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Musik

Musik gehört in Afrika zum täglichen Leben. Auf den Dörfern begleiten Lieder monotone Arbeiten wie Pflanzen und Ernten. Mit Wiegenliedern werden Kinder in den Schlaf gesungen. Alle großen Ereignisse wie Geburt, Erwachsenwerden und Initiation, Hochzeit oder Beerdigung werden mit Gesängen und Rhythmen begleitet. Ein afrikanisches Fest ohne Musik und Tanz wäre einfach undenkbar. Beinahe jedes Fest hat einen religiösen Hintergrund und folgt rituellen Abläufen. Mit Liedern, Gesängen und Tänzen halten die Menschen Kontakt mit ihren Ahnen und Geistern. In den Städten unterhalten Straßenmusiker die Passanten, aus den Lautsprechern der Busse und Autoradios tönt Pop Musik. Je nach Nähe zu arabischen Ländern im Norden oder zu den Küstenregionen im Westen und Osten Afrikas unterscheiden sich die Musikstile sehr stark voneinander. An unseren Musikbeispielen kannst du die Unterschiede hören.

Afrikanische Instrumente

Typisch für afrikanische Musik sind ihre Rhythmen und die Vielfalt der Rhythmusinstrumente. Es gibt verschiedene Arten von Trommeln. Eine in Westafrika verbreitete Trommel ist die Djembé, eine hohe Holztrommel, die mit Antilopen- oder Ziegenhaut bespannt ist. Bekannt sind auch die „Talking drums“, die der Kommunikation von Dorf zu Dorf dienen und deren Klang viele Kilometer weit reicht. Rasseln, Schlaghölzer und Glocken begleiten oft die Trommelklänge.
Die Djembé Talking Drums Congas

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Hier hörst du verschiedene Trommelrhythmen. © Scala Z Media

Percussion Instrumente

Ein afrikanisches Rhythmusinstrument ist das Balafon, eine afrikanische Variante des Xylophons. Die Klangkörper bestehen aus ausgehöhlten Kürbissen. Auch unter den Balafonspielern finden sich wahre Artisten wie Mamadou Diabaté aus Burkina Faso, der Tradition und Pop verbindet. Er beherrscht die traditionellen Spielweisen ebenso wie Pop und Jazz Musik.
Balafon Sanza, das afrikanische Daumenklavier Shekere, eine afrikanische Rassel

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Hier hörst du eine Kostprobe von Mamadou Diabaté. Als wir mit dem Balafonspieler Musikaufnahmen zu einer Gedichte-CD machten, fuhr er mit einem riesigen Pick Up vor dem Studio vor. Darauf befanden sich fünf verschiedene Balafone, alle waren ziemlich gross und sahen ziemlich ähnlich aus. Wir staunten, als wir hinterher hörten, wie verschieden die Instrumente klangen. © Scala Z Media

Blasinstrumente

In Afrika findet ihr eine Vielzahl von Blasinstrumenten wie Flöten oder Hörner. Die Fulani, ein Hirtenvolk in Westafrika, stellen verschiedenartigste Flöten her. Ihre Melodien sind von betörender Schönheit. Die afrikanisch-kanadische Musikgruppe FulaFlute hat einige Fula-Melodien modern interpretiert.

Die Kora afrikanisches Horn afrikanische Flöte

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Dieser Song stammt von der afrikanischen Gruppe Fula Flute. Ihr Spiel mit der Fulani Flöte ist charakteristisch für die Musik aus dem Bergland des Fouta Djallon in Guinea. Die Flöte spielen Bailo Bah und Sylvain Leroux. © Fula Flute Music.

Westafrika – die Griots und die Wiege des Jazz

Für die Musik Westafrikas sind zwei Instrumente charakteristisch: Die Kora, eine 21saitige Harfe, die als Instrument der Griots bekannt ist und die N’Goni, eine Art Laute. Der außergewöhnlicher Klang der Kora begleitet die Lieder, die man in Gambia, Mali, Burkina Faso oder der Elfenbeinküste singt. Toumani Diabaté und sein Neffe Mamadou Diabaté aus Mali haben die Melodien der Griots weltweit bekannt gemacht.

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Hier hörst du Koramusik von Mamadou Diabaté, einem Griot aus Mali. Die Musik stammt aus der CD Antilopenmond. © Scala Z Media

Westafrika – die N’Goni, die Laute der Jäger

Orchester Baobab Bunks

Die N’Goni, eine Art Laute, ist ebenso populär wie die Kora. Sie gilt als Instrument der Jäger. Oumou Sangaré aus Mali machte den Klang der N’Goni in Europa populär, Bassekou Kouyaté entwickelte das Instrument für seine Bluessongs weiter. Die “Bambara-Musik” hat ihr Zentrum in den Weiten der Sahelzone. Außerhalb Afrikas wurde sie als “Desert Blues” bekannt. Ein unvergesslicher Vertreter des Desert Blues war Ali Farka Touré, der mit seinem virtuosen Gitarrespiel zur Verbreitung der Musik Malis beitrug.

Nordafrika und orientalische Pop Musik

Der algerische Rai Musiker Cheb Khaled Im Norden Afrikas ist die Musik von der islamischen Musiktradition beeinflusst. In Algerien entstand der Rai, was „Standpunkt“ bedeutet und sich zu einer Art orientalischen Popmusik entwickelte. In arabischen Ländern hört man Rai Musik, häufig die Hits von Khaled, dem “König des Rai”, von Cheb Mami und Cheb Hasni. Mit ihren kritischen Songs haben sie sich schnell eine internationale Fangemeinde erobert, aber auch Feinde in ihrem eigenen Land geschaffen. Alle drei Musiker wurden Opfer des algerischen Regimes. Im Nachbarstaat Marokko ist Khalid Izri einer der bekanntesten Stars der Amazigh Musiker: Er ist zum Idol der Nordafrikaner geworden, die im Exil leben und die Wurzeln zu ihrer Heimat nicht verlieren wollen.

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Ein bekannter Popmusiker und Songwriter aus Tunesien ist Nader Guirat, der tunesische Musik mit Pop verbindet. Sein Song “The Jasmine’s Calling” ist eine Hymne an die Freiheitsbewegung in seinem Land. Dauer 5:15 © Nader Guirat

Der Osten, die Gesänge der Massai und Soul

X Plastaz aus Dar es Salaam

Im Osten Afrikas sind die Gesänge der Massai verbreitet. Jedes Volk dieser traditionsbewußten Ethnie hat seine eigenen Gesänge zur Initiation, zur Begrüßung der Jäger, zur Hochzeit oder zur Bestattung der Toten. Dar es Salaam ist heute ein Zentrum des afrikanischen Hip Hop. Die Gruppe “X Plastaz” hat eine eingängige Form von afrikanischem Hip Hop entwickelt. Die Gruppe interpretiert alte Massai Lieder auf urbane Weise. In ihren Songs erzählen sie darüber, was Tradition und der Schock der Moderne in der Gefühlswelt der Jungen anrichten oder darüber, wie korrupte Eliten Hilfsgelder und Steuern veruntreuen.

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Hier hörst du ein Musikbeispiel von X Plastaz aus ihrer CD “Maasai Hip Hop”. Der Titel: Nini dhambi kwa mwenye dhiki?
Der Songtext in englisch:
“All my people, East Africa, Tanzania, Uganda and Kenya, Dar es Salaam, A-town… Wherever you are, kneel and pray to God. Is this politics, religion, tyranny, slavery, the last days, Sodom and Gomorrah? This goes out especially to my people, the crippled, the blind, the albinos and the insane, street chidlren, beggars, the poor and those who are mentally sane. This is a thick rope. You should know that we are pulling against those in power: fat bellies and cheeks. It’s no longer a fair game, the referee is lbades, the field itself is dry. Work is hard to find, payment is little. What’s left is to play the hard way. We’re tired of teh upper class, capitalism and dictatorship. This is the time, this is redemption…”
Dauer des Songs 1:30. © X Plastaz/outhere rec.

Hip Hop und Soul im südlichen Afrika

Hip Hop ist eine Bewegung in der populären Musik Ostafrikas, Soul eine andere. Die gegenwärtige Soul Musik erinnert an die Stars des schwarzen Amerika der 70er Jahre. Eritrea’s got Soul ist ein Revival dieser Ära, präsentiert von den “The Asmara all Stars”. Sie stellen unter Beweis, dass Geschichte niemals Vergangenheit ist, sondern in neuen Stilen weiter lebt.

Südafrika – die Musik der Buschmenschen und House Music

Südafrika wird Rainbow Nation genannt, es gbit so viele Musikstile wie Völker. Die Zulu, !Xhosa oder San, europäische und asiatische Einwanderer bevölkern den südlichsten Staat Afrikas und erfüllen ihn mit ihren verschiedenartigen Klängen. Während der Zeit der Apartheid wurde jede kritische Musik der schwarzen Bevölkerung verboten. Nach dem Ende dieser unseligen Ära konnte man erstaunt feststellen, dass die schwarzen Völker ihre Musik nicht nur bewahrt sondern auch weiterentwickelt hatten. Die Khoisan Musik, die Musik der Buschmenschen, begleitet jeden, der sich in ihren Wüstengebieten aufhält. Der Jazzmusiker Pops Mohamed hat ihre Musik in einem Album unter dem Titel „Pops Mohamed Presents Bushmen of the Kalahari“ veröffentlicht. Er schickte die Musik des abgeschieden lebenden Volkes über den weltweiten Äther. In den Goldminen Südafrikas hat sich eine Gruppe von Minenarbeitern zusammengefunden, die in ihrer Freizeit nichts anderes taten als alte Lieder zu singen. Ihre faszinierenden Gesänge wurden bald über alle regionalen Radiostationen verbreitet. International bekannt wurde die Gruppe Lady Smith Black Mambazo, als der amerikanische Pop Musiker Paul Simon mit ihren Gesängen ein sensationelles Album aufnahm.

Durban Kwaito

Seit der Fußball WM in Südafrika kennt jeder Durban Kwaito, die afrikanische Variante angloeuropäischer House Music. Sie hat in den letzten zehn Jahren von der Hafenstadt Durban aus ganz Südafrika erobert. “Wir jungen Südafrikaner”, sagt der DJ Chynaman, “wollen endlich die Narben der Apartheid hinter uns lassen, das Leben genießen. Egal, ob schwarz oder weiß, wir tanzen alle nach demselben Beat.” Unter dem Einfluss der allgegenwärtigen Pop Musik entwickelt sich die traditionelle Musik Afrikas weiter. Musiker verbinden traditionelle Lieder mit moderner afrikanischer Pop-, House- oder Rapmusik, sie spielen moderne Songs auf traditionellen Instrumenten oder umgekehrt traditionelle Melodien interpretieren sie auf modernen Instrumenten wie E-Gitarre oder Saxophon.

Afrikanische Pop Musik

Der senegalesische Sänger Nuru Kane Afrikanische Musik gilt als Ursprung der heutigen Pop Musik. Die einstigen Sklaven brachten ihre Gesänge mit in die neue Welt. Sie revolutionierten mit ihren Rhythmen und Gesängen die populäre Musik wie auch die traditionelle Kirchenmusik. Gospel, Blues und Jazz haben ihre Wiege in Westafrika. Afroamerikaner entwickelten sie im 20. Jahrhundert in vielfältige Stilrichtungen weiter. In den Metropolen Amerikas und Europas herrschten ab dem ersten Weltkrieg afrikanische Musikrichtungen vor. Sie bestimmten den Rhythmus des urbanen Lebens.

Die afrikanische Pop Musik hat ihre verschiedenen Musikstile in den Großstädten weiter entwickelt: Afrobeat oder Highlife in Lagos (Nigeria), Makossa in Yaoundé (Kamerun), Rumba und Soukous in Kinshasa (Kongo) oder House Music in Kapstadt oder Durban (Südafrika). Hip Hop ist eigentlich eine afrikanische Musikform, die nach dem Muster von „call and response“ aufgebaut ist. Sie fand ihren Höhepunkt in der afroamerikanischen Popkultur. Doch als sie von afrikanischen Gruppen aufgegriffen wurde, kehrte sie eigentlich nur zu ihren Ursprüngen zurück.

Die Stars

Miriam Makeba Fela Kuti Rokia Traoré
Sicher habt ihr schon von einigen afrikanischen Musikern gehört wie der südafrikanischen Sängerin Miriam Makeba, die mit ihren Hits Pata Pata und The Lion sleeps tonight weltbekannt wurde. Der Nigerianer Fela Anikulapo Kuti war ein innovativer Songschreiber und Saxophonist, er mixte Jazz mit westafrikanischem Highlife und gilt als Erfinder des Afrobeat. Der senegalesische Musiker Youssou N’Dour hat mit seinem Song “Seven Seconds” Pop Geschichte geschrieben. Rokia Traoré, der Liedermacherin und Sängerin aus Mali wie auch Amadou und Miriam, das Duo aus Mali, sind international bekannte Stars, die moderne afrikanische Rhythmen in die Welt hinaus tragen. Hugh Masekela gilt als einer der wichtigsten Jazz- und Weltmusik-Pioniere aus Südafrika. Er wuchs in der Zeit der Apartheid auf und war politisch aktiv. Seine Texte sind politisch und sozialkritisch. Sein größter Hit war Gracing in the Grass (1968) aus dem Album The Promise of a Future. Mit dem Song Don’t Go Lose It Baby erstürmte er die amerikanischen Top Charts.

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Hier hörst du einen musikalischen Dialog zwischen Balafon und Kora von zwei der besten Instrumentalisten Westafrikas, die auch noch denselben Namen tragen. Mamadou Diabaté aus Mali und Mamadou Diabaté aus Burkina Faso. Dieses Stück stammt aus der CD Antilopenmond. © Scala Z Media

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