Kahina, die unerschrockene Berberkönigin

Statue of Dyhia in Khenchela Algeria Die Berbervölker waren die ursprünglichen Bewohner von Nordafrika. Zahlreiche Völker versuchten das Gebiet der Berber zu erobern. Doch als islamische Heere in Nordafrika einfielen, wurde es für die Berber besonders schwer, ihr Reich zu verteidigen. Die größe Widerstand gegen die islamische Eroberung wurde von einer Frau geleistet: von Kahina. Die junge Adelige Kahina aus dem Berber-Volk der Djerawa kam aus dem Aurès-Gebirge. Wir schreiben das 7. Jahrhundert nach Christus. Der Islam tritt seinen Siegeszug in Nordafrika an. Ägypten befindet sich bereits unter seiner Herrschaft. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die arabischen Heere weiter nach Westen ziehen und die Gebiete der Berber erobern. Die Berber hatten sich in das unwegsame Gelände des Aurès Gebirge zurück gezogen. Sie waren entschlossen, nie die fremden Herrscher anzuerkennen. Wirklich nie?

Kahina, die Widerstandskämpferin

Kahina führte von 685 bis zu ihrem Tod 701 den Widerstand der Berber gegen die arabischen Eroberer unter dem Anführer Hassan ibh an-Numan an. Ihr Berberstamm war zum Judentum übergetreten. Die arabischen Eindringlinge hatten die Küstenregionen erobert, doch im Hinterland drohte ihnen der Widerstand der Berber. Kahina verfolgte die „Taktik der verbrannten Erde“. Also sollte zerstört werden, was dem Gegner in irgendeiner Weise nutzen könnte. Die Berber siegten mit dieser Taktik und zwangen die Eroberer zum Rückzug. Muslimische Gefangene wurden in die Freiheit entlassen. Kahina war großzügig, neben ihren zwei leiblichen Söhnen adoptierte sie den gefangenen Muslim Chalid ibn Yazid al-Qaisi. Es war ihr größter Fehler, denn der Adoptivsohn wurde später zu ihrem Verräter und schickte sie in den Tod. Bei dem nächsten Angriff der arabischen Heere wandte sie erneut die „Taktik der verbrannten Erde“ an. Wieder wurden Städte und Dörfer in Brand gesetzt. Die Bewohner aber waren es leid, dass sie alles opfern sollten, um den Feind abzuwenden. Im Gegenteil, sie begrüßten  die muslimischen Heere wie Befreier. Kahinas Adoptivsohn verriet den arabischen Eindringlingen, wo sich Kahina versteckt hatte. Kahina musste flüchten. Doch sie konnte ihr Versteck nicht lange geheim halten. Sie wurde ein zweites Mal an den Feind verraten.

Kahinas Ende und ihre Botschaft an die Feinde

Der arabische Heerführer Hassan ibh an-Numan spürte sie auf. Kahina soll ihm gesagt haben: „Ich habe dich erwartet, du hast mich besiegt. Mein Volk wird dir ins Reich des Halbmondes folgen. Seine berberische Herkunft wird es vergessen. Es wird sich deiner Religion anschließen, deine Tradition übernehmen und deine Geschichte als seine Geschichte anerkennen und es wird seine Brüder, die meinem Glauben treu bleiben, hassen und verfolgen. Doch der Tag wird kommen, an dem der Kampf von Neuem aufflammt und meine Söhne sich gegen euch erheben. Denn die Erinnerung wird erwachen und es wird sie erneut suchen, die Spuren im Sand der Zeit." Hassan ibh an-Numan zog sein Schwert und tötete Kahina. Mit ihr starb der gemeinsame Widerstand der Berberstämme gegen die muslimischen Eindringlinge. Doch die Bewunderung für ihre mutige Königin Kahina lebt im Gedächtnis der Berber bis heute fort. Kahina wurde das Symbol für den Widerstand gegen die islamische Eroberung Nordafrikas.