Schon Indiana Jones machte sich auf die Suche nach dem bedeutendsten Schatz der Menschheit, der Bundeslade. Sie soll in einer Kapelle in Aksum verwahrt sein und Tag und Nacht von einem Mönch bewacht werden. Hier in Axum entstand um 500 vor Christus ein sagenhaftes Königreich, dessen Geschichte bis auf die Königin von Saba zurück geht. Im Altertum zählte Aksum zu einem der vier großen Weltmächte. Es war das erste christliche Königreich der Welt. Durch seine Handelsbeziehungen reichte sein Einfluss bis in die arabische Welt hinein.

Aksum befand sich im Norden des heutigen Äthiopien. Es lag geschützt in einem Tal, umgeben von zwei kleinen Flüssen. In alten Reiseberichten heißt es, dass das Gebiet damals sehr fruchtbar war, so dass Menschen aus dem südlichen Arabien sich hier niederließen. Viele vorchristliche Tempel und steinerne Throne erinnern an diese Zeit. Aksum war einst die Residenz eines Königs, wuchs aber durch seine rege Handelstätigkeit bald zu einem Weltreich an. Die Hafenstadt Adulis am Roten Meer gehörte zu dem Reich. Über Adulis wurden Waren nach Arabien und Indien verschifft. Rechts im Bild siehst du das heutige Aksum mit dem Stelenpark. Hier wurden die Reichsherrscher begraben. Die höchsten Stelen sind 30 Meter hoch und mit Inschriften verziert. Bis heute weiß man nicht, wie die Stelen in die Stadt gelangten.
König Ezana verkündete 350 nach Christus die christliche Religion zur Staatsreligion. Aksum wurde zum ersten christlichen Königreich der Welt. Es war auch das erste Reich südlich der Sahara, das eine eigene Münzprägung besaß! In seiner Blütezeit wurde Aksum neben China, Persien und Rom zu den vier bedeutenden Weltmächten gezählt. Nach vielen Jahren der Trockenheit ging das Reich 800 nach Christus unter. Noch heute erinnern die Stelenfelder und Grabdenkmäler an die goldenen Zeiten. Der letzte Kaiser von Äthiopien, Haile Selassie I. (1892 - 1975) behauptete, das Reich hätte seinen Ursprung bei der Königin von Saba. Er bezeichnete sich als direkten Nachfahren der sagenumwobenen Königin und des Königs Salomon. In Addis Abeba sollen noch Ruinen des einstigen Palastes des Herrscherpaares stehen. Auf den Münzen links im Bild siehst du das Portrait von König Ezana
Mit der Königin von Saba beginnt die Geschichte von Aksum. Gab es die Königin von Saba wirklich oder war sie nur Legende? Vieles deutet darauf hin, dass sie wirklich existierte. Ihr Palast wurde unter dem Palast eines christlichen Königs gefunden. Forscher glauben, dass darin auch ein Altar aufgestellt worden war, auf dem einst die Bundeslade stand. Um die Stelle herum lagen Reste von Opfergaben, die aus vielen Jahrhunderten stammen. Deshalb weiß man, dass hier lange Zeit ein urchristliches Ritual gefeiert wurde. Die Königin von Saba und ihr Sohn Menelik gründeten das Reich.

Menelik brachte die Bundeslade ins Reich. In dieser Lade sollen sich die Steintafeln mit den 10 Geboten befinden, die Moses von Gott erhielt. Diese Steintafeln symbolisieren die Gegenwart Gottes unter den Menschen. Die Bundeslade war also das wertvollste Gut der Christen, und es war von vielen Geheimnissen umgeben. Niemand weiß heute, ob es die Bundeslade gibt und wo sie sich wirklich befindet. Die kriegerische Königin Gudit aus dem Reich Shewa steht am Ende von Aksum. Sie eroberte das Reich im 9. Jahrhundert. Sie war eine gefürchtete Kriegsherrin aber eine miserable Regentin. Mit ihrer Herrschaft endete das aksumitische Reich. Der große Schatz an Legenden erinnert an diesen Wendepunkt in der Geschichte des Landes. Noch heute betrachten die Äthiopier Aksum als heilige Stadt, denn in der Kapelle neben der Kirche der Heiligen Maria von Zion soll die Bundeslade aufbewahrt sein. Diese berühmte Kirche ist auf dem Foto rechts oben abgebildet. Mehr über die Königin von Saba.

Nachdem das Reich von Aksum zusammengebrochen war, entstand Ende des 12. Jahrhunderts ein neues Reich. König Lalibela gründete die nach ihm benannte Felsenstadt in der Wüste von Äthiopien. Von Lalibela aus entstand ein neues Reich, das Königreich von Äthiopien. Ein Feldherr namens Yekuno Amlak bestieg den Thron. Er behauptete, ein direkter Nachfahre von König Salomon zu sein und begründete damit seine Herrschaft. Einer seiner Nachfahren, Tewodros II., herrschte im 19. Jahrhundert und kämpfte für die Unabhängigkeit der Reiches. Das Kaiserreich von Abessinien wurde 1974 gestürzt. Nach einer Militärdikatatur übernahm eine Rebellengruppe die Regierung. In Lalibela kannst du noch heute die Felsenkirchen von Lalibela besuchen.
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