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Liberia ist ein westafrikanisches Land am Atlantik. Mit 111.370 Quadratkilometer ist die Republik etwa halb so groß wie Großbritannien und mit über 4 Millionen Bewohnern nicht sehr dicht besiedelt.

Liberia grenzt an Sierra Leone im Westen, Guinea im Norden und der Elfenbeinküste im Osten. Im Westen besitzt es dank seiner schmalen Form einen langen, malerischen Küstenstreifen. An den zahlreichen Flussmündungen haben sich aus ehemaligen Fischerdörfern und Forts große Städte entwickelt.
Das Land besteht zum großen Teil aus einer Hochebene mit tropischen Regenwäldern. Ein reiches Netz an großen und kleineren Flüssen durchzieht das Land. Liberia liegt in Äquatornähe. Es ist daher heiß und feucht. Vor allem in Küstennähe wachsen noch ursprünglichen Regenwälder. Die Küsten werden gesäumt von traumhaft schönen Mangrovenwäldern. Je weiter man ins Landesinnere gelangt, umso trockener und steppenartiger wird die Landschaft.

Liberias Hauptstadt Monrovia liegt an der Küste. Die Stadt wurde 1560 als Handelsstützpunkt von Portugiesen gegründet und entwickelte sich seit dem 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Knotenpunkt im Seeverkehr. 1821 kamen die ersten befreiten Sklaven aus Amerika im Hafen von Monrovia an. Sie waren Nachfahren der einstmals versklavten Afrikaner, die Jahrhunderte zuvor von europäischen Händlern in die Neue Welt verschleppt worden waren. Diese Nachfahren benannten die Stadt ein Jahr später um in Monrovia, so genannt zu Ehren des amerikanischen Präsidenten James Monroe, der die Ansiedelung ehemaliger Sklaven in Afrika unterstützte. Heute leben in Monrovia mehr als 1,7 Millionen Menschen. Bekannt ist die Stadt heute für den großen Waterside Market. Der Hafen ist auch der markanteste Teil dieser Stadt.
Liberia ist ein Vielvölkerstaat mit einer bunten Mischung aus eingewanderten Afro-Amerikanern und sechzehn verschiedenen Völkern. Die beiden Hauptvölker sind die Mande- und die Kruvölker.


Englisch ist Amtssprache, daneben werden 16 Stammessprachen gesprochen. Die Küstenbewohner sind Anhänger des christlichen Glaubens, im Landesinneren wird der traditionelle afrikanische Glaube gepflegt. Man nennt diese Gläubigen Animisten. Der 26. Juli gilt seit der Unabhängigkeit als Nationalfeiertag.
Die Mehrzahl der Liberianer kann Lesen und Schreiben. Dabei sind Schulen auf dem Land noch selten. Mädchen werden auf dem Land traditionell erzogen, sie müssen zu Hause mithelfen und werden auf die Ehe vorbereitet. Doch Liberias Regierung betont, dass Mädchen für die Entwicklung Liberias unersetzlich sind. Sie fördert Mädchenbildung und führte den kostenlosen Grundschulbesuch ein. Der Erfolg ist überwältigend. Seitdem hat sich die Zahl der Kinder verdoppelt, die die Schule besuchen. Allerdings lässt die Qualität der Schulen zu wünschen übrig: Oft sind sie zu klein für die Zahl der Kinder. Und auch die Lehrer sind nicht immer gut ausgebildet.
Derzeit zählt Liberia noch zu den ärmeren Ländern der Welt. Die Hälfte der Bevölkerung lebt von weniger als 150 Euro im Jahr. Dabei ist das Land fruchtbar, die Böden sind für den Feldanbau gut geeignet. Mit seinen zahlreichen Flüssen besitzt das Land auch genügend Wasser. Doch die Infrastruktur ist noch nicht wieder aufgebaut worden. Straßen sind zerstört, die Versorgung mit Elektrizität und Wasser wird erst langsam wieder aufgebaut. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Liberia hat gute Aussichten, sich zu entwickeln. Es verfügt über wertvolle Rohstoffe wie Kautschuk, Eisenerz, Gold, Diamanten und Holz. Ziel der Regierung ist es, dass Liberia in 10 Jahren unabhängig von Entwicklungshilfe wird.

Westafrika ist für seine bunten Märkte bekannt. Besonders eindrucksvoll ist der Waterside Market in Monrovia. Er liegt nahe am Meer, ist riesig und an Buntheit nur schwer zu übertreffen. Es gibt hier wirklich alles zu kaufen, Obst, Gemüse, Kleider, Handys, Autos, Gerätschaften für den Haushalt, Werkzeuge und jede Menge Kunsthandwerk und Schmuck. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Nationalmuseum in Monrovia, der Nationalpark Sapo und der malerische Piso See im Nordwesten des Landes.
Liberia besitzt nur einen Nationalpark, den Sapo-Nationalpark. Über eine Fläche von 1.400 Quadratkilometern erstreckt sich ein Schutzgebiet aus tropischem Regenwald und Sumpfgebiet. Viele bunte Vögel und Raubvögel nisten hier wie Fischadler oder Graupapageien. In den Wäldern leben Riesenwaldschweine, Warzenschweine sowie das bedrohte Zwergflusspferd, das übrigens auch mit dem Wildschwein verwandt ist. Sternförmig angelegte Trampelpfade durch die Wälder weisen darauf hin, dass dieses Gebiet auch von Waldelefanten bewohnt wird. Waldelefanten sind die kleinen Verwandten der Savannen-Dickhäuter. Weitere Bewohner des Parks sind verschiedene Affenarten, Pangoline, Turacos und Mungos. In den Savannen leben Antilopen, Löwen, Leoparden und andere Raubtiere der Savanne. Zu Zeiten des Bürgerkriegs in Liberia lebten viele Menschen vom Jagen und Verkaufen der wertvollen Tiere. Mittlerweile ist die Jagd auf Schimpansen verboten, nicht aber die auf die seltenen Zwergflusspferde. Bei den Einheimischen sind sie begehrt, nicht nur wegen ihres Fleisches sondern auch wegen der schön geformten Zähne, die zu Halsketten verarbeitet werden.
Liberia bedeutet etwa freies Land oder Land der Befreiten. Es wurde 1822 am Golf von Guinea gegründet, um freigelassene Sklaven aus den USA anzusiedeln. Die frühesten Zeugnisse menschlicher Besiedelung stammen aus der späten Jungsteinzeit. Aus dem Norden wanderten Völker ein, die in der wildreichen Savanne jagten. Im 18. Jahrhundert wurde das Land dem britischen Kolonialreich einverleibt. 1822 kaufte der amerikanische Kolonisationsverein einen Küstenstreifen im Gebiet des heutigen Liberia und siedelte freigelassene afrikanische Sklaven dort an. Die einstigen Sklaven waren politisch gebildet und formierten sich bald zu einer neue Elite. Die ersten Konflikte mit der einheimischen Bevölkerung entflammten. 1847 wurde Liberia unabhängig und war damit der erste unabhängige Staat Afrikas. Nicht alle freuten sich über die neu gewonnene Freiheit. Die Spaltung im Land zwischen den Nachkommen ehemaliger Sklaven und den ansässigen Völkern war zu tief, die Konflikte um Land und lukrative Posten hielten an. Mehr über die Geschichte von Liberia
Liberia ist eine Präsidialrepublik mit Senat und Repräsentantenhaus. Das Staatsoberhaupt wird für sechs Jahre gewählt. Seit 2006 wird das Land von einer Frau regiert, der Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Sie ist die erste schwarze Präsidentin, die ein afrikanisches Land regiert. Auf sie warten große Aufgaben. Sie muss das Land wieder aufbauen, die Korruption bekämpfen und ehemalige Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft eingliedern. Besonderes Augenmerk richtet die Regierung auf den Aufbau von Schulen und Universitäten. Die Frauen und Mädchen Liberias haben bewiesen, dass sie einen Bürgerkrieg beenden können. Nun ist eine Regierung mit Frauen in Spitzenpositionen angetreten, um Mädchen verstärkt zu fördern. Denn nur mit ihrem Einsatz kann Liberia von Armut, Diskriminierung und Krankheiten befreit werden.
Schon gewußt? Ellen Johnson Sirleaf und ihre Mitstreiterin Leymah Gbowee erhielten 2011 den Friedennobelpreis für ihren Einsatz für Frieden in Liberia und setzten damit ein Zeichen für die Beteiligung von Frauen in den Regierungen von ganz Afrika.
Liberia zählt zu den westafrikanischen Ländern, die vom Ausbruch der Ebola Epidemie 2014 besonders betroffen sind. In manchen Bezirken gilt Ausgangssperre, die Städte sind menschenleer, die Märkte sind verlassen und die Schulen sind geschlossen. Nach jahrzehnte langen Bürgerkriegen ist das Gesundheitswesen zusammengebrochen. Es gibt nicht genügend Krankenhäuser und Ärzte, um die Seuche einzudämmen. Ausländische Hilfsorganisationen sind dabei, Krankenstationen aufzubauen und die nötigsten Medikamente und Hilfsmittel zu liefern. Experten rechnen damit, dass das Land erst im Jahr 2015 die Epidemie eindämmen kann.
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