Wie in vielen Ländern im südlichen Afrika begann auch in Kamerun das Geschichtenerzählen im europäischen Sinn – niedergeschriebene, veröffentlichte Literatur - mit der Kolonisierung. Die Autoren orientierten sich an europäischem und amerikanischen Vorbildern. Erzählungen und Romane wurden in englisch oder französisch geschrieben, und einige sind auch ins deutsche übersetzt. Die meisten Romane beschäftigen sich mit der Geschichte Afrikas. Die Kolonialzeit spielt eine große Rolle in den Geschichten. Wie auch die Zeit danach, als die afrikanischen Völker sich zwischen dem traditionellen Leben und europäischen Werten eine eigene Identität suchten. Ihre Kultur zu bewahren, aber auch von den Widersprüchen zwischen Tradition und Moderne zu berichten, war für Autoren wie Francis Bebey oder Mongo Beti der Impuls, Geschichten zu schreiben.
Der Musiker und Autor Francis Bebey schrieb eine teilweise autobiographische Geschichte Regenkind und lässt darin das Kamerun der fünfziger Jahre lebendig werden. Mehr bei Geschichten aus dem traditionellen Afrika.
Patrice Nganangs Roman Hundezeiten (Hammer Verlag) handelt von der Arbeitslosigkeit im heutigen Jaunde. Auf den Fährten eines Hundes durchstreift man die Armenviertel Jaundes und erfährt das pralle Leben einer afrikanischen Großstadt – mit all seinen Gefahren, Freuden und Absurditäten.
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Mongo Beti hat witzige, bissige und kritische Romane über die Zeit während und nach der Kolonialisierung geschrieben. In seinem Roman Der arme Christ von Bomba (La pauvre Christ de Bomba) kritisiert er das Verhalten der europäischen Missionare. Er erregte so großes Aufsehen, dass die katholische Kirche in Frankreich sorgte dafür, dass der Roman verboten wurde.
Einblick in das Leben von Frauen in Kamerun bietet Mireille Makampé in ihrem Buch Der Wille meines Vaters geschehe (Lübbe 2002). Sie beschreibt, wie Afrikanerinnen gegen alte Traditionen aufbegehren und einen eigenen Weg zwischen afrikanischem und westlichem Lebensstil finden.
André Ekama schreibt über die Fragen, die sich jeder stellt, der sich mit Afrika beschäftigt: Wie kann es geschehen, dass das Volk von Obramkuza bis heute nur von Wohlstand und Entwicklung träumen kann, wohingegen die anhaltende Förderung seiner überreichen Bodenschätze ihm so viel Gewinn bringen müsste? Die dreizehn Erzählungen seines Buches Die Schätze von Obramkuza beantworten diese Fragen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. (Monsenstein und Vannerdat 2009)