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Das Land ist von fünf Staaten umgeben: Ruanda, Tansania, Kenia, Südsudan und die Demokratische Republik Kongo. Uganda besitzt keinen Zugang zum Meer, doch Wasser gibt es genug. Denn Uganda liegt am größten See des Kontinents, dem Viktoriasee. Der zentralafrikanische Grabenbruch durchzieht das Land. Er ist vor 35 Millionen Jahren entstanden, als sich die arabische Erdplatte von der afrikanischen Erdplatte abspaltete. Der Bruch hat Gebirge, Täler und Seen entstehen lassen. Auf dem Boden des Grabenbruchs liegen der Edward- und der Albertsee. Die Murchison-Fälle im Westen des Landes stürzen sich von der oberen Stufe des Grabens mehrere hundert Meter in die Tiefe.
Der Norden des Landes ist trocken und unfruchtbar. Doch je südlicher man kommt, umso mehr Naturschönheiten gibt es zu entdecken. In Uganda geht die Savanne Ostafrikas in den Regenwald Zentralafrikas über. Hier konnte eine überwältigende Vielfalt an Pflanzen und Tieren entstehen. Uganda liegt nahe am Äquator, dennoch besitzt es mitteleuropäisches Klima. Denn ein Großteil des Landes liegt auf einer Hochebene. Tagsüber ist es zwischen 25°C und 35°C warm, nachts fallen die Temperaturen auf 12°C bis 18°C. Wegen dieses günstigen Klimas kamen früher viele Europäer nach Uganda.

Der Viktoriasee bedeckt eine Fläche so groß wie Bayern, etwa 68 000 Quadratkilometer. Drei Länder grenzen an den See: Uganda, Kenia und Tansania. Kein See der Welt ernährt mehr Menschen, etwa dreißig Millionen Menschen leben von dem See und vom Fischfang. Leider führt die Nutzung auch dazu, dass dem Victoria See durch Staudämme immer mehr Wasser entzogen wird. Außerdem schaden Wasserhyazinthen dem Gewässer. Sie wurden aus Lateinamerika eingeführt, um Zierteiche zu verschönern. Heute breiten sie sich ungehindert aus. Der See muss einen weiteren Eindringling verkraften, den Nilbarsch. Der schnell wachsende Fisch wurde vor 50 Jahren eingesetzt, um einen hohen Fischertrag zu erzielen. Doch der Barsch frisst die heimischen Fische weg wie nichts. Dabei ist der Victoriasee ein ganz besonderes Gewässer. Der See ist entwicklungsgeschichtlich relativ jung, etwa eine Million Jahre. Er ist damit etwa so jung wie die Menschheit. Wahrscheinlich haben schon unsere Urahnen darin gebadet. Er ist ein Versuchslabor der Evolution. Die Entstehung der Artenvielfalt lässt sich darin besonders gut nachvollziehen. Beispiel Buntbarsch: In 100 000 Jahren haben sich aus wenigen Vorfahren 500 verschiedene Buntbarsche entwickelt. Heute gibt es diese farbenfrohen Fische kaum mehr, sie werden vom gefräßigen Nilbarsch verputzt.
Schon gewusst? Am Nordufer des Viktoriasees entdeckte John Speke 1862 den Austritt eines Flusses. Diese Entdeckung führte zu den Quellflüssen des Nils. Vom Victoria See aus tritt der längste Fluss der Welt seine 6500 Kilometer lange Reise zum Mittelmeer an.

Der höchste Punkt des Landes ist die Margherita-Spitze (5110 m). Sie liegt im schneebedeckten Ruwenzori Gebirge, das sich an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo entlang zieht. Das Gebirge ist am Rand des Zentralafrikanischen Grabenbruches entstanden. Der 48 km breite Gebirgszug wurde zum Naturschutzpark erklärt, um die einzigartige Landschaft mit ihrer seltenen Tierwelt zu schützen.
Selbst Alice im Wunderland würde noch staunen über die Pflanzenwelt im Ruwenzori Gebirge. Über 20.000 Pflanzenarten sind hier heimisch. Bemerkenswert sind die Lobelien. Sie neigen in größeren Höhen zum Pflanzengigantismus. Sie wachsen bis zu 10 Meter in die Höhe. Man wandelt in den ugandischen Bergen daher wie durch eine Märchenwelt von Monsterblumen. Auch das Heidekraut neigt hier zum Riesenwuchs. Baumheide kann über 10 Meter Höhe erreichen.
Kampala ist die Hauptstadt von Uganda, sie liegt im Königreich Buganda, in der Nähe des Victoriasees. Hier befinden sich auch das Parlament und der Regierungssitz. Eineinhalb Millionen Einwohner zählt die Stadt. Der Einreiseflughafen Entebbe liegt in der Nähe der Nilquelle, am Victoriasee. Gegründet wurde Kampala vor zweihundert Jahren von den Briten. Sie hatten ein Fort errichtet, um das herum sich rasch eine Stadt entwickelte. In der Baganda Sprache bedeutet Kampala „Hügel der Antilopen“. Die Buganda Könige hatten Antilopen gezähmt und ließen sie auf dem größten Hügel weiden.
Uganda ist das jüngste Land der Welt, gemessen am Alter seiner Bewohner. Das durchschnittliche Alter liegt bei 15 Jahren. Auf dem Gebiet Ugandas leben verschiedene Bantuvölker wie die Baganda, Ankole und Basoga Rwanda. Im Norden leben Berg- und Hirtenvölker.



Die Mehrheit der Ugandesen bekennt sich zum katholischen oder anglikanischen Glauben. Dennoch pflegen heute noch viele ihren afrikanischen Glauben. Kisuaheli ist Landessprache, Englisch Amtssprache. In den Dörfern und Bergregionen werden zahlreiche Bantusprachen gesprochen.
Fast alle Jugendlichen in Uganda besitzen Grundschulbildung. Oft bestehen die Klassen aus siebzig Schülern. Dann ist der Klassenraum so überfüllt, dass nicht für alle Kinder Schulbänke aufgestellt werden können. Um acht beginnt die Schule, alle Schüler tragen eine Uniform. Auf dem Stundenplan stehen ähnliche Fächer wie in deiner Schule: Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialkunde oder Sport. In der großen Pause wird in der Schulküche für alle Kinder ein Mittagessen gekocht, zum Beispiel Maisbrei mit Bohnen. Am Nachmittag dauert der Unterricht bis 17 Uhr. Bevor die Kinder nach Hause gehen können, müssen sie gemeinsam die Klassenräume reinigen. Dann erst beginnt die Freizeit.
Trotz der vielen Arbeit und der schwierigen Lebensbedingungen sind die Kinder in Uganda sehr fröhlich. Sie singen und tanzen gern oder treiben Sport. Die Jungs spielen meist Fußball und die Mädchen Netzball, das ist ein Mannschaftssport ähnlich wie Basketball. Die meisten Kinder lieben es außerdem zu tanzen und zu singen. Uganda ist bekannt für seine schönen Kinderchöre wie den African children's choir oder den Watoto children's choir. Viele Kinder in Uganda können sich kein Spielzeug leisten. Deshalb basteln sie sich ihr eigenes Spielzeug. Aus Flaschendeckel entsteht schnell ein Geschicklichkeitsspiel, aus Milchtüten werden Autos gebaut und aus Bananenfasern Puppen. Plastiktüten werden zusammengeknüllt und mit Bananenblättern und Faserresten zu einem Fußball geformt.
Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Die Familien bewirtschaften ihre Felder und können davon leben. Auch der Staat erzielt die meisten Einkünfte durch den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Kaffee, Tee, Vanille und Baumwolle.



An den Flussufern und am Viktoriasee leben viele Menschen vom Fischfang. In den Jahren nach der Unabhängigkeit gehörte Uganda zu den industriell am weitesten entwickelten Ländern Ostafrikas. Durch kriegerische Auseinandersetzungen verarmte die Bevölkerung zunehmend. Seit Anfang 1990 verbesserte Uganda zwar seine Wirtschaftsleistung, doch nur wenige Menschen profitieren davon. Viele Kinder arbeiten auf den Feldern ihrer Eltern oder auf industriell betriebenen Plantagen.
Uganda liegt im Zentrum der Wanderwege, die viele Tiere innerhalb ihres Lebensraumes durchstreifen. Deshalb besitzt das Land einen großen Tierreichtum. Leider sind durch die rücksichtslose Wilderei zwischen 1970 und 1990 viele Tierbestände stark geschrumpft. Erst mit Beginn der Jahrtausendwende haben Naturschützer begonnen, die Tierwelt besser zu schützen oder ausgestorbene Arten wieder anzusiedeln. Ngamba Island ist eine große, mit dichtem Regenwald bewachsene Insel im Victoriasee. Hier wurde ein Schutzgebiet für verwaiste Schimpansen geschaffen. Mehr über die Tierwelt in Uganda

Der Landesname Uganda geht auf das Königreich Buganda zurück, dem bedeutendsten Reich zwischen dem Victoriasee und Kafu. In dem Gebiet herrschten vier Königreiche, bevor im 17. Jahrhundert Wanderhirten aus dem Nordosten eindrangen. Sie nannten sich Hima und Tutsi. Am Nordufer des Victoriasees begründeten sie ein Königtum und begannen, sich mit den eingesessenen Bantu zu vermischen. Ihren Reichtum erwarben sie durch den Handel mit Sklaven und Elfenbein, das bei den Arabern so begehrt war. Die Grabstätten der Buganda-Könige in Kasubi befinden sich dort, wo einst ihre kunstvollen Behausungen standen. Heute zählen sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mehr über die Geschichte von Uganda

Früher wurden in Uganda viele Feste gefeiert, es waren Feste der christlichen Religion und Feste des ursprünglichen, afrikanischen Glaubens der Völker von Uganda. In Norduganda, wo lange Jahre Bürgerkrieg herrschte, fielen eine ganze Reihe von Feierlichkeiten aus. Doch seit Regierung und Rebellen nach zwanzig Jahren Bürgerkrieg 2013 erstmals ein Friedensabkommen vereinbarten, keimt Hoffnung auf. Grund genug für die Mädchen und Frauen in Norduganda, ein Fest zu feiern.

Seit 1991 besteht in Uganda eine präsidiale Republik mit einem Parlament. Die Ugandesen hofften, dass mit der Absetzung des totalitären Systems der neue Präsident Yoweri Museveni für Frieden im Land sorgen würde. Doch Musevenis Regierung ist totalitär. Seine Partei bestimmt die Politik. Einige Volksgruppen in Uganda sind damit nicht einverstanden. Sie bildeten Rebellengruppen, darunter die "Lords of Resistence". Die Rebellen kämpfen gegen die Regierungstruppen. Sie entführen Kinder, bilden sie zu Soldaten aus und schicken sie in einen Krieg, den sie nicht gewinnen können. Die "Lords of Resistence" gelten als die grausamste Rebellengruppe der Welt. Die Ugandesen wollen nach einem Jahrhundert Unterdrückung durch die Kolonialmächte und einem langen Bürgerkrieg endlich Frieden. Sie dringen darauf, dass die Regierungsmacht auf mehrere Parteien und mehrere Völker verteilt wird. Dann hätten die Rebellen keinen Grund mehr, Krieg zu führen. Die Ugandesen wollen ihren Geschäften nachgehen, Familien gründen und ihre Kinder in Sicherheit heranwachsen sehen.