Nigeria ist eines der literarisch produktivsten Länder Afrikas. Chinua Achebe, Angehöriger der Ibo schrieb Okonkwo, den meistgelesenen Roman Afrikas. Wole Soyinka aus dem Volk der Yoruba erhielt 1984 als erster Schriftsteller Schwarzafrikas den Literatur Nobelpreis. Die Altmeister Wole Soyinka, ein Angehöriger der Yoruba, und Chinua Achebe, aus dem Ibo Volk, wurden beide in den 30er Jahren geboren. Damals stand Nigeria noch unter britischer Kolonialherrschaft. Beide setzten sich ein für die Unabhängigkeit von Großbritannien und das Ende des Kolonialismus. Sie kritisierten die Militärdiktaturen und mussten aus dem Land flüchten. Doch in einem Punkt waren sie Kontrahenten. In dem Biafrakrieg, der das Land zwischen 1967 und 1970 erschütterte. Beide bezogen dazu Stellung in ihren Werken. Als Angehöriger der Yorouba kritisierte Wole Soyinka das Vorgehen der Zentralregierung und wurde mit 22 Monaten Haft bestraft. Chinua Achebe als Angehöriger der Ibo trat für eine unabhängige Republik Biafra ein. Durch ihre Zugehörigkeit zu den konkurrierenden Völkern waren sie persönliche Konkurrenten geworden. Heute befinden sich beide in den USA und lehren Literatur. Mehr bei Autobiographien
In Nigeria kennt jedes Kind die Geschichte von Cyprian Ekwensi Der Wanderzauber (Burning Grass). Das Buch gehört zur Schullektüre in Nigeria. Es erzählt vom Leben der Fulbe, einem Hirtenvolk im Norden des Landes, und der romantischen Liebe zwischen einem Hirten und der wunderschönen Sklavin Fatimeh.
Ein weiterer nigerianischer Autor bezog Stellung zum Biafra Krieg: Ken Saro Wiwa, der als junger Soldat an den Kriegshandlungen beteiligt war. Danach schrieb er den erschütternden Anti-Kriegsroman Sozaboy.
Chimamanda Ngozi Adichie ist eine junge Erzählerin aus Nigeria. In ihren Romanen Blauer Hibiskus und Die andere Hälfte der Sonne beschreibt sie die Situation junger Frauen in Nigeria.
Der Romanautor Chris Abani liefert in seinem Roman Graceland einen Zustandsbericht über die Slums von Lagos und die Träume der heutigen Großstadtjugend Afrikas.