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Die Kalahari und ihre Tierwelt

Gemsbock in der KalahariDie Kalahari ist eine riesige Halbwüste im südlichen Afrika. Sie ist das Rückzugsgebiet der Buschmenschen, die in der Trockensavanne ihre Jagdgebiete haben. Stell dir vor, du siehst nur trockene Gräser, hin und wieder eine Akazie oder einen Marulabaum. Auf einer Fläche, die drei Mal so groß ist wie Deutschland, wächst fast nur trockenes Gras. Dieses riesige Gebiet erstreckt sich über fünf Länder: Botswana, Südafrika, Namibia, Angola und Sambia.  

Landschaftliche Besonderheiten in der Kalahari

Datei:Okavango11.jpgDie Perle der Kalahari ist das Okavangodelta. Der Fluss Okavango versickert hier in vielerlei Verästelungen. Aus diesem Grund entstand mitten in der Trockensavanne ein riesiges Sumpfgebiet. Von oben betrachtet sieht das Okavango Delta wie ein Flickentepich aus mit seinen vielen Wasser- und Bauminseln. Die Trockengebiete sind ein ideales Rückzugsgebiet für Tiere. Mehr über das Okavango Delta

Die Etosha Pfanne - ein riesiger ausgetrockneter See in der Kalahari

Die Etosha-Pfanne im Etosha Nationalpark ist der Boden eines ehemaligen Sees im Norden Namibias. Der See ist heute ausgetrocknet. Der Name Etosha bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Denn der Boden ist teilweise salzverkrustet. Die Etosha-Pfanne erstreckt sich über fast 5 000 Quadratkilometer und bildet zusammen mit dem Oponono-See ein riesiges Feuchtgebiet in der Kalahari.

Herdentiere durchstreifen die Kalahari

Elephanten in der Namib Wüste (c) Patrick Giraud (cc) creative commons

In der Namib Wüste und der Kalahari leben Büffel, Antilopen, Rhinozerosse und Springböcke. Eine seltene Erscheinung sind Wüstenelefanten, die plötzlich und lautlos zwischen den Dünen auftauchen. Sie sind sehr scheu. Einige Herden haben sich vor Jahrhunderten vor den Jägern in die unwirtliche Wüste zurückgezogen und an die Trockenheit angepasst. Sie meiden die Nähe des Menschen. Es wirkt wie ein Wunder, in unwirtlichsten Regionen diese großen Säugetiere zu entdecken. Denn sie benötigen viel Wasser. Wie sie es schaffen, in den trockensten Gebieten zu überleben? Eines dieser Rätsel ist entschlüsselt: Die Wanderwege teilen sich Elefanten, Zebras, Gnus und Antilopen so ein, dass sie zwischen dem Morgen und Abend immer eine Wasserstelle anlaufen können. Wüstenelefanten bevorzugen ausgetrocknete Flussbette als Wanderwege. Sie können schon von weitem Wasser riechen. Deshalb folgen ihnen andere Herdentiere.

Elefanten im Etosha Nationalpark (c) Thomas SchochNamibia, Etosha Pfanne (c) Grace Willis

 

 

Die besten Wassersucher unter den Bewohnern der Kalahari sind die Antilopen. Sie können Wasser sogar über viele Kilometer hinweg riechen. Wenn sich in kleinen Flussenken  Wasser sammelt, sind sie als erste zur Stelle.  Elefanten richten sich nach unterirdischen Wasseradern. Außerdem sind die Rüsseltiere scharf auf die Früchte der Marulabäume. Wenn die Bäume im Februar Früchte tragen, kommen die Jumbos von weit her und plündern die Ernte.

Erdmännchen und Paviane - die prominentesten Bewohner der Kalahari

Erdmännchen in der Namib Wüste (c) Sara Joachim

Erdmännchen bevorzugen die Halbwüsten des südlichen Afrika. Sie leben in Gruppen von etwa dreißig Tieren und sind wahre Organisationsgenies. Ein Erdmännchen Paar bestimmt, und die anderen Mitglieder ordnen sich unter. Einige in einer Gruppe müssen immer Wachehalten, denn sie haben viele Feinde und wenig Schutzräume. Beim Wachehalten wechseln sie sich stundenweise ab, denn sie werden schnell müde. Sie sehen besser als Menschen und erkennen einen Feind bereits in vier Kilometer Entfernung.  Erdmännchen leben in Erdhöhlen. Sie graben aber nicht gerne. Deshalb erobern sie lieber die Höhlen von Erdhörnchen und verbreitern diese nur. Oft leben sie auch in freundlicher Nachbarschaft mit Erdhörnchen. Sie "sprechen" eine ähnliche Sprache und warnen sich gegenseitig vor Feinden. Sie ernähren sich vorwiegend von Insekten, Käfern und Samen. Erdmännchen verdanken ihren Namen der Eigenschaft, dass sie sich meist aufrecht bewegen. Sie sind außerordentlich neugierig. Noch vor Sonnenaufgang sind sie auf dem Posten und prüfen, ob in ihrem Revier alles seine Ordnung hat. Dann gehen einige von ihnen auf Futtersuche. Die wachsamen Bewohner der Kalahari müssen auf der Hut sein vor Greifvögeln, Schakalen und Schlangen, ihre größten Feinde. Manche Menschen halten sich Erdmännchen als Haustiere, denn sie warnen ihre Besitzer frühzeitig vor Schlangen.

Schon gewußt? Erdmännchen unterhalten sich in verschiedenen Dialekten. Die Erdmännchen der Kalahari verständigen sich mit anderen Laute als ihre Artgenossen in der südlichen Savanne.

Mantelpaviane in Felslandschaft (c) Dick MuddePaviane leben in den Felsengebieten der Halbwüste. Paviane sind sehr gesellig und sozial eingestellt. Die Weibchen kümmern sich um den eigenen Nachwuchs und versorgen auch die Jungen anderer Mütter. Manchmal passen auch die Männchen auf die Kleinen auf. Sie spielen mit ihnen und bringen ihnen bei, wie man sein Revier verteidigt. In der Gruppe herrscht eine klare Rangordnung. Die Männchen beherrschen das Rudel. Die Mütter haben über die Töchter das Sagen.

Seltene Jäger in der Halbwüste Kalahari

Kalahari Löwe (c) The animalIm Gefolge der Tierherden durchstreifen Löwen, Wildhunde und Geparde das Gebiet. Sie kommen vom Okavango-Delta und ziehen durch die Kalahari nach Süden, wenn der spärliche Regen schmackhafte Gräser und Wassertränken in die Landschaft zaubert. Unter den Jägern der Kalahari ist der an seine Umgebung gut angepasste Kalahari Löwe eine besondere Attraktion. Die San oder Buschmenschen haben eine magische Beziehung zu ihnen. Es heißt, dass sie sich früher mit ihnen die Beute teilten.

Caracal (c) Aaron LoganDer Karakal ist eine mittelgroße Katze. Ihren Namen verdankt sie der Schwarzfärbung der Ohren. Wegen seiner Ähnlichkeit mit den Luchsen wird er manchmal auch als Wüstenluchs bezeichnet. Karakale leben in Halbwüsten. Sie sind Einzelgänger, manchmal tauchen sie auch paarweise auf. Sie jagen nachts und bevorzugen große Reviere von 60 qkm und mehr.

Partner im Überleben: Akazien und Termiten

Akazienbraum in der Wüste (c) MoongateclimberAkazienbäume, Büsche und Wüstengräser wachsen in der Kalahari. Akazienbäume sind Mimosengewächse. Sie wehren sich mit spitzen Stacheln gegen Pflanzenfresser. Wie die Palmen in der Sahara trinken sie mit ihren langen Wurzeln Wasser aus tiefliegenden Wasseradern. Beschützer und Nutznieser der Akazien sind Termiten.

Termiten (c) Tullius (cc) creative commonsTermiten bauen ihre Nester gerne in der Nähe von Akazien. Mit den Bäumen bilden sie eine Nutzgemeinschaft. Sie erhalten Nährstoffe aus den Blättern des Baumes. Im Gegenzug schützen sie ihn vor Fressfeinden. Termiten sind staatenbildende Insekten. Bis zu eine Million der Insekten bilden einen Staat. Eine Königin beherrscht das Termitenvolk. Termitenhügel werden bis zu zehn Meter hoch, in der Tiefe erreichen sie einen Durchmesser von 30 Metern. Termiten brauchen mehrere Jahrhunderte, um einen Bau von solcher Große herzustellen. Einige Tiere ernähren sich von Termiten. Paviane stochern mit Ästen in dem Bau, um die wehrhaften Insekten hervorzulocken. Termiten zählen auch zum "Bushmeat" der San.

Elenantilopen (c) Hans Hillewaert

Nutztiere am Rand der Kalahari

In letzter Zeit hat sich die Kalahari stark verändert. Riesige Rinderfarmen wurden an den Rändern der Wüste gebaut. Kilometerlange Zäune durchtrennen das Wandergebiet der Wildtiere. Und im Zentrum des Nationalparks Kalahari Game Reserve werden Diamanten abgebaut. Der Wasserspiegel sinkt, die einstigen Wasserlöcher trocknen aus. Jäger und Viehzüchter, Tier und Mensch müssen kooperieren, um die Gesetze der Natur zu wahren. Lernen wir von den Buschmenschen, dem fabelhaften Volk in der Kalahari, die sehr viel über das Überleben in unwirtlichen Regionen Bescheid wissen.

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