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Der Kongo - der längste Fluss in Zentralafrika

Kongo bei Maluki (c) Vberger gemeinfreiDer Kongo ist der geheimnisvolle Riese unter den Flüssen Afrikas. Er fließt über eine Länge von etwa 4700 Kilometern durch das Herz von Afrika, durch trockene Steppen, dichten Regenwald und vorbei an Großstädten. Der Strom nährt ein riesiges, tropisches Urwald-Gebiet mit unglaublichem Artenreichtum. "Der Fluss, der alle Flüsse verschluckt" - so nennen ihn die Einheimischen. Tatsächlich ist der Kongo der tiefste Fluss der Erde. An einigen Stellen ist er 220 Meter tief, kein anderer Fluss ist tiefer. Anrainer des Stroms sind die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Angola.

Von der Quelle zum Oberlauf

Karte des Kongo (c) Hel-hama CC BYSA 3.0Als Rinnsal entspringt der Kongo im Norden Sambias, im Mitumba Gebirge. Seine Größe und Kraft ist dem Fluss da noch nicht anzusehen. Am Oberlauf wird der Kongo "Lualaba" genannt. Einmal im Jahr findet in der Quellregion des Kongos eines der größten Tierspektakel der Welt statt: Millionen von Flughunden finden sich in einem winzigen Waldstück ein, um sich mit reifen Früchten die Bäuche voll zu schlagen.

Die Tsangi leben am Fluss (c) Julien HarneisDer Kongo fließt Richtung Norden und wird durch zahlreiche Stauseen aufgehalten. Er erhält aber auch wichtige Zuflüsse. Bis zu den Stanley-Fällen in der DR Kongo hält der Lualaba seine Richtung bei. Wie du auf der Karte oben links sehen kannst, wendet er sich bei der Stadt Kisangani  nach Westen. Er steuert auf den Dschungel der Demokratischen Republik Kongo zu und wird dabei immer mächtiger. Hinter Kisangani verbreitert sich der Kongo. Haushohe Sandinseln türmen sich im Fluss auf, die eigene Lebensräume bilden. Auf dem Foto rechts siehst du eine Familie aus dem Volk der Tsangi, die am Kongo leben.

Schuhschnabel (c) frank wouters CC BY SA 2.0Der Fluss gelangt in ein gigantisches Sumpfgebiet. Verdeckt im Dickicht lebt der Schuhschnabel, der größte Schreitvogel der Erde. Aufrecht stehend ist der Schuhschnabel fast so groß wie ein Mensch.

Elefanten im Dzanga Sanghac (c) Damiano Luchetti gemeinfreiDer Kongo speist den zweitgrößten Regenwald der Erde. Hier liegt die Heimat der Waldelefanten. Immer wieder zieht es sie an einen magischen Ort: die Dzanga Bai. Mit den Elefanten kommen unzählige andere Waldbewohner hierher. Was macht diesen Ort so einzigartig? Es ist eine natürliche Waldlichtung mit besonders mineralreichem Gewässer. Es lässt sehr schmackhafte Blätter und Gräser wachsen. Auf dem Foto links siehst du eine Elefantenfamilie durch Dzanga Bai ziehen.

Der Mittellauf des Kongos ist Autobahn und Handelsplatz

Kongo bei Kisangani (c) Myriam Asmani CCBYSA 2.0In seinem Mittellauf heißt der Fluss nur Kongo. Er fließt in einem großen Bogen durch dichten Regenwald und sumpfiges Moorgebiet. In dieser Region gibt es kaum ausgebaute Straßen. Es regnet fast das ganze Jahr über und die wenigen Straßen sind reine Schlammlöcher. Der Fluss ist daher der einzig sichere Verkehrsweg, auf dem die Anwohner ihre Waren transportieren und Handel treiben. Vom geschnitzten Einbaum über Fähren bis zu riesigen Flößen schwimmt alles den Kongo hinunter. Auf dem Foto links ist eine Luftaufnahme vom Kongo nahe von Kisangani zu sehen.

Mbanda Market am Kongo (c) Oxfam CC BY SA 2.0Die Anlegestellen der zahlreichen Personenfähren werden von Händlern und Kleinbauern belagert. Sie verkaufen den Passagieren Bushmeat, das heißt alles Kleingetier, das sie aus dem Regenwald herangeschleppt haben. Sie bieten Gebrauchsgegenstände an wie Messer, Körbe oder Töpferwaren. Aus dem Kongo Becken im Süden und von Norden erreichen große Zuflüsse den Kongo und lassen ihn zu einem gewaltigen Strom anwachsen. Der Kongo erweitert sich zu einer Art See, dem Pool Malebo. An den Seeufern liegen links und rechts die Zwillingsstädte Brazzaville (Republik Kongo) und Kinshasa (DR Kongo). Riesige Containerschiffe tragen ihre Lasten Richtung Atlantik. Der Kongo ist auf rund 3000 Kilometern schiffbar. Die Stellen, an denen er durch Stromschnellen und Wasserfälle nicht befahren werden kann, werden durch Eisenbahntrassen überbrückt.

Greentreepython (c) Geekly CC BY SA 2.5Je gewaltiger der Kongo wird, desto größer sind auch Tiere, die im und am Strom leben. Meterlange Pythons lauern in den Bäumen auf Beute, gewaltige Nilpferdbullen kämpfen um die Macht im Wasser. Um am Kongo zu überleben, müssen sich Tiere extremen Bedingungen anpassen. So sind hier einzigartige Wesen entstanden: Fische mit Lungen, Flügeln oder solche, die an Land gehen und jagen. Diese Fische zählen zu den ältesten Bewohnern der Flüsse Afrikas. Sie erzählen eine Menge über unsere Verwandtschaft mit diesen Urtieren.

Am Unterlauf des Kongos schwimmen Containerschiffe Richtung Atlantik

Blick auf Matadi (c) MONUSCO Myriam Asmani CC BY SA 2.0Hinter dem Pool Malebo beginnt der Unterlauf des Kongos. Er stürzt die Livingstone-Fälle hinunter und mündet in einem 40 Kilometer breiten Delta in den Atlantik. Die letzte Stadt vor der Mündung in den Atlantik ist Matadi. Die Stadt wird von den Einheimischen auch Stone-City genannt, denn sie ist auf Felsen gebaut. Von Matadi aus sind es noch 148 km zur Mündung. Auf diesem letzten Abschnitt liegen einige der steilsten Stromschnellen der Welt. Deshalb ist der Kongo hier nicht mehr schiffbar. Auf dem Foto rechts siehst du die Stadt Matadi.

Riesentigerfisch (c) Loury Cedric CCBY SA 4.0In seinem Unterlauf birgt der Kongo so viele Fischarten, dass einige erst vor Kurzem entdeckt wurden. Immer wieder machen sich Angler hier auf die Suche nach dem Riesentigerfisch. Von dem Flussräuber erzählt man sich wahre Horror-Geschichten. Der Riesentigerfisch vereint die Eigenschaften der gefährlichsten Flussräuber: Er ist blutrünstig wie ein Piranha, gut getarnt wie ein Krokodil und kräftig wie ein Bullenhai. Der Flussräuber ist etwa 1,20 Meter lang und 40 Kilo schwer. Wegen seines mörderischen Gebisses mit den langen, spitzen Zähnen ist er gefürchtet. Etliche Menschen am Ufer des Flusses sollen dem Monster schon zum Opfer Gefallen sein. Auf dem Foto links erkennst du die scharfen Zähne des Riesentiegerfisches.

Flagge der Demokratischen Republik KongoMehr über die Demokratische Republik Kongo

Flagge der Republik Kongo (c) wikipedia commonsMehr über die Republik Kongo

Flag of Angola (c) wikimediaMehr über Angola

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