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Namibia

Flagge von Namibia (c) wikicommonsNamibia liegt im Südwesten von Afrika, am Atlantischen Ozean. Mit etwa 824.300 qkm ist das Land zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Mit 2,2 Millionen Einwohnern ist es jedoch das dünnst besiedelte Land der Welt.

Lage und Landschaften

Karte von Namibia (c) WikicommonsIm Norden von Namibia liegt Angola, im Osten Botswana. Die natürliche Grenze zu Südafrika bildet der Oranje Fluss. In der Mitte Namibias erstreckt sich eine riesige Hochebene. Namibia ist ein Wüstenland. Im Osten dringt die Kalahari Wüste in das Land vor. Der Westen ist von der Namib Wüste bedeckt. Die Wüste ist Namensgeber für das Land. Sie nimmt die gesamte Küste ein. Im Nordosten ragt der Caprivi Zipfel wie ein Finger ins Innere des Kontinents. In den Otavibergen im Norden von Kenia liegt die Dragon's Breath Cave, die Höhle des Drachenatems. Sie beherbergt den größten Unterwassersee der Welt. Er erstreckt sich 66 Meter unter der Erde und ist so groß wie zwei Fußballfelder.

Namib Wüste (c) MarcoFishriver Canyon (c) Rudi BosbouerKöcherbaumwald (c) Hans Stieglitz

Das trocken-heiße Klima lässt nur im Hochland eine üppige Vegetation gedeihen. Hier wachsen Butterbaum, Balsambaum, Stinkbusch oder Wüstenkohlrabi. Der Köcherbaumwald - rechts im Bild - ist eine Besonderheit im südlichen Namibia.  Köcherbäume werden bis zu neun Meter hoch und verfügen über einen dicken, wächsernen Stamm. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass die Buschmänner Namibias sich aus den Ästen Köcher für ihre Pfeile schnitzen.

Windhoek – eine Stadt an einem zugigen Eck

Windhuk Skyline (c) Bries Die Hauptstadt Windoek liegt auf der Hochebene, mitten in Namibia. Die Gründer, weiße Siedler, haben sich ein zugiges Eck für ihre einstige Siedlung gewählt. Daher auch der Name Windhoek. Aus der einstigen Siedlung entwickelte sich später die Hauptstadt von Namibia. Neben wilhelminischer Kolonialarchitektur findest du in der Stadt auch heute noch die Spuren der südafrikanischen Apartheidära. Das Township Katutura ist ein abschreckendes Überbleibsel aus dieser Zeit. Das Foto links zeigt Windhoek vom Güterbahnhof aus gesehen.

Wilde Landschaften und Geisterstädte

Sandboarding in Swakopmund (c) terra-novaNamibia besitzt wilde Wüstenlandschaften, geheimnisvolle Geisterstädte und eine raue Skelettküste mit verwitterten Schiffsrümpfen. Das Sossusvlei ist eine der eindrucksvollsten Wüstenlandschaften in der Namib Wüste. In der Sprache  der Herero - ein Volk in Namibia - bedeutet Sossusvlei "blinder Fluss". Das Zentrum dieser Landschaft besteht in einer Senke, die von mächtigen Sanddünen umschlossen wird. Nur alle 10 Jahre füllt sich die Senke nach heftigen Regenfällen mit Wasser. Dann bildet sich ein wundervoller, türkisblauer See inmitten der Wüste. Wüste ist langweilig? Ganz und gar nicht. Auf den Dünenkämmen kann man nämlich Sandboarden. Mehr über die Namib Wüste

Was die Wüste über Schiffe erzählt

http://www.8thingstodo.com/wp-content/uploads/2013/01/Skeleton-Coast-Namibia-A-Graveyard-of-Shipwrecks.jpg

Skelettküsten Park (c) Energie 1966Kolmannskop Geisterstadt (c) Robert Raderschatt

Die Skelettküste im Nordwesten Namibias ist eine der lebensfeindlichsten Landschaften der Welt. Geologisch gehört sie zu den ältesten Gesteinsformationen der Erde. Sie besitzt ein sagenhaftes Alter von 1,5 Milliarden Jahren. Ihren Namen verdankt die Skelettküste den Schiffen, die hier wegen des stürmischen Wetters sanken und an Land gespült wurden. Der Strand ist gesäumt mit verrotteten Schiffsrümpfen, die das Meer seit vielen Jahrhunderten hier angespült hat. Sie zeugen von den dramatischen Schiffsunglücken, die sich hier ereigneten. Die Seeleute, die das Unglück überlebten und sich an Land retten konnten, verdursteten meistens in der trockenen Wüste. Bist du schon einmal in einer Geisterstadt gewesen? Die Geisterstadt Kolmannskuppe liegt nahe bei der Hafenstadt Lüderitz. Sobald du den Ort betrittst, fühlst du dich zurückversetzt in die Zeit des Deutschen Kaiserreiches. Denn Namibia war einst eine deutsche Kolonie. Mehr über die Geisterstadt

Magische Orte in Namibia

Das Brandbergmassiv liegt im Westen des Landes, rund 90 km vom Atlantik entfernt. Zu dem Bergmassiv zählt der Königstein, der mit 2573 m der höchste Berg Namibias ist. Der Name "Brandberg" stammt von der glühenden Farbe, in der der Berg erscheint, wenn die Sonne von Westen auf ihn scheint. Die Herero nennen den Brandberg auch Omukuruwaro, den „Berg der Götter“.

Brandbergmassiv (c) Joel Holdsworth

Twyfelfontein heißt ein Tal mit einer Quelle im trockenen Damara Bergland. In dieser Gegend sind auf engem Raum tausende Felsbilder versammelt, die zu den ältesten Darstellungen in Afrika gehören. Über viele Jahrtausende hielten die ältesten Bewohner Namibias, die Buschmenschen, auf dem Platz ihre Rituale ab. Mehr über die Buschmenschen

Twyfelfontain - Felsmalerei der San (c) Joachim HuberFelszeichnungen in Twyfelfontein (c) Schnobby

 

 

 

Völker und Sprachen

Achtzig Prozent der Bevölkerung sind Schwarzafrikaner, fünf Prozent sind Weiße. Himba, Herero, Nama, Khoikoi und Buschmenschen leben hier ebenso wie Nachfahren weißer Siedler. Amtssprache ist englisch, doch man hört hier viele andere Sprachen, denn die meisten Afrikaner sprechen noch ihre Volkssprache. Auffallend ist besonders die Sprache der Buschmenschen, die aus typischen Klicklauten besteht.
Bierbrauerinnen verkaufen frisches Bier (c) Greg WillisMartha und Simon, Einwohner von Namibia (c) Greg WillisSan-Kinder beim Spielen (c) Steven Gorry - Survival International

Kindergärten und Schulen fördern Mehrsprachigkeit

Pinocchio Kindergarten in Katutura (c) WewoewiIn den Städten Namibias kannst du Kindergärten und Vorschulen besuchen, wie diesen Pinocchio Kindergarten links im Bild. Auf dem Land sieht es nicht so gut aus. Kinder sind Teil des Farmlebens, sie eignen sich das Wissen auf Farmschulen an. In diesen kleinen Schulen werden Kinder aus verschiedenen Jahrgängen gemeinsam unterrichtet. Die jüngeren Schüler profitieren von dem Wissen der Älteren. Schulen, Berufsschulen und Gymnasien in den Städten sind ähnlich wie unsere Schulen organisiert. In Namibia gibt es übrigens die meisten deutschsprachigen Schulen und Kindergärten von ganz Afrika. Die Förderung von Mehrsprachigkeit ist ein besonderes Merkmal namibischer Schulen. 

Industrie, Rohstoffe und Bodenschätze

Swakopmund (c) Brian McMorrow

Namibia ist Afrikas viertgrößter Produzent von Mineralien und Diamanten. Fisch und Fischprodukte, Kupfer und Blei sind die wichtigsten Exportgüter von Namibia. Der Bergbau ist neben dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Vor allem die reichen Diamanten- und Uranerz-Vorkommen machen das Land zu einem der wohlhabendsten im südlichen Afrika. Wo viel Bergbau betrieben wird, findet sich meist ein gut ausgebautes Schienennetz. Das Schienennetz Namibias stammt noch aus der deutschen Kolonialzeit. Es verbindet alle größeren Orte Namibias und ist aus dem Güterverkehr nicht mehr wegzudenken.

Namibias Tierwelt

Steppenzebra im Etosha Nationalpark (c) Thomas SchochTrotz der unwirtlichen Landschaften leben in Namibia viele Tiere. Die Regierung hat viele weitläufige Reservate eingerichtet. Der größte Park ist der Etosha Nationalpark. An den Wasserstellen des Parks kannst du die meisten Tiere der Savanne entdecken. Selbst an die extremen Lebensbedingungen im Sossusvlei haben sich einige Tiere angepasst wie der Spießbock. Neben Säugetieren sind es  Eidechsen, Schlangen, Geckos und Käfer, die dafür sorgen, dass die Wüste lebt. Mehr über Tiere in der Namib Wüste

Feiern und Feste

Performance namibischer Künstler (c) westerncape.govIn Namibia stehen 13 gesetzliche Feiertage auf dem Kalender. Die Namibier sind im Feiern konsequent. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird dieser Tag grundsätzlich am folgenden Montag nachgeholt. Nationalfeiertag ist der 21. März, dieser Tag der Unabhängigkeit wird mit farbenprächtigen Umzügen begangen. Der Hererotag  ist ein besonderer Tag. Er wird in der Stadt Okahandja am letzten Wochenende im August gefeiert. Dabei wird an die Schlacht am Waterberg erinnert und an die dort bestatteten Herero Führer Tjamuaha und Samuel Maharero.

Geschichte

Reiterdenkmal in Windhoek (c) SwakoPDie wechselvolle Geschichte Namibias findest du in fast jedem Winkel des Landes. Die frühesten Felszeichnungen stammen von den Ureinwohnern Namibias, den San oder Buschmenschen, wie sie auch genannt werden. An der Skelettküste stößt du auf die Spuren der ersten Landung der Europäer, am südlichen Küstenabschnitt auf die Hinterlassenschaft der Diamantensucher. In den Städten begegnen einem noch die traurigen Überbleibsel der Apartheid. Mehr zur Geschichte von Namibia

Namibia Heute

Tintenpalast Windhuk Parlament (c) Georgio

1989 fanden die ersten freien Wahlen in Namibia statt. Die Partei, die sich für die Abschaffung der Rassentrennung eingesetzt hatte, siegte. Sie nannte sich SWAPO. Eine neue Verfassung wurde geschrieben, nach dem Vorbild der US-amerikanischen Verfassung. Mit der Verabschiedung der Verfassung am 21. März 1990 war Namibia unabhängig. Seither stellt die SWAPO sowohl Präsident als auch die Regierung Namibias. Neben der Regierungspartei existieren viele Oppositionsparteien. Die Homelands, Ghettos für die schwarze Bevölkerung, wurden 1993 abgeschafft. Jedes Gebiet, jedes Stadtviertel, jedes Gebäude durfte wieder von Schwarzen betreten werden. Heute gilt Namibia als ein politisch stabiles Land. Die Förderung der Bildung ist ein Schwerpunkt in der Politik. Auch die freie Presse ist ein Zeichen dafür, dass Namibia auf dem Weg zu einer modernen Gesellschaft ist. Der Sitz des Parlaments, links im Bild, wird von der Bevölkerung spöttisch  "Tintenpalast" genannt, wegen des hohen Tintenverbrauchs der Abgeordneten.

Vogel Strauß (c) Glare WillisDie meisten Märchen über die Tiere Namibias kennen die Buschmenschen. Hier findest du die Buschmann Geschichte Mantis und der törichte Vogel Strauß

 

Mehr über Afrika erfährst du in:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

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