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Angola

Flag of Angola (c) wikimediaIm Südwesten Afrikas liegt Angola, eines der größeren Länder des Kontinents. Mit einer Fläche von 1,25 Millionen Quadratkilometern ist das Land etwa dreimal so groß wie Deutschland.

Lage und Landschaften

Karte von AngolaBem-vindo a Angola! Herzlich willkommen in Angola, einem großen Land im südlichen Afrika. Angola erstreckt sich 1 600 km entlang dem Atlantik zwischen den Mündungen des Flusses Kongo im Norden und dem Cunene im Süden. Nachbarn von Angola sind Die Demokratische Republik Kongo, Namibia und Sambia.

Angola, ein Land mit eindrucksvollen Küsten und weite Savannen

Der Norden Angolas ist tropisch mit dichten Regenwäldern. Die Küste ist felsig. Um die Hauptstadt Luanda ist die Küste flach. Hier münden die Flüsse Bengo und Cuanza in den Atlantik. Südlich von Luanda steigen die Berge wieder an und reichen fast bis ans Meer. Südlich von Benuguela, der zweiten großen Küstenstadt, beginnt die Savanne. Um die Stadt Namibe erstreckt sich eine Wüste, die bis ins nördliche Namibia reicht.

Black Stones Malange (c) Paulo Cesar Santos CC BY SA 3.00

Sandige Küsten bei Namibe (c) Alfred Weidinger CC BY SA 2.0

Savannenlandschaft im Sambesi Tal (c) gemeinfrei

Das Landesinnere besteht aus Hochebenen, die von Savannen und Regenwäldern bedeckt sind. Das größte Hochland ist das Plateau von Bié, das zwei Drittel von Angola einnimmt. Westlich davon erheben sich Bergketten mit dem höchsten Berg Angolas, dem Morro de Moco mit 2.620 m. Aus diesem Gebirgsmassiv entspringen die Flüsse Kwanza und Cunene, die beide in den Atlantik münden. Auch der Okavango nimmt hier seinen Ausgang. Anfangs nennt man ihn noch Kubango. Auf seinem 1700 km langen Lauf fließt er nicht wie die anderen Flüsse Richtung Atlantik, sondern nimmt Kurs auf die Halbwüste Kalahari. Er versickert buchstäblich in der Wüste und bildet dort ein großes Binnendelta. Cabinda ist ein kleines Gebiet zwischen den Kongostaaten. Es ist Teil von Angola, aber das Gebiet ist abgetrennt von Angola. Deshalb nennt man dieses Gebiet Exklave.  Angola ist von drei Klimazonen geprägt. Im Norden sowie an der Küste Angolas herrscht tropisches Klima mit Temperaturen von 25 bis 30 °C. Die Regenzeit fällt in die Monate von November bis März. Der Benguelastrom sorgt für häufigen Nebel. Im Hochland ist es angenehm warm, hier herrscht gemäßigt-tropisches Klima.

Luanda - die Hauptstadt von Angola

Luanda liegt am Atlantik, nördlich der Mündung des Cuanza. Die Küste wird durch die Bucht von Luanda geprägt, die ideale Bedingungen für einen Hafen bildet. Deshalb wurde Luanda ursprünglich von den Portugiesen als Zwischenstation für den Indienhandel gebaut. Heute ist die Stadt das Zentrum Angolas mit über fünf Millionen Einwohnern. Angolas Hauptstadt zählt zu den zehn größten Städten Afrikas. In Luanda  befindet sich der wichtigste Hafen des Landes. 

Bay of Luanda (c) Paulo Cesar Santos 3.0

 

 

 

 

Luanda wird in die Unterstadt, die alte Stadt, und die „obere Stadt“ unterteilt. Die Baixa de Luanda befindet sich in der Nähe des Hafens, wo die Straßen eng sind und zahlreiche alte Gebäude an die ehemaligen portugiesischen Kolonialherren erinnern. Die Straßen sind voll mit Händlern, die Früchte und Getränke verkaufen und Kindern, die einfache Arbeiten verrichten und Botengänge machen. Im Stadtteil Benfica gibt es einen Künstlermarkt. Vor kurzem wurde auf dem Fort von Luanda das Museum der Streitkräfte wiedereröffnet. Sehenswert ist das Völkerkundemuseum der Stadt mit einer Sammlung afrikanischer Kunst. und einer größeren Anzahl von Masken. Hier erfährst du das wichtigste über die Geschichte von Angola. Nur wenige Minuten außerhalb von Luanda befindet sich der Markt Roque Santeiro. Am Wochenende wird der Markt zu einem Volksfest, Tänzer und Musikanten treten in traditionellen Kleidern auf, um die Besucher zu begeistern. Hier erlebt mach auch eine Vorstellung des Kizomba, den populärsten Musik- und Tanzstil Angolas.

Völker und Sprachen

Ananasverkäuferin in Luanda (C) Beth Balboni CC BY SA 2.0

Die Bevölkerung besteht aus zahlreichen verschiedenen Völkern. Die größten Völker sind die Ovimbundu im zentralen Hochland und dem angrenzenden Küstenstreifen. Die Kimbundu leben rund um die Hauptstadt Luanda, die Bakongo sind im Nordwesten und Cabinda zu Hause. Alleinstehende Frauen vor allem in den ländlichen Gebieten haben es schwer. In einigen Gemeinden gelten alte Regeln, die es ihnen untersagen, eigenes Land zu besitzen und zu bebauen. Im Norden des Landes leben die Chokwe. Erst wenn die Jungen und Mädchen erwachsen werden, lernen sie alles über ihr Volk. Bei einer Feier werden sie in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen. Die Mädchen werden mit Narben versehen, die wie Schmuck aussehen. Deshalb nennt man die Narben auch Schmucknarben. Die Jungen lernen Masken zu schnitzen und mit den Masken Tänze aufzuführen. Bei den Ovahimba im Süden werden den jungen Leuten bei den Feiern zum Erwachsenwerden die unteren Schneidezähne ausgeschlagen.

Hauptsache, die Schule findet statt

Schulklasse im Freien (c) Rafaela Printes CC BY SA 2.0Die Grundschulbildung wird heute in Angola besonders gefördert. Während des Jahrzehnte langen Bürgerkrieges waren viele Schulen zerstört. Heute besuchen über 80 Prozent der Kinder die Grundschule. Bis 2017 sollen mit Wiedereinführung der Schulpflicht alle Kinder zur Schule gehen. In den staatlichen Schulen müssen die Kinder eine Schuluniform tragen, weiße Kittel. Der Unterricht ist in portugiesisch, der offiziellen Landessprache. Die Schulen haben einen ähnlichen Lehrplan wie westliche Schulen, aber die vermitteln nur ein eingeschränktes Wissen, da die Lehrer nicht immer über ausreichende Ausbildung verfügen. Zudem mangelt es vor allem auf dem Land an Schulen mit ausreichenden Unterrichtsräumen und Lehrmaterialien. Die Erwachsenen beherrschen meist zwei Sprachen, Portugiesisch und die afrikanische Sprache ihres Volkes. Doch ein Drittel von ihnen kann weder lesen noch schreiben. Besonders Frauen sind in der Bildung noch benachteiligt.

Was Kinder in Angola spielen

Children in Angola (c) Paulo Cesar Santos CC BY SA 3.0

Viele Kinder in Angola arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen. Da bleibt nicht viel Zeit zum Spielen. Trotzdem genießen die Kinder die freie Zeit. Dann hängen sie gemeinsam ab. Die älteren Kinder passen auf die jüngeren auf und nehmen sie mit zum Treffpunkt mit ihren Freunden. Sie singen und tanzen gern oder treiben Sport. Die Jungs spielen meist Fußball und die Mädchen Netzball, das ist ein Mannschaftssport ähnlich wie Basketball. Nganke ist ein Murmelspiel, das viele Mädchen in Angola spielen. Anstelle von Murmeln spielen sie es oft mit Perlen. Es müssen mindestens zwei Spieler sein, lustiger ist es natürlich mit mehreren. Du legst eine Zielgrube und eine Wurflinie an. Dann müssen alle Spieler eine Murmel auf die Mulde zu rollen lassen. Wer in die Zielgrube trifft, darf alle Murmeln behalten, die daneben gerollt sind. Wenn aber zwei oder mehr Spieler treffen, kommt es zu einem Entscheidungskampf zwischen ihnen. Sie müssen noch einmal auf die Mulde zielen. Dies wird solange wiederholt, bis einer als Sieger hervorgeht.

Wirtschaft und Bodenschätze

Angola ist ein wohlhabendes Land. Trotz der reichen Bodenschätze verdient die Mehrheit der Bevölkerung sehr wenig. Die meisten arbeiten in der Landwirtschaft, und dort sind die Löhne sehr niedrig. Viele leben von der Fischerei. Denn nicht nur die Küsten sind reich an Fischen, sondern auch die Flüsse. Je mehr sich das Land von dem Bürgerkrieg erholt, umso bedeutender werden auch die Einkünfte aus dem Tourismus. Vor allem die Küsten der Insel Massula sind ein begehrtes Urlaubsziel.

Fracht wird gelöscht im Hafen von Luanda (c) russavia

OFF Shoe ÖlPlattform vor Luanda (c) Paulo Cesar Santos CC BY SA 3.0

Lwena Moxico (c) Bern Weisbrod CC BY SA 3.0

Zu den Hauptexportgütern zählen Diamanten, Gold, Erdöl und Kaffee. Im Norden, in Cabinda, finden sich große Mengen Erdöl, ebenso vor der Küste von Angola. Hier wird in Tiefseeförderung Erdöl gewonnen. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen große Mengen Öl ins Wasser gelangen. Dadurch sind in der Tiefsee lebende Arten bedroht.

Sehenswürdigkeiten

Kalandula Wasserfälle (c) L. Willms CC bY SA 3.0

Die Wasserfälle von Kalandula sind außergewöhnlich schön. Sie werden von einem Zufluss zum Cuanza gebildet und sind von einer prächtigen, exotischen Pflanzenwelt umgeben. Die Kalandula Fälle zählen zu den dritthöchsten in ganz Afrika. Auf der Insel Massula gibt es den schönsten Strand von ganz Angola, das behaupten jedenfalls die Einheimischen. Diese Insel kann mit einfachen Booten erreicht werden. Viele Fischer leben heute zusätzlich von den Touristen, die mit den kleinen Fischerbooten zu der Insel hinausfahren möchten.

Tierwelt

Riesenrappenantilopte in Angola (c) Aaron Logan CC BY SA 2.0Angolas Tierwelt ist außerordentlich vielfältig. Große Savannentiere wie Flusspferde, Nashörner und Elefanten sind zwar selten geworden. Häufiger jedoch sieht man Antilopen, Angola-Giraffen und Zebras. Paviane sind in großen Horden im Norden der Trockensavannen unterwegs. Wasserbüffel sind überall zu Hause. Wasserbüffel werden als Nutztiere gehalten. Sie sind so genügsame Lasttiere, dass sie schon 3.000 v. Christus domestiziert wurden. Außerdem liefern sie Milch, Fleisch, und ihre Haut kann zu Leder verarbeitet werden. In den Steppen leben Honigdachse, Warzenschweine und Stachelschweine. Der Honigdachs ernährt sich zum Teil von den süßen Waben der Honigbienen. Dabei schützt ihn sein dichtes Fell vor deren Stichen, aber die empfindliche Nase bekommt einiges ab. Denn ohne Gegenwehr lassen sich die Bienen nicht ihren Honig rauben. Raubtiere sind zahlreich, Hyänen, Geparden, Leoparden und Löwen pirschen durch die Savannen und jagen sich die beste Beute ab. Im Kissama- Nationalpark kann man die faszinierende Tierwelt der afrikanischen Savanne hautnah erleben. Der Park ist allerdings in der Regenzeit geschlossen, damit die Tiere einige ungestörte Monate haben. In den Wäldern leben  Schimpansen und Gorillas. Pinselohrschweine und Ducker, Zwergantilopen, streifen durch die Wälder. Ein Tier kommt nur in Angola vor, der Riesensäbelbock. Er ist groß, schwarz und besitzt nach hinten gebogene Hörner, die bis zu 1,70 m lang werden können. Er ist auf Banknoten und vielen Briefmarken zu sehen. Er ist eine große, schwarze Antilopenart. Er ist sehr scheu und kann ausgezeichnet graben.

Geschichte

Yombe Skulptur (c) Cherry X CC BY SA 2.0Die ältesten Bewohner Angolas sind vermutlich die San, die Buschmenschen, die heute noch im südlichen Angola leben. Bantuvölker aus dem Kongobecken wanderten ein und verdrängten die Buschmenschen in die Trockensavannen im Süden. Sie besiedelten die fruchtbaren Gebiete auf den Hochebenen und an den Küsten. Sie gründeten Dörfer und Städte und gelangten zu Wohlstand. Sie gründeten im Schatten des Kongoreiches ein eigenes Königreich und bauten Armeen auf. Das Königreich war ein Vasallenstaat des Kongoreiches. Es bestand bis ins 17. Jahrhundert. Von dem ersten Königreich leitet sich auch der Name Angola ab. In ihrem Königreich Ndongo trugen die Könige den Titel Ngola. Als im 16. Jahrhundert die ersten portugiesischen Seefahrer an der Küste Angolas anlandeten, nannten sie das Gebiet A-Ngola, das Land der Ngola-Könige. Sie errichteten  an der Küste ein Padrao, ein steinernes Kreuz, als Zeichen der Inbesitznahme für den portugiesischen König. Mehr über die Geschichte von Angola

Angola heute

Angola ist seit 2002 eine Republik, regiert von einem Staatspräsidenten. Die Verfassung räumt dem Staatsoberhaupt ziemlich große Befugnisse ein, so dass er unumschränkt herrschen kann. Staatsoberhaupt von Angola ist seit über 30 Jahren José Eduardo dos Santos. Er regiert das Land mit eiserner Hand. Seine Tochter gilt als reichste Frau Afrikas. Ihr gehört eine ganze Insel. De Santos Regierung gilt als korrupt. Denn die Einkünfte aus den wertvollen Bodenschätzen versickern auf den Konten von Regierungsmitgliedern und Wirtschaftsbossen.

Dorf in Luanda (c) Paulo Cesar Santos CC BY SA 3.0

Luanda Centro (c) Paulo Cesar Santos CC BA SA 3.0

Frau in einem Slum in Luanda (c) Beth Balboni CC BY SA 2.0

 

 

 

Dabei wäre das Land auf die vielen Devisen angewiesen. Angola erholt sich nur langsam von dem langen Bürgerkrieg. Städte und Dörfer müssen wieder aufgebaut und marode Straßen erneuert werden. Im Boden lauern Landminen. Das Land wäre reich genug, um die Kriegsschäden zu beseitigen und der Bevölkerung zu Wohlstand zu verhelfen. Doch die Mehrheit lebt in Armut. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. In den Slums gibt es für kleine Kinder und Mütter keine gute Gesundheitsversorgung. Deshalb ist die Säuglings- und Müttersterblichkeit hoch, Infektionskrankheiten breiten sich aus. Es fehlt an Schulen, Schulbüchern und Medikamenten. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung ist rar. Ist Angola eine Demokratie? Nur langsam entwickelt sich eine Zivilgesellschaft, die für ihre Rechte eintritt. Die Jugend geht auf die Straße und demonstriert für mehr Bürgerrechte. Doch die Stimmen der Bevölkerung werden nicht gehört. Es wird noch einige Jahre dauern, bis ein freiheitlicher Geist in die Politik von Angola Einzug hält und der natürliche Reichtum des Landes allen zugute kommt.  Besonders hart trifft es die Buschmenschen. Sie werden nicht an den politischen Entscheidungen beteiligt. Ihre Lebensweise wird gering geschätzt. Sie werden von ihren Jagdgründen vertrieben und sind gezwungen, ihre nomadische Lebensweise aufzugeben. 

Küche und Kochen in Angola. Rezept für ein angolanisches Festessen

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