Das Königreich Lesotho befindet sich in den Drakensbergen. Es liegt so hoch, dass es auch „das Königreich im Himmel“ genannt wird.
Das Königreich Lesotho liegt auf dem Binnenhochland im Osten von Südafrika. Auf der Karte rechts ist es als brauner Fleck in Südafrika dargestellt. Lesotho ist vollständig von Südafrika umschlossen. Aus diesem Grund wird das Land Enklave genannt. Lesotho ist so groß wie Belgien und hat 1,7 Millionen Einwohner. Die Drakensberge bilden eine natürliche Grenze zu KwaZuluNatal, einer Provinz von Südafrika. Aufgrund der hohen Lage ist das Klima rau, im Winter schneit es sogar. Deshalb gibt es in Lesotho ein Skigebiet.
Wie ganz Südafrika war auch Lesotho einst die Heimat der Buschmenschen oder San, der ältesten Bewohner Afrikas. Sie hinterließen in den Felsen und Höhlen der Drakensberge Tausende von Felszeichnungen. Zur Zeit der afrikanischen Völkerwanderung zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert nach Christus gelangte ein Zweig der Bantuvölker in das felsige Land der Drakensberge, die Basotho. Sie verdrängten die Buschmenschen. Mehr über die Buschmenschen
Die Basotho waren Bauern und Hirten. Sie ließen sich an den fruchtbaren Ufern des Caledon nieder. Die Zulu Völker, die südöstlich der Basotho siedelten, führten im 19. Jahrhundert Feldzüge gegen die umliegenden afrikanischen Stämme. Sie strebten nach der Vorherrschaft im südlichen Afrika und versuchten auch die Basotho zu erobern. Der Häuptling und spätere König Moshoeshoe I. verteidigte mit Klugheit und Strategie das Land gegen die einfallenden Heere von Shaka Zulu. Mehr über Shaka Zulu
Es begann eine schwere Zeit des Hungers und der Epidemien. Selbst die Buren, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Suche nach Weideland in den Norden vordrangen, konnten die stolzen Basotho nicht vertreiben. Kurze Zeit war Lesotho britische Kronkolonie. Doch im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen in ganz Afrika erlangte das Land 1966 seine Unabhängigkeit. Seitdem gilt Lesotho als konstitutionelle Monarchie. Das bedeutet, die Rechte des Königshauses sind eingeschränkt. Die Politik wird bestimmt von einem Parlament. Der Schutz der Menschenrechte und freie Meinungsäußerung sind heute Bestandteil der Verfassung.
Maseru ist die einzige größere Stadt in Lesotho. Sie liegt am Fluss Caledon im Westen Lesothos. Der Caledon ist der Grenzfluss zu Südafrika. Maseru ist eine moderne Stadt mit Behörden, Betrieben, Supermärkten, Schulen und Kirchen. Viele Lesother sind katholisch. Die Straßen sind asphaltiert und es gibt eine große Einkaufsstraße. Auch der Palast des Königs sowie das Parlamentsgebäude befinden sich in Maseru
Die Basotho haben über die Jahrhunderte eine einzigartige Kultur und Sprache, das Sesotho entwickelt. Sie leben in Dörfern mit den für die Region typischen Rundhüttenbauten. Um das Dorf herum liegen die Felder. Jedes Dorf hat eine feste Ordnung mit einem Vorsteher oder Bürgermeister, der dem jeweiligen Häuptling der Region unterstellt ist. Die Basotho tragen traditionell bunt gemusterte Decken und einen ganz besonderen Hut, den Lesotho Hut. Der kegelförmige Strohhut ist dem Quiloane Berg in den Drakensbergen nachgebildet und ist das Nationalsymbol von Lesotho. Das Symbol findest du auf der Flagge von Lesotho.
In Lesotho besteht erst seit zehn Jahren Schulpflicht. Deshalb können heute ein Drittel der Erwachsenen nicht schreiben oder lesen. Aber die Kinder in Lesotho holen schnell nach, was ihre Eltern nicht lernen konnten. Die meisten Schulen werden von Kirchen betrieben und sind nicht sehr gut ausgestattet. Es fehlt an Geld und Lehrkräften. Die Kinder werden in Englisch und der Landessprache Sesotho unterrichtet. Fußball ist der Lieblingssport in Lesotho.