
Im südlichen Afrika sind viele Naturparks und Wildreservate geschaffen worden, um die Tiere der Wüste, der Savanne und der Bergwelt zu schützen. Sie dürfen in diesen Reservaten nicht gejagt werden. Man kann Giraffen, Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen, Zebras, Antilopen und andere Wildtiere bei ihren Wanderungen durch die Ebenen beobachten.

Weiße Löwen sind äußerst selten. Weltweit hat man nur etwa fünfhundert Tiere gezählt. Man findet sie - außer in Zoos - nur in Südafrika, in der Gegend von Timbavati. Die Einheimischen betrachten sie als heilige Tiere und schützen sie vor Jägern und Wilderern. Manche glauben, durch ihre weiße Farbe wären sie weniger gut getarnt als ihre honigfarbenen Verwandten. Doch sie sind klug und gute Jäger.

Erdmännchen findet man nur im südlichen Afrika. Sie leben in den Savannen wie auch in den Halbwüsten, wo die Lebendsbedingungen auch für genügsame Tiere besonders hart sind. Da sie sehr neugierig sind, wagen sie sich auch in die Nähe menschlicher Siedlungen. Sie dringen gerne in die Vorstädte ein und plündern leerstehende Häuser. Manche Bewohner richten sie ab zum Aufspüren von Schlangen. Mehr über Erdmännchen findest du unter Tiere der Kalahari
Tierforscher treffen eine Unterscheidung zwischen weißen und schwarzen Nashörnern. Das schwarze Nashorn hat eine bewegliche Oberlippe, mit der es Blätter und Zweige abrupfen kann. Das weiße Nashorn hat eine breite Oberlippe und frißt Gras. Leider treffen Wilderer nicht diese Unterscheidung. Sie jagen beiden Arten und verdienen sehr viel Geld am Verkauf der Hörner. Nashörner leben meist allein oder in kleinen Familiengruppen. Sie schätzen eine Wasserstelle in ihrer Nähe, denn sie lieben Schlammbäder. Sie sind sehr ortsgebunden. Mehr über die Tiere der Savannne
Du wirst im südlichen Afrika keine Safari erleben ohne dass du Paviane triffst. Sie sind überall da, wo Touristen auftauchen. Denn sie sind neugierig, kontaktfreudig und nach menschlichen Maßstäben außerordentlich diebisch. Hier belagern sie eine Straße durch ein Safarigebiet. Wenn sie ein Auto entern, dann ist wirklich nichts vor ihnen sicher. Denn sie leben in großen Herden, sind gut organisiert mit Spähern und Wächtern, die ansagen, wo sich mögliche Opfer nähern. Und dann starten die dominanten Männchen ihren Frontalangriff. Rette sich wer kann!
Honigdachs und Honiganzeiger sind ein räuberisches Dreamteam. Beide teilen die Leidenschaft für Honig bzw. für Bienen.
Der Honiganzeiger ist ein unscheinbarer Vogel. Mit seinem braun und grau gefiederten Federkleid und dem kräftigen Schnabel fällt er in der Savanne kaum auf, aber der kleine Kerl hat es in sich. Wie sein Name verrät, ernährt er sich von Bienen oder anderen geflügelten Insekten. Aber er macht sich nicht die Mühe, einzelne Bienen zu fangen, sondern sucht sich einen Partner, der die Hauptarbeit für ihn erledigt. Mit lauten Rufen lockt er den Honigdachs zu einem Bienenstock, dann wartet er in einiger Entfernung darauf, dass der Dachs den Bienenstock aufbricht. Während der Honigdachs dann die Bienenwaben verputzt, tut sich der Honiganzeiger an dem ganzen Schwarm von Insekten gütlich, die aufgeregt aus dem Bienenstock fliegen.
Der Honigdachs ist das mutigste Tier der Savanne! Er ist verfressen, aber völlig angstfrei. Kein stärkeres Tier jagt ihm Angst ein. Er nimmt es mit Hyänen und Löwen auf und zeigt ihnen durch seine Tücke, wer der Stärkere ist. Er greift nämlich die Geschlechtsteile von Angreifern an. Selbst Menschen sind nicht vor seinen Attacken sicher, wenn es um die Beute geht. Rastlos brettert der schwarzweiß gefärbte Honigdachs durch die Savanne und verspeist Insekten, Vögel, Nager und Schlangen. Selbst die giftigsten Exemplare verfolgt er bis in Baumkronen, um sie zu fressen. Bienenstöcke sind sein absolutes Leibgericht. Deshalb hat er immer die Ohren gespitzt, ob ihn nicht der Ruf eines Honiganzeigers zu einem Bienenstock führt. Die schmerzhaften Nasenstiche der wütenden Insekten stören ihn nicht, Hauptsache, er kann sich den Magen voll schlagen.
Schon gewußt? Der Honiganzeiger ist ein Brutparasit. Er brütet seine Eier nicht selbst, sondern legt sie - wie unser Kuckuck - in Nestern anderer Vogelarten ab. Schon kurz nach dem Schlüpfen beginnt der junge Honiganzeiger, seine »Stiefgeschwister« tot zu beißen. So ist er schon nach kurzem alleiniger Nestinsasse und muss sein Futter mit niemandem teilen.
Aufgrund seiner besonderen Fähigkeiten spielt der Honiganzeiger eine wichtige Rolle in afrikanischen Märchen. Denn auch Menschen ruft der Honiganzeiger herbei, wenn gerade kein Dachs in der Nähe ist. Die Arbeitsteilung ist aber dieselbe. Die Menschen ernten den Honig, der Honigdachs macht sich über die Bienen her. Doch die Menschen lassen dem Honiganzeiger immer etwas Honig zurück, als Belohnung, damit der clevere Insektenfresser sie auch das nächste mal wieder zu einem Bienenstock führt.
Die Sümpfe des Okavangodeltas sind das Reich der Flusspferde, Krokodile und der Vögel. Wenn in der Kalahari Trockenheit herrscht, dann ist der Wasserstand im Okavango Delta besonders hoch. Dann wandern alle Tiere der Wüste und der Savanne zum Trinken ins Sumpfgebiet des Okavango. Mehr zu den Tieren im Okavango Delta
In den Savannen gibt es Spinnen in unvorstellbarer Zahl. Sie sind die größten Raubtiere im Buschland, gemessen an ihrer Beute. Manche sind so groß, dass sie Fledermäuse oder kleine Singvögel mit ihrem Spinnennetz fangen. Eine prominente Spinnenart ist die Rain Spider oder Regenspinne. Sie ist in Südafrika sehr verbreitet. Die Achtbeiner gelten als harmlos, sind aber aufgrund ihrer Größe gewöhnungsbedürftig.
Regenspinnen bauen Nester aus Blättern und kleinen Holzstücken, worin sie ihre Eier ablegen. Die Spinne umgarnt das Nest mit vielen Spinnenfäden, zur Befestigung des Nests spinnt sie nur ein paar aber sehr feste Haltefäden. Manchmal sind die Nester so groß wie ein Tennisball. Ihren Namen hat die Spinne von der Gewohnheit, bei Regen einen trockenen Platz aufzusuchen. Ihr natürlicher Feind sind Wespen, die sie angreifen und zu Tode stechen. Warum Wespen das tun, weiß man nicht. Die Regenspinne kann ausgewachsen so groß werden wie die Hand eines Erwachsenen.
Es gibt in Südafrika über dreißig giftige Schlangen, und ein Drittel davon ist auch für den Menschen gefährlich. Zu den gefährlichsten zählt die Speikobra. Sie verspritzt ihr Gift, zielt dabei genau auf die Augen und trifft auch meistens. Außerdem kann sie auch noch zubeißen. Das Gift der verwandten Kapkobra ist ebenso gefährlich. Es führt zur Muskellähmung, Atemstillstand und Herzversagen. Giftig und dazu auch noch häufig vorkommend ist die Puffotter. Sie verbirgt sich im Gras, unter Büschen oder Steinen, kommt man ihr zu nahe, beißt sie blitzschnell zu.
Die größte Giftschlange Afrikas ist die Schwarze Mamba. Zwei Tropfen ihres Gifts reichen aus, um einen Menschen zu töten. Sie ist die zweitgiftigste Schlange der Welt. Nur die Königskobra ist noch giftiger. Auf der Jagd hält sich die Schwarze Mamba gern im Geäst von Bäumen oder im Gebüsch auf, wo man sie kaum erkennen kann.
Sie ernährt sich von kleinen Säugetieren wie Mäusen, Ratten, Hörnchen. Sie jagt auch Vögel und plündert Vogelnester. Sie schleicht sich an ihre Beute an, beißt schnell zu und wartet, bis ihr Gift die Beute lähmt. Dann verschlingt sie ihr Opfer. Begegnungen zwischen der Schwarzen Mamba und dem Menschen sind relativ häufig, da sich die Schlange auch gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhält. Im Dachstuhl oder im Stall sucht sie sich einen Ruheplatz. Meist geht sie den Menschen aus dem Weg, wird sie aber gestört, schlägt sie zu. Sie sie eine der aggressivsten und schnellsten Giftschlangen. Ihre nahe Verwandte ist die Grüne Mamba, die ebenso giftig ist wie die Schwarze Mamba. Sie ist nervös und schlägt blitzschnell zu, wenn sie sich angegriffen fühlt.
Wale sind ein Spektakel an der Südküste Afrikas. Die Südafrikaner empfangen sie mit einem Fest empfangen, wenn sie Ende Juli aus der Antarktis kommen, um hier ihre Jungen zu gebären und großzuziehen. Wale sind Gesangskünstler. Jede Walart hat ihre eigenen Gesänge. Und jeder Wal bildet seine eigene Variation der Gesänge. Ihre Gesänge sind in der Tiefe des Meeres meilenweit zu hören. Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die Wale fast ausgestorben. Dank eines Artenschutzabkommens haben sich die Wale wieder erholt.
Wildhunde und Seelöwen scheinen in trauter Nähe an der Küste von Namibia zu leben. Doch der Schein trügt. Wenn ein Seelöwenjunges nicht kräftig genug ist, um zu überleben, machen Wildhunde fette Beute. Deshalb passen Seelöwenmütter besonders gut auf ihren Nachwuchs auf. An den Küsten von Südafrika leben Seehunde in großen Kolonien. Sie sind neugierig und unternehmungslustig. An Land sind sie langsam, denn mit ihren Hinterflossen können sie nicht gehen. Aber unter Wasser sind sie flink und können bis zu 200 Meter tief tauchen.
Pingune sind Seevögel, können aber nicht fliegen. Sie wurden in Europa erst durch den Seefahrer Vasco Di Gama bekannt. Sie trifft man in der Gegend rund um das Cap. Sie sind sehr neugierige Vögel und an Land weitgehend furchtlos. Denn hier haben sie kaum Feinde. Gerne machen sie es sich unter parkenden Autos bequem. Deshalb gucken Südafrikaner immer erst unter ihr Auto, bevor sie losfahren. Pinguine ernähren sich von Fischen. Und Menschen essen keine Pinguine. Vermutlich deshalb haben die meisten Pinguine von Natur aus keine Angst vor Menschen. Die ersten Antarktis-Reisenden haben vermutet, sie seien von den Vögeln selbst für etwas seltsam gebaute Pinguine gehalten worden.