Sundiata Keita – ein afrikanisches Heldenepos

"Alt ist die Welt, doch die Zukunft gehört der Vergangenheit", sagt ein altes afrikanisches Sprichwort.
Rafiki aus dem Film König der Löwen sagt: 'Oh ja, die Vergangenheit kann weh tun. Aber wie ich es sehe läuft man entweder davon, oder man lernt davon.'

Seit vielen Generationen erzählen die Griots von Mali die Geschichte vom mächtigen König Sundiata Keita. Ihre Sage über den legendären Löwenkönig stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie beschreibt den Aufstieg eines wahren Helden aus dem Volk der Mandinka. Disney hat aus der Legende den Film "König der Löwen" gemacht. Warum? Weil die Sage immer noch etwas über wahre Helden erzählt.

Mansa Musa

Als Sundiata in Afrika geboren wurde, verkündeten die Seher dem König, dass der Sohn seiner zweiten Frau ein großer Krieger und Herrscher werden würde. Wie konnte das sein? Sundiata war bei seiner Geburt schon gelähmt. Es war damals ausgeschlossen, dass ein behindertes Kind die Nachfolge in einem Königreich antreten konnte. Außerdem hatte Sundiatas Halbbruder aus der ersten Ehe des Königs die älteren Rechte auf den Thron. Doch ein Blatt des Baobabbaums heilte Sundiata. Von da an konnte er wie jeder andere laufen. Sundiata war beim Volk beliebt. Doch ehe er zum vielbesungenen Löwenkönig wurde, musste er für viele Jahre in die Fremde gehen. Denn sein Halbbruder beneidete Sundiata wegen seiner Beliebtheit beim Volk. Er unternahm alles, um Sundiata zu schaden und trachtete nach seinem Leben. Daraufhin verliess Sundiata Keita seine Heimat und suchte Schutz bei seinem Onkel, König Farin Tunkara. Er erlernte das Kriegshandwerk und wurde zu einem gefürchteten Krieger. Danach kehrte er zurück und besiegte alle Feinde seines Volkes. In der Mitte seines Reiches errichtete er eine Stadt, die er Mali nannte und gründete ein Königreich, das wegen seines Reichtumes bald in ganz Afrika bekannt war. So wurde Sundiata, der Löwenkönig, zum vielbesungenen Herrscher im Königreich Mali.

Die Griots berichten noch heute von der Weissagung und dem beispiellosen Aufstieg von Sundiata Keita. Drei seiner Söhne wurden seine Nachfolger im Königreich Mali. Auf dem Bild rechts siehst du Mansa Musa, seinen Nachfolger, mit einem Goldklumpen in der Hand.