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Burkina Faso - das Land der ehrenwerten Menschen

Flagge von Burkina Faso (c) wikimedia commonsDas westafrikanische Land Burkina Faso ist mit 274.200 qkm ein kleines Land und mit etwa 16 Millionen Einwohnern nicht sehr dicht besiedelt.

Lage

Karte von Burkina Faso (c) Uwe DederingBurkina Faso liegt in Westafrika, mitten im Nigerbogen. Der größte Fluss von Westafrika fließt um das Land herum, berührt es aber nie. Burkina Faso ist ein Binnenland, das bedeutet, dass es keinen Zugang zum Meer besitzt. Wie die meisten Binnenländer hat es  viele Nachbarn, sechs um genau zu sein. Mali, Niger, Benin, Togo, Ghana und Elfenbeinküste umgrenzen das „Land der ehrenwerten Menschen“. 

Landschaften

Burkina Faso liegt auf der so genannten Oberguineaschwelle, einer welligen Hochebene. Der Norden des Landes wird von der trockenen Sahelzone geprägt. Im Norden fällt während der Trockenzeit kein Tropfen Regen, so dass selbst die Flüsse austrocknen. Der heiße Wüstenwind Harmattan weht den Sand der Sahara in Richtung Süden. So wird immer mehr wertvolles Farmland zu Wüste. Wie du an der Karte erkennen kannst, gibt es hier nicht viele Städte. Der Süden ist etwas stärker besiedelt. Hier geht der Sahel in die Savanne über. Weiter südlich erstrecken sich Wälder. Das Gebiet ist regenreicher und fruchtbarer als der Norden. Doch während der Trockenzeit herrscht auch hier Wassermangel. Nur von Juni bis Oktober regnet es und wird kühl.

Yalgo a Dori (c) Marco Schmidt

Landschaft um Dourtenga (c) SoKr

Kompiengastausee (c) Marco Schmidt

Früher wurde das Land Obervolta genannt, denn hier entspringen die drei Quellflüsse des Volta: Der Schwarze Volta, der Weiße Volta und der Rote Volta. Nach ihrer Reise durch Burkina Faso und Ghana vereinen sich die drei Flüsse zum Volta und münden in den Atlantik.

Ouagadougou

Ouagadougou, die Hauptstadt von Burkina Faso, liegt in der Mitte des Landes. Sie sieht aus wie ein großes Dorf und bestand einst tatsächlich aus sieben Dörfern. Nur das moderne Stadtzentrum verrät den Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht Frankreichs. Die Stadtväter wollen aus Ouagadougou eine Weltstadt machen. Derzeit hat Ouagadougou etwa 1,5 Millionen Einwohner, aber stetig ziehen mehr junge Menschen hierher auf der Suche nach gut bezahlter Arbeit. Ouagadougou bietet interessante Museen wie das Völkerkundemuseum mit Ausstellungsstücken der Mossi-Kultur. Das Einkaufen auf dem Marché Rood-Woko ist ein Erlebnis. Der Rood Woko ist einer der größten Märkte Westafrikas. Es gibt dort wirklich alles zu kaufen, was Westafrika an Früchten, Tieren und Fischen zu bieten hat. Außerdem kann man bunten Schmuck, Kleider und Kunsthandwerk erwerben. Der Markt ist zum Teil sogar überdacht. Sehenswert ist auch der Palast des Mogho Naba, des Kaisers der Mossi. Er residiert heute noch in Ouagadougou, besitzt aber keine Macht.

Ouagadougou, Place Nations Unies  (c) Helge Fahrnberger Place des Cineastes (c) SputniktiltBobo Dioulasso - Große Moschee (c) Semiliki

Ouagadougou ist die Stadt der modernen Griots, der afrikanischen Geschichtenerzähler. Jedes Jahr findet hier ein Theaterfestival statt und alle zwei Jahre treffen sich die Filmschaffenden aus ganz Afrika zum Filmfestival „FESPACO“. Dann gehört die Stadt den Stars und Sternchen Afrikas. Die Stadt hat den Filmschaffenden ein eigenes Monument gewidmet,  das „Monument des Cinéastes“. Das bunte Monument setzt sich aus Stativen, Kameraobjekten und anderen Objekten zusammen, die man zum Filmemachen braucht.  

Völker und Sprachen

Der Name Burkina Faso bedeutet übersetzt „Vaterland der ehrenwerten Menschen“. Eine Vielzahl verschiedener Völker lebt in Burkina Faso friedlich zusammen wie die Mossi, Bobo, Peulhs, Dioula und Tuareg. Sie prägen die bunte Kultur des Landes. Viele Völker pflegen das Kunsthandwerk und die Musik. Die bedeutendste Gruppe sind die Mossi, die rund um die Hauptstadt Ouagadougou siedeln. Amtssprache ist Französisch. Doch die meisten Bewohner sprechen ihre afrikanische Sprache. Von den etwa sechzig afrikanischen Sprachen werden More, die Sprache der Mossi, und Dioula am häufigsten gesprochen.
Mädchen in Burkina Faso (c) Ferdinand ReusEine Frau in Burkina Faso (c) Jeremy BezangerDorfoberhaupt (c) Neonstar

 

 

 

Die Bevölkerung von Burkina Faso ist sehr tolerant, was den Glauben betrifft. Etwa die Hälfte der Bevölkerung zählt zu den  Islamgläubigen, die andere Hälfte pflegt ihren afrikanischen Glauben. Zwischen den Glaubensrichtungen gibt es keine Streitigkeiten wie in anderen Sahelländern. In der Verfassung von Burkina Faso ist die Gleichberechtigung der Frau verankert, jedoch ist der Stand der Frau in der burkinischen Gesellschaft nicht der des Mannes ebenbürtig. Für die älteren Burkinerinnen ist es schwierig, ihre Situation zu verbessern. Denn die Mehrzahl kann weder lesen noch schreiben. Dennoch tragen sie den Löwenanteil zur Versorgung der Familie bei.

Dorfleben bei den Mossi

Dorfchef mit Bewohnern in Burkina Faso (c) Micro Enterprise GroupMossifamilien leben in kreisförmig angelegten Lehmhütten. Im Inneren des Hofes befindet sich ein rechteckiges Gebäude, das vom Familienoberhaupt bewohnt wird. Ein Mann ist mit mehreren Frauen verheiratet. Jede der Ehefrauen bewohnt mit ihren Kindern eine eigene Hütte. Werden die Kinder älter, bekommen sie bis zu ihrer Heirat eine eigene Hütte zugeteilt. Die Dörfer der Mossi werden von einem Dorfchef regiert, der für Trauungen, Streitschlichtung, Zeremonien und Opfergaben zuständig ist. Jedes Dorf hat seinen eigenen Griot, einen Erzähler und Musiker, der die Geschichte eines Dorfes mündlich an die nachfolgende Generationen weitergibt.

Feste und Ahnenverehrung

Tanzgruppe von Andemtenga (c) SputniktiltBis heute pflegen die Mossi ihren traditionellen Ahnenglauben. Ihren Gott nennen sie Wendé. Gute Beziehungen zu den Ahnen sind den Mossi wichtig, deshalb wird bei allen Festen der Ahnen gedacht. Für ihre traditionellen Feste stellen sie Holzmasken her, die sie bei ihren Tänzen tragen.  Sie feiern außerdem die religiösen Feste des Christentums oder des Islams. Burkina Faso ist übrigens das einzige Land weltweit, in dem der Internationale Frauentag ein gesetzlicher Feiertag ist. Am 11. Dezember wird ein prächtiges Erntedankfest gefeiert.

Bildung auf dem Land ist Mangelware

Schule in Dourtenga (c) KKBNirgendwo sonst auf der Welt besuchen weniger Kinder die Grundschule als in Burkina Faso. Für die Kinder auf dem Land ist die Situation besonders schlimm. In einer Schulklasse sitzen bis zu 120 Kinder. An vielen Schulen fehlen Strom und Wasseranschlüsse. Das bedeutet, dass in diesen Schulen auch keine Toiletten vorhanden sind. Zwar ist der Unterricht in der Grundschule kostenlos. Doch für Einschreibe- und Verwaltungsgebühren, für Schulhefte und Stifte müssen die Eltern selbst aufkommen. Die meisten sehen ein, dass Bildung wichtig ist. Aber sie können es sich einfach nicht leisten, alle Kinder zur Schule zu schicken. Französisch ist die offizielle Unterrichtssprache, das ist für viele Schulanfänger ein zusätzliches Hindernis. Die meisten leben auf dem Land und wachsen mit ihrer afrikanischen Sprache auf. Sie können dem Unterricht in der fremden Sprache nicht folgen und brechen oft die Schule ab. Nur ein Viertel schafft den Schulabschluss, und nur ein Prozent aller Schüler schafft den Zugang zu einem Hochschulstudium.

Wirtschaft und Bodenschätze

Markt in Banfora (c) Marco Schmidt

Die Mehrheit der Burkiner lebt von dem, was sie auf ihren Feldern anbauen: Sorghum, eine Weizenart, Hirse, Mais und Reis. Baumwolle, Erdnüsse und Sesam werden in großen Plantagen angebaut und exportiert. Burkina Faso verfügt über beträchtliche Bodenschätze, dennoch gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Warum? Die Bodenschätze werden nur in geringem Masse gefördert. Eine Ausnahme bildet der Abbau von Gold, das 80 Prozent der Ausfuhr des Landes ausmacht. Im Bergbau finden zwar immer mehr Menschen Arbeit. Doch die Industrie ist schwach entwickelt. Sie verarbeitet hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse, mit denen keine hohen Gewinne erzielt werden. Kunsthandwerkliche Kleinbetriebe sind weit verbreitet. Doch die Kaufkraft der Bevölkerung ist sehr gering. Deshalb ist das Land abhängig von Entwicklungshilfe aus Europa.

Sehenswürdigkeiten

Wasserfall in Burkina Faso (c) Jeremy BezangerDas „Réserve des Cascades de Banfora“ ist ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Hier kann man einen Ausflug zu den Banfora-Wasserfällen machen. Der Fluss Comoé stürzt in vielen Kaskaden über Sandsteinfelsen in die Tiefe. Die Ruinen von Loropéni liegen an der Grenze zur Elfenbeinküste. Die ehemaligen Befestigungsanlagen wurden von den Kulango angelegt. Das westafrikanische Volk wollte am Goldhandel durch die Sahara mitverdienen und kontrollierte von den Festungen aus die Handelskarawanen, die durch die Wüste zogen.

Tiere

Heilige Krokodile in Bazoulé (c) Marco SchmidtDie verschiedenen Nationalparks des Landes sind die Heimat vieler großer Wildtiere, die in Westafrika meist nicht mehr in freier Wildbahn leben. Besonders sehenswert ist der Arly-Nationalpark an der Grenze zu Benin. Er ist heute ein Weltnaturerbe der UNESCO. Hier sind Elefanten, Löwen, Leoparden oder Krokodile zu Hause. Auch Steppenzebras, Flusspferde, Antilopen und Leoparden kann man hier beobachten. Allerdings sind die Flussgegenden verseucht von Tsetse- und Simuliumfliegen, welche die Schlafkrankheit und Flussblindheit übertragen. Eine Besonderheit sind die Heiligen Krokodile von Bazoulé, die gefüttert und besonders beschützt werden. Sie werden als Totemtiere verehrt. Mehr über Totemtiere

Geschichte

Nuna Skulptur aus Burkina Faso (c) Marie Lan NguyenEinige Regionen des heutigen Burkina Faso wurden schon vor langer Zeit  besiedelt. 400 000 Jahre alte Werkzeuge beweisen, dass die ersten Bewohner bereits vielfältige handwerkliche Fertigkeiten besaßen. Jäger und Sammler durchstreiften vor etwa 14.000 Jahren den Norden des Landes. Etwa 3600 vor Christus entstanden hier die ersten Siedlungen. Die Bewohner betrieben Ackerbau und Viehzucht. Sie pflegten religiöse Riten und statteten ihre Toten mit Grabbeigaben aus. Von den ersten großen Zivilisationen wird ab dem ersten Jahrtausend vor Christus berichtet. Damit beginnt die eigentliche Geschichtsschreibung von Burkina Faso. Mehr über die Geschichte von Burkina Faso

Burkina Faso heute

Junge Pioniere der Revolution 1987 (c) LiftarnBurkina Faso gilt als eines der stabilsten Länder in Westafrika. Die liberale Einstellung der Gründungsväter der Demokratischen Republik Burkina Faso spiegelt sich schon im Landesnamen. Die „ehrenwerten Bürger“ gaben dem Land auch eine liberale Verfassung. Schon 1984 wurden erste Schritte zur Gleichberechtigung von Frauen in die Wege geleitet. Heute ist die Gleichberechtigung verfassungsmäßig garantiert. Es wird allerdings noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Frauen Burkina Fasos tatsächlich gleichberechtigt sind. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Bildungschancen für Mädchen verbessert werden.

Aktuell

Burkina Faso zählt zu den westafrikanischen Ländern, die vom derzeitigen Ausbruch der Ebola Epidemie besonders betroffen sind. In manchen Bezirken gilt Ausgangssperre, die Städte sind menschenleer, die Märkte sind verlassen und die Schulen sind geschlossen. Das Gesundheitswesen ist nicht genügend entwickelt, um die Seuche einzudämmen. Ausländische Hilfsorganisationen sind dabei, Krankenstationen aufzubauen und die nötigsten Medikamente und Hilfsmittel zu liefern. Experten rechnen damit, dass das Land erst im Jahr 2015 die Epidemie eingedämmt hat.

Hier kannst du das Märchen lesen

Papagei (c) Quartl CC BY SA 3.0Warum der Papagei nicht spricht

Ceesbaar, kleine Pfannkuchen, ein Rezept aus Burkina Faso

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Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

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