Die Republik Kongo liegt in Zentralafrika, neben der Demokratischen Republik Kongo. Es gibt also zwei Länder, die nach dem Kongofluss benannt sind. Die Republik Kongo ist etwa so groß wie Deutschland, mit über vier Millionen Einwohnern jedoch dünn besiedelt.

Die Republik Kongo wird von fünf Ländern umgeben: Gabun, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratischen Republik Kongo und Angola. Der Kongo und sein größter Nebenfluss, der Ubangi, bilden eine natürliche Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Nahe der Kongomündung liegt Cabinda, ein kleines Gebiet, das zu Angola gehört. So ein eingeschlossenes Gebiet nennt man Exklave. Im Südwesten grenzt das Land an den Atlantischen Ozean. Die Republik Kongo liegt im Kongobecken. Es wird vom Äquator durchquert, deshalb herrscht hier tropisches Klima. Es gibt zwei Regenzeiten, von Januar bis Mai und von Oktober bis Mitte Dezember. Das bedeutet, 8 Monate im Jahr regnet es!
Dank der Nähe zum Äquator hat sich hier das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde entwickelt. Fast zwei Drittel des Landes werden von dichten, noch unberührten Regenwäldern bedeckt. Der beinahe 14 000 Quadratkilometer große Odzala Nationalpark im Herzen des Kongobeckens umschließt den zweitgrößten Regenwaldgürtel unseres Planeten. Er zählt zu den ältesten Naturschutzgebieten der Welt.


Der Kongo und seine Nebenflüsse sind die einzigen Verbindungen ins Landesinnere. Die schmale Küstenebene wird von Lagunen aufgelockert. Hinter der Küste ragen die Mayombe-Berge auf. An der Grenze zu Gabun liegt der höchste Berg des Landes, der 1040 m hohe Monts de la Lékéti.
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Die Hauptstadt Brazzaville liegt am Pool Malebo, einem See, den der Kongo vor seiner Mündung in den Atlantik bildet.



Benannt ist die Stadt nach dem Franzosen Pierre Savorgnan de Brazza. De Brazzza wollte am rechten Ufer des Pool Malebo eine Militärstation anlegen. Er verhandelte mit dem Häuptling Makoko, der ihm im Jahr 1880 das Gebiet abtrat. Brazzaville wuchs rasch. 1900 lebten etwa 5.000 Einwohner in der Stadt. Heute ist Brazzaville eine moderne Metropole mit über einer Million Menschen. Ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Brazzaville ist der 106 Meter hohe Tour Nabemba. Die größte Hafenstadt der Republik ist Pointe Noire, die am Atlantik liegt, nahe an der Grenze zu Angola.

Die Mehrheit der Kongolesen stammt von den Bantu ab. Man nimmt an, dass die Bantuvölker hier ihren Ursprung hatten, bevor sie sich auf Völkerwanderung begaben und das südliche Afrika besiedelten. Französisch ist heute Amtssprache, denn der Kongo war lange Jahre eine Kolonie von Belgien. Die Bevölkerung spricht neben Französisch ihre afrikanischen Sprachen wie zum Beispiel Lingala. Während der Kolonialzeit wurde der Kongo von vielen Missionaren bereist, um die afrikanische Bevölkerung zu christianisieren. Heute gehört die Hälfte der Bevölkerung dem Christentum an. Die andere Hälfte pflegt noch ihren afrikanischen Glauben. Die ältesten Völker sind die Pygmäen. Die Waldmenschen leben in inniger Verbindung mit dem „Kosmos Wald“. Wie Nomaden durchwandern sie die Regenwälder. Sie treiben Handel mit den Bantus, die in den Randgebieten der Wälder leben.

In der Republik Kongo besteht eine zehnjährige Schulpflicht. Schule ist nicht immer ein Vergnügen. Denn der Unterricht ist sehr streng. Herumtollen während der Schulzeit ist verpönt. Schülermitverwaltung ist ein Fremdwort. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt in Armut, die Kinder sind davon besonders stark betroffen, vor allem jene, die ihre Eltern verloren haben. Viele dieser Kinder gehen nicht zur Schule, sie müssen ja für sich selbst sorgen. Sie helfen bei der Ernte oder schuften in den Erz-Minen.
Die Republik Kongo liegt wirtschaftlich am Boden. Es herrscht Massenarbeitslosigkeit. Dabei ist das Land reich an Bodenschätzen. Im Kongo wird Erdöl gefördert. Außerdem gilt die Republik Kongo als größter Petroleumerzeuger Afrikas. Doch obwohl das Land reich an Bodenschätzen ist, fehlt die Infrastruktur, um diese Rohstoffe zu verarbeiten. Und es fehlen gut ausgebildete Facharbeiter. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt von der Feldarbeit. Maniok und Kochbananen gehören zu den Grundnahrungsmitteln. Frauen arbeiten in Kleinbetrieben wie Nähereien. Männer gehen auf Fischfang. Doch der Verdienst reicht gerade mal für den Unterhalt der Familien. Für Schule und Bildung bleibt da kaum etwas übrig.
Schokolade ist für die meisten Kinder im Kongo unerschwinglich
Kakao wird auf großen Plantagen industriell angepflanzt und exportiert. Die gelben Früchte wachsen am Stamm und enthalten 20 bis 50 Kakaobohnen. Man schneidet die Früchte in der Mitte durch und pult die Bohnen mit den Fingern heraus. Oft arbeiten Kinder auf den Plantagen und helfen bei der Kakaoernte. Wie viele von diesen Kindern wohl schon mal eine Tafel Schokolade gegessen haben? Die Arbeit als Kakaopflanzer ist sehr hart und wird nicht gut bezahlt. Deshalb versuchen viele Bauern ihr Glück in den Städten, denn hier verdienen sie oft mehr als auf den Plantagen.
Das Okapi ist einer der seltensten und seltsamsten Bewohner des dichten Regenwaldes im Kongogebiet. Erstmals wurde das pferdeähnliche Tier, das mit Giraffen verwandt ist, von einem Europäer gesichtet, und auch gleich erlegt. Heute zählen Okapis zu den bedrohten Arten. Sie reagieren sehr empfindlich auf jede Störung des Gleichgewichts im Regenwald. Mehr über die Tiere im Länderdreieck Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo und Burundi
Die Pygmäen sind die ältesten Bewohner Zentralafrikas und des Kongos. Noch heute leben sie in ähnlichen Gemeinschaften wie zu den Urzeiten der Erde. Bantuvölker besiedelten vor etwa 7000 Jahren das Kongobecken, das bezeugen Werkzeuge und einfache Töpferarbeiten. Im Unterschied zu den Pygmäen, die durch die Wälder zogen, waren die Bantu sesshaft. Sie konnten Eisen bearbeiten und betrieben Ackerbau. Um 1000 vor Christus war das Kongogebiet so bevölkert, dass einige Sippen aufbrauchen und sich über das östliche und südliche Afrika ausbreiteten. Etwa 1000 nach Christus organisierten sich die Menschen Zentralafrikas zu kleinen Gemeinschaften. Viele spezialisierten sich auf irgendein Gebiet wie Feldbau, Fischfang, Werkzeugherstellung oder Kupferabbau. Mit der Entwicklung des Handels und der wachsenden Bevölkerung bildeten sich Königreiche. Das größte war das Reich der Mani Kongo. Links oben im Bild siehst du das Wappen der Kongokönige.
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Nach langen Jahren des Bürgerkrieges ist das Land heute eine präsidiale Republik. Die Republik wird von einem Präsidenten beherrscht, der für fünf Jahre gewählt wird. Mit der Wahl wird ihm eine umfassende Macht über die Regierung erteilt, gleichzeitig ist er auch Oberbefehlshaber des Heeres. Er bestimmt damit weitgehend die Politik des Landes. Seit 2003 herrscht Frieden. Doch immer wieder brechen Unruhen aus. Aus diesem Grund ist ein Viertel der Bevölkerung aus dem Land geflohen. Die Regierung hat eine Kampagne gestartet, um die einstigen Rebellen zu entwaffnen und wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Doch es wird noch einige Jahre dauern, bis Ruhe in das Land einkehrt. Die wichtigste Aufgabe der heutigen Republik ist es, den Kindern und Jugendlichen Bildungsmöglichkeiten zu verschaffen. Trotz der traurigen Geschichte und der schlechten Wirtschaft besitzt das Land einen großen natürlichen Reichtum. Wie kaum ein anderes afrikanisches Land haben die Kongolesen ihre ursprünglichen Regenwälder erhalten und die artenreiche Tierwelt unter einen besonderen Schutz gestellt.
Mouamba, ein Rezept aus dem Kongo
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