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Amadou Hampâté Bâ

Amadou Hampâté Bâ ,1900 in Bandiagara, Mali, geboren, stammte aus einer noblen Familie der Fulbe. Er zählt zu den angesehensten Autoren von Mali, denn er hat sich besonders um die Bewahrung der mündlichen Erzählwerke Westafrikas verdient gemacht

Als Amadou aufwuch, gehörte Mali noch zur Kolonie Französisch-Westafrika. Er wurde, wie alle Söhne der herrschenden afrikanischen Clans, zum Besuch der französischen Schule verpflichtet und ab dem ersten Weltkrieg zum Dienst in der französischen Kolonialverwaltung. Dennoch achtete seine Familie, und als sein Vater starb, besonders seine Mutter darauf, dass Amadou auch traditionell erzogen wird. In seiner Biographie schrieb Amadou: „Vielleicht konnte man noch seinem Vater widersprechen, aber seiner Mutter zu widersprechen war undenkbar.“ Und seine Mutter entschied: „Du hast schon genug französisch gelernt, es ist an der Zeit, dass Du lernst, wie man ein echter Fulbe wird.“ Amadou Hampâté Bâ vertiefte sich in die Weisheit des Islam, wurde Schüler des Sufi Meisters Tierno Bokar, bekannt als „der Weise von Bandiagara“. Damit war der Stein gelegt für ein einzigartiges Lehrer-Schüler Verhältnis, in dem sich der Umgang eines ganzen Volkes mit seiner Kultur widerspiegelt. Als Sufi Meister gehörte Bokar einer aufgeklärten Richtung des Islam an, er galt als universal gebildet und tolerant gegenüber allen orthodoxen Religionen. Und er schien über einen unerschöpflichen Vorrat an Parabeln und Sprichwörtern zu verfügen, was charakteristisch ist für die mündliche Erzählkunst Afrikas. Wir würden Tierno Bokar nicht kennen, wenn ihm nicht Amadou mit seinen Schriften ein Denkmal gesetzt hätte.

Amadou Hampâté Bâ blieb ein forschender Geist in den zwei Welten, in denen er gross wurde, der kolonialen französischen und der traditionellen afrikanischen. Er sammelte und erforschte seit den vierziger Jahren in französischem Auftrag die Überlieferungen seiner Heimat und gab Übersetzungen heraus. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er für die UNESCO und später als Botschafter seines Landes. Er schrieb Bücher, religiöse Lyrik und eine Autobiographie, Jäger des Wortes (Amkoullel l’enfant peul), die erst nach seinem Tode 1991 veröffentlicht wurde.

„Wenn ein Greis in Afrika stirbt, verbrennt eine Bibliothek“ Amadou Hampâté Bâ

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