Ab 1480 erkundeten portugiesische Seefahrer die Küsten Westafrikas. Diogo Cao war der erste Portugiese, der den Boden des Kongoreiches betrat. Er knüpfte Kontakte zum Mani Kongo, denn er wollte an der Küste Handelsposten errichten. Außerdem planten die Portugiesen, in den Sklavenhandel einzusteigen. Sie benötigten billige Arbeitskräfte für Zuckerrohr Plantagen, die sie auf den Inseln Sao Tomé und Principe anlegten. Für die Bewirtschaftung der Plantagen lieferte das Königreich Kongo Sklaven. Fünfzig Jahre später hatten die Portugiesen Kolonien in Südamerika erobert. Sie brauchten noch mehr Sklaven und veranlassten den Mani Kongo, noch mehr Menschen gefangen zu nehmen und ihnen zu verkaufen.
Mehr über den Sklavenhandel
Mit den portugiesischen Seefahrern und Händlern gelangten im 16. Jahrhundert die ersten Missionare nach Afrika. Sie verbreiteten das Christentum unter den Völkern, die in Küstennähe lebten. In wenigen Jahren bekehrten sie die Küstenbewohner. Bald drangen sie entlang der Flüsse ins Landesinnere vor. Ihr Missionierungseifer war so groß, dass sie 1506 einen kongolesischen König zum Christentum bekehrt hatten. Dieser König nannte sich Afonso I. Er war von Missionaren dazu erzogen worden, ganz im Sinne der europäischen Eroberer zu handeln. Er begründete eine Dynastie, die sich den Wünschen der Portugiesen unterordnete. Im Gegenzug halfen die Portugiesen dem Mani Kongo bei der Organisation des Reiches. Und sie lieferten ihm Waffen für die Ausstattung eines großen Heeres. Noch mehr Missionare gelangten ins Land. Sie begannen Kirchen zu bauen. Die einfache Bevölkerung lehnte die neue Religion ab. Doch sie hatte nichts zu sagen. Als die Portugiesen immer mehr Sklaven forderten, wollte Afonso keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. Er verwies die Portugiesen des Landes. Der Kongo verfiel allmählich, denn er war wirtschaftlich von Portugal abhängig geworden. Die Portugiesen sannen auf Rache. In der Schlacht von Ambuila besiegte die portugiesische Armee 1665 das kongolesische Heer. Das einst mächtige Kongo-Reich ging unter. Portugal ergriff nun die totale Kontrolle über das Gebiet. Links im Bild oben siehst du das Wappen des Mani Kongo.

Das Jahr 1876 war ein Schicksalsjahr für die Menschen im Kongo. Ein britischer Journalist namens Henry Morton Stanley, der sich als Afrikaforscher ausgab, erwarb weite Teile des Kongo für König Leopold II. von Belgien. Der König Leopold II. besass nur ein kleines Land in Europa. Um so größer sollte seine Kolonie in Afrika sein. Mit diesem König begann eine der schrecklichsten Herrschaften über afrikanische Völker. Die Menschen wurden ausgebeutet, sie mussten im Dienst des Königs arbeiten und konnten ihre Familien nicht mehr ernähren. Wenn sie sich widersetzten, wurden sie grausam bestraft. Die Schreckensherrschaft der Belgier führte zu einem internationalen Skandal. Der belgische König musste das Gebiet aufgeben.

Doch damit war die Kolonialherrschaft über Kongo noch nicht beendet. Immer wieder rebellierte die afrikanische Bevölkerung gegen die fremden Herrscher. Doch erst nach dem 2. Weltkrieg fanden sie Gehör. Belgien versprach Reformen. Doch die Bevölkerung wollte keine Reformen, sie wollte frei und unabhängig sein. 1960 wurden die ersten freien Wahlen angesetzt und eine Regierung gebildet. Der Freiheitskämpfer Patrice Lumumba wurde Ministerpräsident. Lumumba war bei der Bevölkerung beliebt, denn er setzte sich für die Unabhängigkeit seines Landes ein. Er gewann immer mehr Mitstreiter. Für die westlichen Mächte war er ein Dorn im Auge. Plötzlich geschah etwas Schreckliches. Auf dem Gipfel seiner Beliebtheit wurde Lumumba 1961 auf hinterhältige Weise ermordet. Der amerikanische Präsident Eisenhower hatte den Auftrag zu seiner Ermordung gegeben. Nach der Ermordung Lumumbas verschlimmerte sich die Lage. Es begann die Zeit der Diktatoren. Links oben in der Bildmitte siehst du Patrice Lumumba
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Ein afrikanischer Diktator folgte dem anderen, jeder übte Rache an seinem Vorgänger. Es kam zum Bürgerkrieg, der Millionen von Opfern forderte. Der am meisten gefürchtete Staatsmann war ein General namens Mobutu Sese Seko. Er ergriff 1965 die Macht im Land. Er herrschte wie ein König mit nur einer Partei und erließ eine neue Verfassung. So gewann er alle Macht im Kongo. Mit Mobutu hielt die Korruption Einzug. Er plünderte die Staatskassen, während die Mehrheit der Bürger immer mehr verarmte. Deshalb wurde er 1997 von Rebellen gestürzt. Auf den Machtwechsel folgte ein weiterer Bürgerkrieg, viele angrenzende Staaten wurden darin verwickelt. Man fürchtete, dass ein dritter Weltkrieg ausbrechen könnte. 2002 wurde ein Friedensabkommen unterzeichnet. Mehrere Parteien traten zur Wahl an, Gewaltenteilung wurde eingeführt. Doch noch heute finden im Osten des Kongo Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen statt. 2006 fanden erstmals seit 1960 wieder freie Wahlen statt.
Die verlassenen Paläste von Gbadolite mitten im kongolesischen Dschungel erinnern an den prunksüchtigen Diktator.