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Chinua Achebe

Chinua Achebe (c) Stuart C. ShapiroChinua Achebe, 1930 in Ogidi/Nigeria geboren und am 22. März 2013 gestorben, gilt neben Wole Soyinka als  bedeutendster Autor aus dem südlichen Afrika. Sein erster Roman Okonkwo oder das Alte stirbt ist der meistgelesene Roman Afrikas und gehört zur Pflichtlektüre an afrikanischen Schulen.

Vom Aufwachsen in einem Land im Umbruch

Chinua Achebe (c) Stiftungsrat des Deutschen BuchhandelsSein Vater, der dem Volk der Ibo angehörte, arbeitete als Lehrer an einer Missionsschule. Er prägte seinen Kindern die Werte seiner afrikanischen Kultur ein, gleichzeitig war er ein devoter Protestant und unterrichtete sie in europäischem Glauben und Kultur. Er gab Chinua den afrikanischen Namen Chinualumogu, was inder Ibo Sprache bedeutet „Gott kämpft zu meinen Gunsten“. Liess ihn aber auch zusätzlich auf den westlichen Namen Albert taufen, zu Ehren von Prinz Albert, dem Ehemann Queen Viktorias. Während Chinua Achebes Studienzeit befand sich Nigeria im Aufbruch. Das Land strebte nach Unabhängigkeit von den europäischen Machthabern wie andere afrikanischen Kolonien auch. Achebe wurde von der Politisierungswelle erfasst. Er legte seinen europäischen Namen ab und nannte sich nur noch „Chinua“ als  Zeichen seiner anti-kolonialistischen Haltung. In den sechziger Jahren leitete er den Auslandsdienst des nigerianischen Rundfunks. Als Nigeria unabhänigig wurde, flammte in dem künstlich geschaffenen Staat der Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Volksstämmen auf. Nach den Massakern an seinem Volk, den Ibo, legte er dieses Amt nieder. Während der Zeit des Biafra-Krieges fungierte er als Sonderbotschafter der Sezessionisten in USA und Europa. Neben Wole Soyinka gehört er später zu den wichtigsten Stimmen gegen das Militärregime, das in Nigeria herrschte. Er nahm die politischen Repressalien, denen Kritiker ausgesetzt waren in Kauf, mußte später jedoch emigrieren. Chinua Achebe ging in die USA.  Nach Kriegsende lehrte er an verschiedenen Universitäten in Nigeria und  den USA. Seit einem schweren Autounfall im Jahr 1990 war er an den Rollstuhl gefesselt.

Mit kolonialer Bildung zum Antikolonialisten

Bücherturm mit Büchern von Things Fall Apart (c) wikicommonsChinua Achebe hat Romane, Erzählungen, Märchen und Gedichte geschrieben. Er wurde zum Wortführer einer Generation, die von einem kolonialen Bildungssystem geprägt wurde und später gegen die kolonialen Werte und Herrschaftssysteme rebellierte. Wie viele andere afrikanische Autoren schrieb er englisch, der Sprache der einstigen Kolonialmacht. Es war ein Widerspruch, doch nur so konnte er sicher sein, dass er international wahrgenommen werden würde.

Chinua Achebe war ein kompromißloser Verfechter eines unabhängigen, freien, demokratischen Afrikas. Anlässlich seines siebzigsten Geburtstages im November 2000 brachte Wole Soyinka das Engagement seines Mitstreiters auf den Punkt: "Achebe hat sich nie gescheut, die Verursacher für das Leid Afrikas beim Namen zu nennen." Chinua Achebe starb im März 2013. Kurz zuvor war er wieder wie so oft im Gespräch um den Nobelpreis für Literatur. Er hat ihn nie erhalten, obwohl er mit allen anderen Literaturpreisen von Rang ausgezeichnet wurde, wie dem Man Booker Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels  

„Wenn wir uns nicht die Erinnerung an unsere Geschichte bewahren, werden wir nicht die Zuversicht haben, die Vergangenheit zu bewältigen.“ Chinua Achebe

Hier kannst du einen Ausschnitt aus dem Roman Onkonwo oder das Alte stirbt hören

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