Aniceti Kitereza, Enkel eines Königs in Zentral Tansania, sprach acht Sprachen, sammelte Volkserzählungen und schrieb mehrere historische Bücher. Er gehört zu den wichtigsten Autoren seines Landes. Sein Roman Die Kinder der Regenmacher gilt als Meilenstein in der afrikanischen Literatur.
Der Autor kannte das Problem der Kinderlosigkeit, das er in seinem Roman „Die Kinder der Regenmacher“ so eindringlich und humorvoll dargestellt hat, aus eigener Erfahrung. Er hatte mit Anna Katura, mit der er zeitlebens verheiratet war, vier Kinder, die alle noch im Kindesalter gestorben sind.
Aniceti Kitereza wurde 1896 in Sukuma-Land, dem heutigen Zentral Tansania geboren, das unter deutscher Kolonialmacht stand. In seiner Kindheit verbrachte er einige Jahre am königlichen Hof von Bukindo, dem letzten König von Ukerewe. Er war dessen Grossneffe, und machte wohl in dieser Zeit des Untergangs der alten Traditionen besonders einprägsame Erfahrungen, die ihn dazu getrieben haben, das kulturelles Erbe seines Volkes zu bewahren.
Einen weiteren wichtigen Impuls zu seinen späteren ethnologischen Studien, bekam der tief religiöse Kitereza von Pater Almas Simard, mit dem zusammen er in der katholischen Mission in Kagunguli unterrichtete. In dieser Mission gab es ein Bibliothek, die für Kiterezas Sammelleidenschaft eine Fundgrube war. Pater Simard unterstützte ihn jahrelang darin, die mündlichen Überlieferungen der Kerewe niederzuschreiben, in Kikerewe, der Sprache seines Volkes.