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Chris Abani

Chris Abani, 1966 in Afikpo, Nigeria, geboren, war ein Frühstarter. Mit gerade mal 16 Jahren veröffentlichte er seinen ersten Roman „Masters of the Board” (1985). Das war zu einer Zeit, als in Nigeria noch eine Militärdiktatur herrschte und jede Kritik am Staat im Keim erstickt wurde. Schon als Teenager war er der Hetzjagd der nigerianischen Machthaber ausgesetzt. Er wurde inhaftiert und misshandelt. Seine Erfahrungen verarbeitete er in seinen Gedichten. Er hat drei Gedichtbände veröffentlicht. Sein zweiter Roman „GraceLand“ (2004) sorgte international für Aufsehen. Chris Abani erzählt darin die Geschichte eines jungen Elvis-Imitators, der in den Slums von Lagos lebt und eine Odyssee durch die Unterwelt der Stadt durchläuft. Von der Kritik wurden seine Arbeiten hochgelobt, sein Talent für eine neue Art des kulturübergreifenden Humors besonders gewürdigt. 2001 erhielt er den PEN USA West Freedom-to-Write-Award, den Prins Claus Prijs sowie 2003 das Lannan Literary Fellowship. GraceLand wurde mit dem Hemingway Foundation PEN Award ausgezeichnet. Chris Abani emigrierte in die USA und lebt derzeit in Los Angeles. Er lehrt an der University of California. Abani arbeitet auch als Verleger und gibt das Lyrikmagazin Black Goat Press heraus. Ihr könnt ihn auf seiner Website besuchen und euch über seine neuen Projekte informieren.
Was Chris Abani zum heutigen Rassismus der ehemaligen Kolonialmächte zu sagen hat, ist absolut lesenswert:
„Es gibt da den alten Witz, den wir Postkolonialen pflegen: Frage: Was ist der Unterschied zwischen den französisch und den britisch Kolonialisierten? Antwort: Während die Franzosen einen Afrikaner als Tier betrachten, oder versuchen, dich zu zivilisieren oder zu assimilieren, würden dich die Briten nicht mal wahrnehmen. In der britischen Kultur gibt es so etwas wie Assimilation nicht. Da geht es nur um den Status Quo… In der amerikanischen Kultur, in der es nur um Kapitalismus geht – gibt es diesen Gedanken der globalen Kultur der Weißen durch globale Assimilation. Es ist eine Art New Wave Imperium … Deshalb war Amerika interessanter oder einladender. Und dann das Fernsehen, die Filme, das gab es hier schon, lange bevor ich geboren wurde. Und als ich mir darüber klar wurde, über die Helden, auch über die schwarzen Helden … da war es das erste Mal, dass ich sah, dass Farbige irgendeine Macht ausstrahlten. Omar Sharif war für uns ein Held. Es war einfacher, sich in einem globalen Zusammenhang zu definieren, einfach weil es diese amerikanischen Filme gab.” Chris Abani
www.chrisabani.com

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