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Simbabwe - der Garten Eden von Afrika

Flagge von Simbabwe c) wikimedia commonsSimbabwe liegt im südlichen Afrika. Das Land ist mit 390.580 qkm etwa so groß wie Deutschland und Dänemark zusammen, hat aber nur rund 12 Millionen Einwohner.

Simbabwe – das Land zwischen Sambesi und Limpopo

Karte von Simbabwe (c) CarportSimbabwe besitzt keinen Zugang zum Meer und wird deshalb als Binnenland bezeichnet. Der Sambesi bildet eine natürliche Grenze zu Sambia im Norden. Auf der Karte rechts siehst du das blaue Band des Kariba Stausees, der vom Sambesi gebildet wird. Im Süden trennt der Fluss Limpopo das Land von Südafrika. Botswana liegt im Westen von Simbabwe. Der Chimanimani Gebirgszug trennt im Osten das Land von Mozambik. Der höchste Berg Monte Binga ragt 2440 Meter hoch. Simbabwe liegt nahe am Südlichen Wendekreis und damit in der tropischen Zone. Doch es herrschen keine tropischen Temperaturen, denn das Land  befindet sich auf einem Binnenhochland. Deshalb ist das Klima gemäßigt.

Der Sambesi

Quelle: Simbabwe Reisen | afrika-travel.de

Quelle: Simbabwe Reisen | afrika-travel.de

Sambesi, nahe Victoria Fälle (c) Harvey Barrison

Der Sambesi ist der viertlängste Fluss in Afrika und der größte afrikanische Strom, der in den Indischen Ozean fliesst. Bekannt ist der Sambesi wegen der spektakulären Victoriafälle. Seine Quelle befindet sich in Sambia, auf der sogenannten Lundaschwelle. Er ist mit eine Länge von 2574 Kilometer etwa halb so lang wie der Nil. Er durchfliesst die Länder Angola, Sambia, Simbabwe und Mosambik und mündet in einem riesigen Delta in den Indischen Ozean. Viele bezeichnen den Sambesi als schönsten Fluss Afrikas, denn er durchzieht paradiesische  Landschaften und bildet weite, fruchtbare Deltas. Obwohl der Fluss sehr lang ist, wird er lediglich von acht Brücken überspannt.

Das Matopo Gebirge, ein Museum aus der Steinzeit

Balaning Rocks im Matopo Gebirge (c) Susan AdamsDas Matopo-Gebirge befindet sich südlich der Stadt Bulawayo.  Es beheimatet eine der umfangreichsten Ansammlungen von Steinzeitkunst und Höhlenmalereien im südlichen Afrika. Das Gebirge besteht aus Granithügeln und Schluchten, die mit Büschen bewachsen sind. Es ist ein unüberschaubares Gelände, in dem die Einwohner in Kriegszeiten ihr Vieh, ihre Frauen und ihre Kinder verstecken konnten. Die Gegend wirkt voller Geheimnisse und gilt als das Zentrum des Glaubens der Shona. Sie glauben, dass ihr Gott Mwari aus den Felsen spricht. In den Bergen pflegen sie in Orten wie Njelei und Dulu ihre alten Riten. In dem Gebirgszug liegt das Grab von Mzilikazi, dem Gründer des Matabele-Königreiches. Seit 2003 steht es auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Der Karibasee, einst eine Arche Noah für wilde Tiere, heute ein Paradies für Vögel

Kariba Stausee (c) SuesenDer Kariba Stausee liegt im Norden von Harare. Auf etwa 300 Kilometer Länge bildet der angestaute Sambesi das größte Gewässer im südlichen Afrika. Der Bau des Stausees wurde beschlossen, um Energie zu gewinnen. Doch die Bauherren und die Regierung nahmen keine Rücksicht auf die Völker und Tiere, die in dem Sambesi Tal lebten.  1960 wurde die 128 Meter hohe Staumauer fertig gestellt. Zwei Jahre später erreichte der See seinen Normalstand. Die bis dahin im Sambesi-Tal lebenden Tonga mussten ihre Häuser aufgeben und ihren Lebensraum verlassen. Tausende Wildtiere ertranken in den ansteigenden Fluten. Es gab internationale Proteste gegen die rücksichtslose Flutung des Tales. Doch die damalige Regierung unternahm nichts. Engagierte Umweltschützer retteten im Zuge der "Operation Noah" einige tausend Säugetiere. Sie wurden auf den Inseln im Karibasee angesiedelt. Heute hat sich der Wildtierbestand erholt. Von der Stadt Kariba aus kann man den See und seine kleinen Inseln auf Bootstouren erkunden. Zum Baden ist der See allerdings nicht geeignet, da sich tausende Krokodile die flachen Uferzonen erobert haben. Jährlich fallen ihnen mehrere Menschen zum Opfer, unvorsichtige Fischer etwa oder Frauen, die am Ufer ihre Wäsche waschen. Das südliche Ufer wurde wegen seines Artenreichtums an Vögeln, Fischen und Wildtieren unter Naturschutz gestellt. Am Kariba Stausee wird heute Energie für die beiden Länder Simbabwe und Sambia erzeugt.

Harare

Harare, Hauptstadt von Simbabwe (c) Damien Farrell Harare, die Hauptstadt Simbabwes, liegt im Nordosten des Landes. Die moderne, offene Stadt befindet sich auf den fruchtbaren Hochebenen der Provinz Mashonaland. Um die Stadt herum erstreckt sich Trockensavanne. Cecil Rhodes gründete die Stadt 1890 auf dem Gebiet des Shona-Häuptlings Harare. Er benannte sie nach dem damaligen britischen Premierminister Salisbury. Als Simbabwe unabhängig wurde, tauften die afrikanischen Stadtväter den Ort um in Harare, zu Ehren des einstigen Häuptlings. Harare bedeutet in der Sprache der Shona "jemand, der nicht schläft". Heute zählt die Stadt fast 1,6 Millionen Einwohner. Doch in den Townships rundum leben wahrscheinlich doppelt so viele Menschen. Die Stadt bildet mit ihrem großen Bahnhof und dem internationalen Flughafen der Verkehrsknotenpunkt von Simbabwe. Die breiten Straßen der Innenstadt sind mit blühenden Bäumen gesäumt. Zahlreichen Parks und Gärten machen Harare zur Gartenstadt Simbabwes. Aufgrund des sonnigen Klimas trägt sie auch den Beinamen "Sunshine City". Harare besitzt eine vielfältige Musikszene. An jeder Straßenecke findet man Musikclubs.

Völker und Sprachen

Eine Farm der Shona (c) UlammSimbabwe bedeutet „Haus aus Stein“. Der Name stammt von den Shona, einem Bantuvolk aus dem Kongobecken. Die Shona bauten in Simbabwe schon vor langer Zeit Häuser aus Stein. Auch heute bewohnen Kinder mit ihren Familien noch ähnliche Steinhäuser wie ihre Vorfahren. Meist sind sie rund und haben ein Strohdach. Die Häuser sind klein und haben meist nur ein Zimmer. Deshalb schlafen alle Kinder gemeinsam in einem Raum. Englisch zählt zwar zu den  Amtssprachen in Simbabwe, aber man hört meist die beiden anderen Amtssprachen Shona und Ndebele.

Die Shona und die Ndebele leben friedlich nebeneinander

Ndebele Frauen (c) PicmanDie Shona leben von der Landwirtschaft. Sie bauen Mais und Hirse an und züchten Rinder. Rinder spielen im sozialen Leben der Shona eine große Rolle. Die Anzahl der Rinder gilt als Maßstab für Wohlstand. Die Männer bezahlen mit Rindern den Brautpreis. Die Shona Dorfgemeinschaften wurden von einem Häuptling regiert. Er verteilte Land und war für die Rechtssprechung zuständig. Durch die zunehmende städtischen Lebensweise und die moderne Erziehung hat sich diese Tradition verändert. Die Ndebele aus dem Süden sind das zweite, große Volk in Simbabwe. Sie sind bekannt für ihre bunt bemalten Häuser. Das Bemalen ist Sache der Frauen, sie verbringen Monate damit, ihre Hauswände mit bunten Mustern zu versehen. Dabei helfen sie sich gegenseitig. Die Ndebele Frauen sind auch bekannt für ihren farbenfrohen Schmuck. Um den Hals tragen sie Schmuckringe, die sie nie mehr ablegen.

Christlicher Glaube und afrikanische Ahnengötter

Ein Zauberdoktor in Simbabwe (c) Hans HillewaertDie Bewohner von Simbabwe sind pragmatisch, was den Glauben betrifft. Durch die intensive Missionierung der einstigen britischen Kolonialmacht ist der christliche Glaube weit verbreitet. Etwa die Hälfte besucht die Kirchen des Landes und feiert die christlichen Feiertage.  Doch die meisten  pflegen ihre alten afrikanischen Glaubensvorstellungen wie den Ahnenglauben oder das Ausüben von Zauberei. Zauberdoktoren wie der Mann links im Bild sind geachtet und werden häufiger aufgesucht als westlich ausgebildete Ärzte. Sie besitzen ein großes Wissen über die Natur, kennen alle Heilkräuter und wissen, in welcher Dosierung manche Gifte heilsam sind. Sie mischen und verabreichen ihre Kräutermixturen in magischen Ritualen und beschwören dabei die Kraft der Ahnen.

Kinderspiele im Sand

In Simbabwe sind viele Böden noch nicht durch Asphalt versiegelt. Besonders in den Dörfern leben die Menschen auf festgetretener Erde. Und die Kinder spielen auf der Erde oder im Sand. Eines ihrer Lieblingsspiele ist Murmelfußball oder ein Versteckspiel. Das geht so. Ein Spieler errichtet einen kleinen Sandhaufen, in dem es einen Gegentand versteckt, eine kleine Frucht, einen schönen Stein oder einen Flaschenkorken. Die anderen Kinder setzen sich um den Sandhaufen herum und graben den Berg langsam ab. Das Kind, das den Gegenstand zuerst gefunden hat, hat gewonnen. Der Boden wird aber noch für andere Zwecke genutzt.

Schulen und Bildung

Schüler in Simbabwe (c) nytimesEinst waren Simbabwes Schulen ein Vorbild für andere afrikanische Länder. Doch seit in dem Land der Diktator Robert Mugabe herrscht, haben sich die Schulen verschlechtert. Viele Lehrer sind unterbezahlt oder müssen als Straßenhändler zusätzlich Geld verdienen. Zahlreiche Eltern können das hohe Schulgeld und die Kosten für Schuluniformen kaum aufbringen. Die meisten verdienen im Jahr im Durchschnitt etwa 500 Dollar. Für sie ist das Schulgeld in Höhe von 50 bis 200 Dollar im Jahr kaum erschwinglich. In den letzten drei Jahren  waren viele öffentliche Schulen geschlossen, denn die Staatskassen waren leet. Die Schulen, die geöffnet haben, sind oft überfüllt. Es gibt nicht genügend Lehrer und zuwenig Klassenräume. Deshalb übernehmen oft freiwillige Helfer den Unterricht. Sie unterrichten die Kinder im Freien, wenn nicht genügend Klassenräume verfügbar sind. Die Kinder versammeln sich dann unter Bäumen und schreiben ihre Aufgaben einfach in den Sand.

Wirtschaft und Bodenschätze

Farmer in Mkondo (c) Chima4maniIn früheren Zeiten galt Simbabwe als Kornkammer Afrikas. Der Boden im Hochland ist sehr fruchtbar und man könnte ihn gut bewirtschaften. Es wächst dort Mais, Soja und Tabak. Doch durch politische Entscheidungen, wie die Landreform, sanken die Ernteerträge dramatisch. Die Landreform bedeutete, dass weiße Bauern vertrieben wurden, die viel Erfahrung im Anbau hatten. Deren Farmland wurde der schwarzen Bevölkerung übertragen, die oft unerfahren war im Bewirtschaften großer Flächen. Zeitweise mußte sogar Getreide eingeführt werden, so miserabel warten die Erträge.  Auch der Bergbau und der Energiesektor sind fast vollständig zum Erliegen gekommen. Dabei besitzt das Land wertvolle Bodenschätze wie Gold, Platin, Nickel, Kupfer, Zinn, Diamanten und Kohle. Die Goldproduktion ging zwischen 1998 und 2007 um zwei Drittel zurück. Beim Goldabbau wird jedoch das giftige Quecksilber freigesetzt. Dadurch kam es zu zunehmenden Umweltproblemen. Nach Ansicht von Fachleuten hat Simbabwe ein immenses Diamantenpotential, hauptsächlich im Osten des Landes, wo sich die  große Marange-Mine befindet.

Sehenswürdigkeiten

Ruienenstadt in Simbabwe (c) Damien FarrellÜberall in Simbabwe begegnet man dem Zauber der Vergangenheit. Denn die landschaftliche Schönheit und die günstigen klimatischen Verhältnisse haben seit Urzeiten zahlreiche Völker angezogen. Die Völker der Frühzeit hinterließen eindrucksvolle Höhlenmalereien. Frühe Siedlungen sind bis heute erhalten. In 10.000 Jahre alten Ruinenstädten kann man noch erhaltene Stadtstrukturen erkennen. Auch  frühe Bergwerke, in denen Erze und Eisen abgebaut wurden, sind gut erhalten. Wenn du nach Simbabwe reist, musst du drei Orte besuchen: die Victoria Fälle, den Hwange Nationalpark und die Ruinen des alten Shona Reiches Groß Zimbabwe.

Nationalparks für wilde  Tiere

Weiße Nashörner im Matopo Nationalpark (c) Susan AdamsIn Simbabwe wurden zahlreiche Nationalparks geschaffen, um die reiche Tierwelt zu schützen. Mehr als 12 Prozent der Landfläche wurden für sie reserviert. Der größte Nationalpark Simbabwes ist der Hwange Nationalpark mit seinen abwechslungsreichen Landschaften. Der Mana Pools Nationalpark ist eine der Welterbestätten in Simbabwe. Der Park liegt am Flusslauf des Sambesi. Regen verwandelt das Gebiet in ein Gewirr aus Sümpfen, Seen und Inseln. Außerhalb der Regenzeit finden die Wildtiere vier permanente Wasserstellen. Zahlreiche Krokodile, Flusspferde und Nashörner sind hier zuhause. Die Nilpferde, die bei Einbruch der Nacht an Land kommen und die Umgebung nach schmackhaftem Gras absuchen, sind eine Gefahr für die Bewohner der umliegenden Dörfer. Mit ihren kurzen Stummelbeinen rennen sie jeden um, der ihnen in den Weg kommt. Ihr imposantes Gebiss setzen sie auch zum Angriff und zur Verteidigung ein. Mehr über die Tiere der südlichen Savanne

Geschichte

Felszeichnung der Buschmenschen (c) RhodesianaZwischen 50.000 bis 10.000 v. Christus besiedelten die Khoisan den Subkontinent. Sie betrieben noch keinen Ackerbau, bauten keine festen Häuser und zogen  in kleinen Familienverbänden umher. Sie lebten vom Jagen und Sammeln. Mit den San oder Buschmenschen zogen Jäger und Sammler in das Gebiet, die nicht nur Kenntnisse über Ackerbau besassen. Felsbilder zeugen davon, dass sie bereits eine entwickelte Viehzucht betrieben. Als die Bantu auf Völkerwanderung gingen und das Gebiet des heutigen Simbabwe erreichten, veränderte sich das einstige Paradies. Sie bauten Siedlungen und moderne Städte, spezialisierten sich auf verschiedene Berufe und begannen Handel zu treiben. Sie legten den Grundstein für das moderne Simbabwe. Mehr über die Geschichte Simbabwes

Mugabe, ein Diktkator auf Lebenszeit

Schuljungen in Nyanga freuen sich über den Ferienbeginn (c) the vagabondadventuresIm Februar 1980 wurde Robert Mugabe zum Ministerpräsidenten gewählt. Zur gleichen Zeit erhielt Simbabwe die vollständige Unabhängigkeit von Großbritanien. Nach dem langen Kampf um Selbstbestimmung hatte die schwarze Bevölkerung viel erreicht. Doch die Spannungen im Land blieben bestehen. Die Parteien der schwarzen Afrikaner konnten sich nicht darüber einigen, wie das zukünftige Simbabwe aussehen sollte. Es war ein Pulverfass. Mugabe regierte  wie ein Diktator. Er profitierte von der Zerstrittenheit innerhalb der stärksten Oppositionspartei und konnte sich bis heute an der Macht halten. Er gewann zeitweise die Sympathie der Bevölkerung durch seine Landreformen, nach denen er das Land der weißen Farmer besitzlosen Afrikanern übertrug, Doch gleichzeitig führte er das Land mit harter Hand. Er verbot die freie Presse, verfolgte Kritiker und Mitglieder der  Opposition. Auch kam es immer wieder zu gewaltsamen Aktionen gegen die eigene Bevölkerung. Aufgrund der immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage verließen viele Simbabwer das Land; die meisten wanderten nach Südafrika aus. Mehrere Dürreperioden schwächten die Landwirtschaft. Nach internationaler Kritik mußte Mugabe die Macht mit der Oppositionspartei teilen. Beide Parteien versprachen verschiedene Reformen. Doch die Probleme im Land sind noch nicht gelöst. Viele der früheren Auswanderer sind noch nicht zurückgekehrt, obwohl sie für den Wiederaufbau der Wirtschaft gebraucht werden. Die dringendste Aufgabe des Landes besteht darin, für einen regulären Schulbetrieb zu sorgen und die Grundschulen für alle bezahlbar zu machen.

Geschichten aus Simbabwe: Ein bekanntes Märchen der Shona ist Der sprechende Kürbis, eine Geschichte über den gefräßigen Elefanten, der den eifrigen Hasen um seine Ernte bringt. Wie sich der Hase rächt und wie dabei das Gewissen in die Welt kam, erfährt man in dem Musical Der Elefantenmond von Taeatro Piccolo & IyASA.

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