AFRIKA ERZÄHLT JUNIOR - JUGEND Sprache EN | DE

Romane und Legenden aus Äthiopien

Die Königin von Saba - Gemälde von Giovanni Denim von 1789Die Legende der Königin von Saba wird in dem äthiopischen Nationalepos Der Ruhm der Könige (Kebra Negest) beschrieben. Die Legende führt zurück in die Zeit vor Jesus Christus.

 

Kebra NagastDie Königin von Saba hieß Makeba, sie war der Sage nach schwarz, sehr schön und sehr reich. Sie hörte vom Ruhm des israelitischen Königs Salomon, der wegen seiner Weisheit weithin bekannt war. Sie reiste zu ihm nach Jerusalem, sie nahm den jüdischen Glauben an und zeugte mit ihm den Stammvater der äthiopischen Könige, Menelik. Weiter heißt es in dem Buch, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote nach Äthiopien entführt. Bis heute weiß niemand, ob sich die Bundeslade wirklich in Aksum befindet. Es entspinnen sich viele Abenteuergeschichten um die Jagd nach der Bundeslade. Fest steht jedoch, das sich die Dynastie der Salomoniden, die von 1270 bis 1975 über Äthiopien herrschte, auf diese legendäre Verbindung zwischen der Königin von Saba und König Salomon zurück führte.

Die dreizehnte SonneDer Roman Die Dreizehnte Sonne von Daniachew Worqus knüpft an archaische Riten an,  die älter sind als die Legenden der Bibel.

Der greise Würdenträger Woldu wird von Sohn und Tochter zu den heiligen Wassern des Abbo begleitet. Nahe der Wallfahrtskirche nehmen sie provisorisch Quartier in einem Dorf aus Lehmhütten, das in Schlamm und Elend versinkt. Der sterbenskranke Woldu unterwirft sich den alten Riten der koptischen Kirche und lässt sich von einer Zauberin mit Blut und Eingeweiden eines Schafes einreiben. Die Jungen entdecken die phantastische Natur des äthiopischen Hochlandes mit roten Vögeln, gelbweißen Koso-Blüten, Schmetterlingen auf immergrünen Bäumen. Sie werden aber auch mit einer rückständigen, von Armut und Hunger regierten Welt konfrontiert. Sie suchen sich nach ihrem Platz in dieser Welt, die von solch extremen Gegensätzen geprägt ist. Es ist wie ein Aufbruch in eine ungewisse Zukunft, als sie dem verwesenden Leichnam ihres Vaters letztes Geleit geben. 
 
Zum Wiedersehen der SterneIn dem Roman Zum Wiedersehen der Sterne (The Beautiful Things That Heaven Bears) erzählt Dinaw Mengestu von Flucht, neuer Heimat und von einer einzigartigen Liebe.

Seit Sepha vor siebzehn Jahren fliehen musste, hat er in den USA keine Wurzeln geschlagen. Er hat den Kampf beinahe aufgegeben, als er neue Nachbarn bekommt. Die Freundschaft zu dem klugen, lesehungrigen Mädchen Naomi bringt plötzlich Leben in Sephas Alltag. Er verliebt sich in Naomis attraktive Mutter Judith. In der Liebe zu der weißen Professorin findet er die Hoffnung auf ein Glück, das er längst verloren glaubte. In seinem grandiosen Debüt erzählt der junge äthiopisch-amerikanische Autor von einem Schicksal, wie es in den Zeiten der globalen Flüchtlingsströme alltäglich ist - von Wurzellosigkeit, Sehnsucht und dem Funken Hoffnung, der immer wieder aufblitzt.

Rückkehr nach MissingAbraham Vergheses Geschichte Rückkehr nach Missing (Cutting for Stone), spielt am Vorabend der Revolution im Äthiopien der sechziger Jahre. Ein Zwillingspaar wird durch die Liebe zu derselben Frau auseinander gerissen 

Marion und Shiva Stone, eineiige Zwillingsbrüder, wachsen als Waisenkinder in einem Missionshospital in Addis Abeba auf, der Kaiserstadt Haile Selassies. Ihre Mutter, eine schöne indische Nonne, starb bei ihrer Geburt, ihr Vater, ein britischer Chirurg, verschwand spurlos. Marion und Shiva sind unzertrennlich, und sie verbindet die Faszination für die Medizin. Als sie zu jungen Männern heranwachsen, treibt die Leidenschaft für dieselbe Frau einen Keil zwischen die beiden. Marion muß aus seinem von politischen Unruhen geschüttelten Heimatland fliehen, gelangt nach Amerika und geht in seiner Arbeit in einem New Yorker Krankenhaus auf. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein, und er muss sein Leben ausgerechnet in die Hände der beiden Männer legen, denen er am wenigsten vertraut: seinem Vater, der ihn im Stich gelassen, und seinem Bruder, der ihn betrogen hat.

Ein Prinz aus dem Hause DavidEin Prinz aus dem Hause David ist die Autobiographie des Prinzen Asfa-Wossen Asserate. Der Nachfahre des äthiopischen Kaisserreiches  erzählt aus der Sicht eines Emigranten über sein Land. 

Der Prinz erzählt von dem Aufstand in Äthiopien 1974, vom Glanz des Kaiserhofs, von seiner Zeit an der Deutschen Schule in Addis Abeba und vom Leid der Revolution. Mit dem Sturz des Kaiserreichs verlor seine Familie ihre Stellung, und er verlor die Möglichkeit, in seine Heimat zurückzukehren. Der Prinz schildert, wie er in Deutschland neu anfing und nach seinen Studien in Tübingen und Frankfurt am Main die Deutschen und deren große Dichter und Denker kennen- und schätzen lernte.


Äthiopien heuteÄthiopien heute: Begegnungen im Land der Königin von Saba ist ein Reisebericht von Maria Schwelien, der aktuelle Infos über Land und Leute enthält.

1855 wurden die verschiedenen Völker von Äthiopien unter dem Herrscher Tewodros II. zu einem Reich vereint. Er konzentrierte die auseinander strebenden Völker und ihre Anführer zu einer Nation und begann, Äthiopien zu einem modernen Staat zu formen. Mit ihm erhielt Äthiopien wieder eine gewichtige Stimme in der Weltpolitik.   Im 19. Jahrhundert unternahm Italien den Versuch, das Land zu erobern, doch wiederum wehrten sich die Äthiopier erfolgreich. Der äthiopische Kaiser Menelik II. schlug gemeinsam mit den Engländern  die italienischen Invasoren zurück. Bis heute wird dieser Sieg einer afrikanischen gegen eine europäische Armee gefeiert und ist fester Bestandteil des äthiopischen Nationalbewusstseins.

Nur vor und während des Zweiten Weltkrieges wurde Äthiopien kurzzeitig von dem damals faschistischen Königreich Italien besetzt. Doch Italiens Herrschaft über das ostafrikanische Land fand mit dessen Niederlage im Zweiten Weltkrieg ein schnelles Ende. Danach versuchte Äthiopien unter Kaiser Haile Selassie zu seiner alten Ordnung zurückzufinden. Doch Haile Selassies Regime war ebenso autoritär wie das nachfolgende kommunistische Regime. Es bildeten sich Widerstandsbewegungen. Das Land erlebte lange Dürrezeiten und Hungersnöte. Nach Jahren des Bürgerkrieges hat die Rebellengruppe "Revolutionäre Demokratische Front der Äthiopischen Völker" die Macht erobert.

Das heutige Äthiopien gilt als autoritär regiertes Land. Es gibt keine Pressefreiheit, die Menschenrechte werden nicht geachtet. Nach langen Dürreperioden lebt ein Großteil der Bevölkerung in Armut. Nur jeder zweite hat Zugang zu sauberem Wasser.

Äthiopien und seine Feste

Kathedrale Saint Georges in Addis AbebaDie Mehrzahl der Äthiopier sind Christen. Als Christen feiern sie dieselben Feste wie wir. Das wichtigste ist Fassika, das Osterfest, das sie später als wir feiern, denn sie richten sich nach dem Julianischen Kalender, der nicht 12 sondern 13 Monate zählt. Zwei Monate vor Ostern halten alle Menschen eine strenge Fastenzeit ein. Das Weihnachtsfest "Ganna" feiern sie gemäß dem Julianischen Kalender auch später als wir, nicht am 24. Dezember sondern am 7. Januar.  An diesem Tag gehen alle Menschen in die Kirche, und danach feiern sie bei einem üppigen gemeinsamen Festmahl.

 

Äthiopien - Märchen, Legenden und Sagen

Äthiopien ist bekannt durch seine Märchenerzähler, Wandersänger und modernen Schriftsteller. Manche der alten Märchen berichten von den Gefahren der Nomaden auf ihren Wanderwegen, von sagenhaften Königreichen und von den vielen Geistern, die in der undurchdringlichen Bergwelt zu hausen scheinen.

Salomon und die Königin von Saba - Gemälde von Giovanni DenimDie Legende der Königin von Saba wird in dem Buch Der Ruhm der Könige beschrieben. Die Legende schildert die Ursprünge des Königreichs von Äthiopien. Sie führt zurück in die Zeit vor Jesus Christus. Nach der Legende besuchte die Königin von Saba Salomo in Jerusalem, begleitet von ihrem Hofstaat und mit reichen Geschenken im Gepäck. Mit Salomo zeugte sie den Stammvater der äthiopischen Könige, Menelik. Weiter heißt es in dem Buch, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe die Bundeslade mit den Tafeln der Zehn Gebote von Jerusalem nach Äthiopien entführt.  Bis heute weiß niemand, ob sich die Bundeslade wirklich in Aksum befindet, wo manche sie vermuten. Es entspinnen sich viele Abenteuergeschichten um die Jagd nach der Bundeslade. Fest steht jedoch, das sich die Dynastie der Salomoniden, die achthundert Jahre lang, von 1270 bis 1975, über Äthiopien herrschte, auf diese Verbindung zwischen der Königin von Saba und Salomo zurück führte. Selbst der letzte Kaiser Haile Selassie bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.

Der äthiopische Autor Daniachew Worqus berichtet von archaischen Riten, die teilweise noch älter sind als jene, die in der Bibel geschildert werden. In dem Roman Die Dreizehnte Sonne beschreibt der Autor, dass diese alten Riten noch im heutigen Äthiopien lebendig sind. Der greise Würdenträger Woldu wird von Sohn und Tochter zu den heiligen Wassern des Abbo begleitet. Nahe der Wallfahrtskirche nehmen sie provisorisch Quartier in einem Dorf aus Lehmhütten, das in Schlamm und Elend versinkt. Der sterbenskranke Woldu unterwirft sich den alten Riten der koptischen Kirche und lässt sich von einer Zauberin mit Blut und Eingeweiden vom Schaf einschmieren. Die Jungen entdecken sie üppige, phantastische Natur des äthiopischen Hochlandes mit roten Vögeln, gelbweißen Koso-Blüten, Schmetterlingen auf immergrünen Bäumen. Sie werden aber auch mit einer rückständigen, von Armut und Hunger regierten Welt empfangen. Sie fragen sich nach ihrem Platz in dieser Welt, die von solch extremen Gegensätzen geprägt ist. Es ist wie ein Aufbruch in eine ungewisse Zukunft, als sie endlich den verwesenden Leichnam des Vaters letztes Geleit geben, durch Nebel und Wind, von lauernden Geiern verfolgt.


Manche Schriftsteller erzählen von Flucht, neuer Heimat und von Liebe wie  Dinaw Mengestu in seinem Roman Zum Wiedersehen der Sterne (The Beautiful Things That Heaven Bears). (Claassen Verlag 2009).  Seit Sepha vor siebzehn Jahren fliehen musste, hat er in den USA keine Wurzeln geschlagen. Er hat den Kampf beinahe aufgegeben, als er neue Nachbarn bekommt. Die Freundschaft zu dem klugen, lesehungrigen Mädchen Naomi bringt plötzlich Leben in Sephas Alltag, die Liebe zu ihrer Mutter Judith, einer weißen Professorin, schenkt ihm die Hoffnung, dass es doch noch so etwas wie Glück für ihn geben könnte. In seinem grandiosen Debüt erzählt der junge äthiopisch-amerikanische Autor von einem Schicksal, wie es in den Zeiten der globalen Flüchtlingsströme alltäglich ist - von Wurzellosigkeit, Sehnsucht und dem Funken Hoffnung, der immer wieder aufblitzt.

 

Bei Abraham Vergheses Geschichte Rückkehr nach Missing (Cutting for Stone), (Insel Verlag 2009), lernen wir Äthiopien in den sechziger Jahren kennen.  Marion und Shiva Stone, eineiige Zwillingsbrüder, wachsen als Waisenkinder in einem Missionshospital in Addis Abeba auf, der Kaiserstadt Haile Selassies. Ihre Mutter, eine schöne indische Nonne, starb bei ihrer Geburt, ihr Vater, ein britischer Chirurg, verschwand spurlos. Marion und Shiva sind unzertrennlich, beide verbindet die Faszination für die Medizin. Als sie zu jungen Männern herangewachsen sind, treibt sie die Leidenschaft für dieselbe Frau auseinander. Marion muß aus seinem von politischen Unruhen geschüttelten Heimatland fliehen, kommt nach Amerika und geht in seiner Arbeit in einem New Yorker Krankenhaus auf. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein, und er muss sein Leben ausgerechnet in die Hände der beiden Männer legen, denen er am wenigsten vertraut: seinem Vater, der ihn im Stich gelassen, und seinem Bruder, der ihn betrogen hat.

Äthiopien aus der Sicht eines Einheimischen findet sich in der Autobiographie des Prinzen Asfa-Wossen Asserate Ein Prinz aus dem Hause David (Scherz 2007). Er erzählt von dem Aufstand in Äthiopien 1974, vom Glanz des Kaiserhofs, von  seiner Zeit an der Deutschen Schule in Addis Abeba und vom Leid der Revolution. Mit dem Sturz des Kaiserreichs verlor seine Familie ihre Stellung, und er verlor die Möglichkeit in seine Heimat zurückzukehren.  Der Prinz schildert, wie er in Deutschland neu anfing und nach seinen Studien in Tübingen und Frankfurt am Main die Deutschen und deren große Dichter und Denker kennen- und schätzen lernte.


Äthiopien heute: Begegnungen im Land der Königin von Saba ist ein Reisebericht von Maria Schwelien, der aktuelle Infos über Land und Leute enthält.

Jugend