alltag in einer Dorfschule im südlichen  Afrika

Kinder beim ZeichnenFür mehrere Dörfer gibt es oft nur eine Schule. Deshalb müssen die meisten Kinder früh aufstehen, denn sie haben einen weiten Weg zur Schule. Einige sind schon zwei oder drei Stunden auf den Beinen, ehe der Unterricht beginnt. Auf dem Lehrplan stehen Malen, Lesen, Schreiben, Rechnen und Geographie. Oft lernen die Schüler zwei Sprachen, ihre afrikanische Sprache und die Amtssprache des Landes, wie englisch oder französisch. Der Unterricht beginnt zwischen 8 Uhr und 8 Uhr 30, meist mit einem Gebet oder einem Lied. Mittags dürfen die Kinder spielen. Nachmittags geht der Unterricht weiter mit dem Einüben von erlerntem Stoff.

Das Klassenzimmer – Unterricht im Freien

Schule bei den Massai (c) F.FransEin Klassenzimmer in einer afrikanischen Dorfschule sieht ganz anders aus als bei uns. Die Gebäude sind meist aus Lehm oder Stroh gebaut. Darin kann es manchmal ganz schön heiß werden. Die Fenster sind oft sehr klein, damit es nicht hinein regnet. Richtige Stühle und Bänke sind nicht selbstverständlich. Oft gibt es nur Lehmklötze oder Steine als Sitzgelegenheit. Denn Holz ist teuer. Dreißig oder vierzig Schüler drängen sich in einem Raum. Für eine Schule gibt es oft nur eine Toilette. Manche Schulen finden im Freien statt. Die Schüler sitzen unter einem Baum, und Strohnetze schützen sie vor der Sonne. Bücher, Hefte und Stifte sind Mangelware. Meist hat nur der Lehrer eine Tafel. Hier erfährst du mehr darüber wie es ist, bei den Massai in die Schule zu gehen.

In der Schule bei Nomadenvölkern

San-Kind mit Pfeil und Bogen (c) survival internationalOb ein Volk in der Savanne, in der Wüste oder im Busch lebt. Je nachdem, in welcher Region ein Nomadenvolk lebt, lehrt es seinen Kindern ein anderes Wissen. Das gute an diesen Nomaden-Schulen ist, dass sie nah an der Natur und nah am Leben sind. Dass das Wissen über viele Generationen weiter gegeben wurde, verbürgt, dass das Wissen für das Überleben wichtig ist. Deshalb wird Wissen nicht in Schulgebäuden nach westlichem Vorbild vermittelt. Die Schüler tragen keine Uniformen, sie erhalten keine Zeugnisse oder Noten. Sie müssen sich nicht wie Weiße verhalten. Sie müssen sich nur in dem bewähren, was das Überleben der Gemeinschaft sicherer macht. Deshalb erfahren Kinder in diesen Schulen Kenntnis über das wirkliche Überleben. Hier erfährst du mehr über die Schule der Buschmenschen

Mehr über Schulen in Afrika erfährst du, wenn du die  Länderseiten durchstöberst.

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