Botswana ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika. Das Land mit seinen roten Böden ist Teil der riesigen Kalahari Wüste. Es ist so groß wie Frankreich, aber mit etwa zwei Millionen Menschen eines der am dünnsten besiedelten Gebiete der Erde.
Botswana liegt nördlich von Südafrika. Im Westen grenzt Botswana an Namibia. im Osten trennt der Limpopo Botswana von Simbabwe. Im Norden bildet der Sambesi eine natürliche Grenze zu Sambia. Doch im Inneren des Landes gibt es keinen Fluss, der ganzjährig Wasser führt. Deshalb ist die ebene Halbwüste von Botswana fast menschenleer. Die Wasserknappheit bestimmt das Leben von Menschen und Tieren seit Jahrtausenden.
Im Nordwesten von Botswana erstreckt sich das Okavango Delta. Je weiter südlich man kommt, um so mehr gerät man in die Wüste Kalahari. Die meisten Menschen siedeln in den Hügelketten im Osten des Landes. Hier regnet es etwas häufiger als im übrigen Land. In dieser Region reihen sich größere Dörfer und Siedlungen aneinander. Im Osten prägen unzählige Salzpfannen das Land. An den Pfannenrändern wachsen Gräser und Büsche. Der mineralienreiche Boden lockt zahlreiche Tiere an, die hier ihren Mineralienbedarf decken.
Aufgrund der raren Regenfälle sind die Grasfresser gezwungen, auf der Suche nach Nahrung weite Strecken zurückzulegen. Doch der Okavango bringt ein Naturwunder zustande. Er fliesst nicht wie andere Flüsse ins Meer sondern versickert in der Kalahari. In der Regenzeit überflutet der Okavango das Kalaharibecken und verwandelt die staubtrockene Savanne in ein grandioses Schauspiel. Gewaltige Gewitter toben über der Ebene und riesige Zebra- und Gnuherden ziehen durch die endlosen Ebenen Richtung Okavango-Delta. Wenn die Sümpfe austrocknen und die Gräser verdorren, kehren die Herden zu ihren nördlichen Weideplätzen am Okavango zurück. Mehr zum Okavango Delta
In Botswana leben weit mehr Tiere als Menschen. Ein Drittel des Landes ist Naturschutzgebiet. Elefanten, Giraffen, Zebras, Flusspferde, Kaffernbüffel, Hyänen, afrikanische Wildhunde, Gazellen, Erdmännchen, Löwen, Nashörner und einige Affenarten wie Paviane und Meerkatzen kann man hier beobachten. Ein wahres Paradies für Tiere zaubert der Fluss Okavango einmal im Jahr in die Kalahari. Mehr über die Tiere der Kalahari
Die Hauptstadt Botswanas ist Gaborone. Sie trägt den Namen ihres Gründers, des Häuptlings Kgosi Gaborone, der die Stadt vor 120 Jahren gründete. 1965 hatte der Ort tausend Einwohner. Seitdem Gaborone zur Hauptstadt Botswanas erklärt wurde, wuchs die Bevölkerung auf fast 250 000 Einwohner an.
Botswana ist das Land der Tsuana. Früher hieß es Bechuanaland. Doch auch viele San Völker leben hier. Sie sind das älteste Volk des Buschlandes. Einst bewohnten sie alle Savannen im südlichen Afrika. Doch durch die einwandernden Bauernvölker und Siedler aus dem Kongobecken, die Bantu, mussten sie sich in die Kalahari zurückziehen. Hier liegt heute ihr Jagdgebiet und hier sind sie zu Hause. Mehr über die San oder Buschmenschen
Botswana zählt heute zu den afrikanischen Ländern, die ihr Schulsystem gut ausgebaut haben. Fast jedes Kind besucht mit 6 Jahren die Schule. Die Grundschule ist kostenlos. Danach werden Gebühren verlangt. Die Eltern müssen für Kinder über 12 etwa 50 Euro pro Jahr bezahlen. Da viele kinderreich sind, reißen die Gebühren ein ziemliches Loch in die Haushaltskasse. Die Ausbildung orientiert sich am britischen Schulsystem. Setswana ist die erste, Englisch die zweite offizielle Amtssprache. Englischunterricht wird deshalb an allen Schulen erteilt. In den Grundschulen ist Setswana die Unterrichtssprache. Im Sekundarschulbereich wird nur noch Englisch gesprochen. Fast alle Kinder besuchen die Grundschule und zwei Drittel gehen auf eine weiterführende Schule. Das ist sehr viel gemessen an anderen afrikanischen Ländern. Trotzdem bleibt immer noch einiges zu verbessern. Die Schulkinder in Botswana wünschen sich einen weniger autoritären Unterricht. Und die Lehrer wünschen sich eine bessere pädagogische Ausbildung .
Botswanas Geschichte ist so alt wie die Menschheit. Archäologische Funde weisen menschliche Siedlungen seit mindestens 100.000 Jahren nach. Die Ureinwohner waren die Jägervölker der San und die viehzüchtenden Khoikoi. Die San hinterließen in der Kalahari die ältesten Felszeichnungen im südlichen Afrika. Mit der afrikanischen Völkerwanderung drangen zwischen 300 bis 400 nach Christus Bantuvölker in das Land ein. Sie konnten Eisen bearbeiten und scharfe Eisenspeere herstellen. Mit ihren Waffen waren sie den südlichen Völkern überlegen. Sie verdrängten die San und die Khoikoi und siedelten sich am Rand der Kalahari an.
Mit dem Einzug englischer Missionare begann die Kolonialisierung des einstigen Bechuanalandes. Zuerst verlief sie noch friedlich. Doch mit dem Einfall burischer Siedler änderte sich die Lage. Die Buren verdrängten die Tsuana. Der damalige Häuptling suchte ausgerechnet Schutz unter britischem Protektorat. Es war ein zweischneidiges Schwert, denn die englische Schutzmacht konnte zwar die Buren vertreiben. Aber sie begann, immer mehr Einfluss auf die Bevölkerung auszuüben. Am Beginn des 20. Jahrhunderts kämpften die afrikanischen Völker um ihre Unabhängigkeit von Europa. Auch Freiheitskämpfer aus Botswana waren daran beteiligt. 1966 erhielt Botswana die Unabhängigkeit von England.
Botswana galt viele Jahre als ein afrikanisches Musterland. Es gab keine Bürgerkriege, und das Land war wohlhabend. Als in der Kalahari Diamanten entdeckt wurden, war das gut für die Mehrheit der Tsuana. Die Bevölkerung wurde reicher, die Regierung investierte mehr Geld in Bildung. Den Kindern geht es seitdem einigermaßen gut. Für die San war die Entdeckung der Diamantenfelder in ihren Jagdgebieten ein Desaster. In einer großen Umsiedelung wurden die Jägervölker nach Ghanzi transportiert, einen trostlosen Ort am Rande der Halbwüste. Die Behörden in Gaborone begründeten die Umsiedlung mit einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Ureinwohner. Hauptgrund für die Zwangsumsiedlung der San war jedoch der Abbau von Diamanten.
Viele Menschen in Botswana leiden an der Krankheit Aids. Das Land ist wohlhabend und hätte genug Geld, um die Seuche zu bekämpfen. Erst langsam findet ein Umdenken bei den Politikern von Botswana statt. Sie starten Aufklärungskampagnen. Aber noch zu wenige Kranke werden mit den nötigen Medikamenten versorgt. Auch wegen der wachsenden Kluft zwischen arm und reich steht das Land vor großen Problemen.
Die Tsuana und die San erzählen viele Märchen über die Tierwelt. Ein Märchen der Buschmenschen heißt Elefant und Regen. Es handelt davon, dass der Regen von höheren Mächten beeinflusst wird. Deshalb ist Elefant gut beraten, sich nicht mit dem Regengeist anzulegen. Hier kannst du das Märchen Elefant und Regen hören
Setswaa, das Nationalgericht von Botswana, zum Nachkochen
Mehr über Afrika erfährst du in:
Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter
Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
Meine große Kinderwelt von Katja Baier
Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley