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Die Demokratische Republik Kongo

Flagge der Demokratischen Republik KongoDatei:Democratic Republic of the Congo on the globe (Africa centered).svgDie Demokratische Republik Kongo liegt im Herzen von Afrika. Ihren Namen verdankt sie dem Fluss Kongo. Mit einer Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometer ist das Land der zweitgrößte afrikanische Staat. Etwa 70 Millionen Einwohner leben in der Republik.

Regenwälder, Berge und Seen - landschaftliche Schönheiten im Kongo

Datei:La rivière Lulilaka, parc national de Salonga, 2005.jpgFile:Mount Stanley.jpgDas Land ist geprägt vom Kongo und den riesigen Regenwaldgebieten, die sich rund um den Äquator gebildet haben. Im Osten liegen dichte, unberührte Regenwälder, in denen immer wieder neue Tierarten entdeckt werden. Im Osten erstrecken sich hohe Gebirgszüge mit Vulkanen, die teilweise noch aktiv sind. Die Ufer des Tanganjika-Sees im Südosten erinnern an die französische Riviera. Durch die Nähe zum Äquator ist es heiß und feucht. Es gibt keine vier Jahreszeiten wie bei uns, sondern einen Wechsel von Regen- und Trockenzeit.

Die Demokratische Republik Kongo - ein Land mit vielen Nachbarn

Demokratische Republik Kongo (c) Uwe DederingKongo besitzt einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik und dehnt sich wie ein riesiger Ballon ins Innere des Kontinents aus. Daher grenzen viele Länder an die Republik im Herzen Afrikas. Auf der Karte rechts ist das Gebiet der Demokratischen Republik Kongo dunkler abgesetzt als die umgebenden Länder. Die roten Punkte markieren die großen Städte im Land. Im Nordwesten liegt die kleinere Republik Kongo. Im Norden grenzen die Zentralafrikanische Republik und Sudan an Kongo. Im Süden befinden sich Angola und Sambia. Im Osten steigt das Land zum Ruwenzori Gebirge an. An der Ostseite des Gebirges befinden sich die großen afrikanischen Seen. Sie bilden eine natürliche Grenze zu Tansania, Burundi und Ruanda. Der größte dieser Seen ist der Tanganjika See.

Der Kongo – die wichtigste Verkehrsader für viele Völker

Der Fluss Kongo (c) VbergerDer Kongo ist der zweitgrößte Fluss Afrikas. Wie du auf der Karte oben sehen kannst, fließt er in einem weiten Bogen Richtung Norden durch flaches Land. Dann wendet er sich nach Süden. Er erhält auf seinem Weg zum Atlantik zahlreiche Zuflüsse, so dass er sich zu einem riesigen Strom verbreitert. Er durchfliesst tropische Regenwälder und strebt dem Atlantik zu. Schließlich mündet er in einem großen Delta in den Ozean. Wenn sich die Straßen zur Regenzeit in Schlammlöcher verwandeln, dann dient der Fluss als wichtigster Verkehrsweg. Allerdings wird die Schifffahrt auf dem Kongo durch Stromschnellen und Wasserfälle immer wieder unterbrochen. Die Reisenden müssen auf die Eisenbahn umsteigen. Deshalb kann eine Reise durch Kongo viele Tage und Wochen dauern.

Der Kongo - ein schwimmender Handelsplatz

Datei:Basankusu boats Dibu Basengis.jpg Viele Händler sind auf dem großen Fluss unterwegs. Sie leben und arbeiten auf dem Kongo, und verkaufen Waren, die sie von den Fischern am Fluss oder den Jägern aus den Wäldern beziehen. Ihre Boote sind schwimmende Lebensmittelgeschäfte, prallgefüllt mit Fischen, Maniok, geräuchertem Affenfleisch oder Süßkartoffeln. Die Hütten vieler Dörfer am Fluss sind auf Stelzen gebaut. Die meisten Kongolesen sind auf Einbäumen unterwegs, wenn sie schnelle Besorgungen machen oder Freunde und Verwandte besuchen wollen. Einbäume nennt man die Boote, weil sie aus einem Baum geschnitzt sind. Schon kleine Kinder sind auf dem Fluss unterwegs und steuern geschickt ihre Boote. Mit zahlreichen Wasserkraftwerken ist der Kongo nicht nur ein bedeutender Verkehrsweg sondern auch ein wichtiger Energieversorger. Mehr über den Kongo

Das Kongobecken ist das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde

Das Kongobecken erstreckt sich zwischen Ruwenzori Gebirge und dem Atlantik. Nur das Amazonasbecken ist größer. Das Kongobecken ist ein wesentlicher Teil der grünen Lunge, die unsere Erde längs des Äquators umspannt. Zeitweise wird das Kongobecken vom Strom und seinen Zuflüssen überschwemmt. Dann kann man nicht mehr durch dieses Gebiet reisen. Der tropische Regenwald ist von Feuchtsavannen umgeben. Mehr über das Kongobecken

Das Ruwenzori Gebirge zieht sich wie eine Wirbelsäule durch Zentralafrika

File:Rwenzori mountains FP.jpgDie Ruwenzori Berge wurden von den ersten Griechen, die durch Afrika reisten,  "Mondberge" genannt. Denn die Gebirgslandschaft mit ihren exotischen Pflanzen und seltenen Tieren wirkte auf sie wie eine Phantasiewelt. Noch heute faszinieren uns diese fast immer in Nebel gehüllten, undurchdringlichen Regenwälder. Die Bergkette bildet die Grenze zu den Ländern im Osten von Kongo. Der höchste Berg des Ruwenzori-Gebirges ist der Pic Marguerite mit über fünftausend Meter Höhe. Auf der Karte oben ist er mit einem kleinen Dreieck markiert. In den Ruwenzori Bergen leben Gorillas und die seltenen Okapis.

Kinshasa - die quirlige Hauptstadt am Kongo

Kinshasa, Boulevard du 30 juin - Moyogo.jpg

Kinshasa liegt am Pool Malebo. Nicht weit von der Mündung entfernt staut sich hier der wasserreiche Kongo zu einem großen See. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert von dem Journalisten Henry Morton Stanley als Handelsposten gegründet. Er nannte den Ort Léopoldville, zu Ehren des damaligen Königs Leopold von Belgien. Der belgische König herrschte für eine kurze Zeit über das Kongogebiet. Heute ist Kinshasa die zweitgrößte Stadt des Kontinents mit beinahe neuneinhalb Millionen Einwohnern. Ihr Stadtkern ist europäisch, wie du auf dem Foto rechts siehst. An den Ränden haben sich typisch afrikanische Satellitenstädte entwickelt. Die Stadt ist umgeben von Slums, die Flüchtlinge seit den Bürgerkriegen erbaut haben. In den völkerkundlichen Museen der Universität kann man sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte von Zentralafrika begeben. Sehenswürdigkeiten sind der Fischereihafen Kinkole und die Gärten der Präsidentenresidenz Nsele. Hier kann man in den großen Wasserreservoirs schwimmen und angeln. Auf den Märkten der Hauptstadt stellen Kunsthandwerker Holzskulpturen und Schmuck aus.

Ein Vielvölkerstaat in der Mitte von Afrika

Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen Bantuvölkern zusammen, wie den Luba, Kongo, Ruanda oder den Tutsi. In dem Vielvölkerstaat werden 400 Sprachen gesprochen! So viele wie in keinem anderen Land Afrikas. Amtssprache ist Französisch. Lingala und Kisuaheli zählen zu den meistgesprochenen Nationalsprachen. Daneben hört man hunderte von Bantu-Dialekten. Die Demokratische Republik Kongo ist ein "junges" Land, gemessen am Alter seiner Bewohner. Fast die Hälfte ist jünger als 14 Jahre. Das ist eine Folge der Kriege im Land, die vielen Kongolesen das Leben kostete.  

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Verkäuferin in der Demokratischen Republik Kongo (c) Jay DedmanFile:Congo Refugee.jpg

 Die Mehrheit der Kongolesen sind Christen, sie nennen sich Anhänger der "Kirche Christi im Kongo". Deshalb finden sich im Kongo zahlreiche mit großen Kreuzen geschmückte Kirchen. Das Christentum ist eine Folge der Kolonisierung vor mehr als fünfhundert Jahren. Trotz der Missionierung pflegen heute noch viele Kongolesen ihre alten Naturreligionen. Im Osten des Landes findet der Islam immer mehr Zulauf. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt auf dem Land, immer mehr wandern in die Städte ab. In den Waldgebieten leben etwa 50 000 Pygmäen, die ältesten Bewohner von Zentralafrika. Mehr über die Pygmäen

Schule und Bildung - für Familien oft unbezahlbar

Junge im Kongo (c) USAID

In der Demokratischen Republik Kongo leben viele Kinder auf der Straße, statt in die Schule zu gehen. Durch die Bürgerkriege wurden viele Kinder ausgesetzt, weil ihre Familien sie nicht mehr ernähren können. Diese Kinder müssen sich alleine durchschlagen. Aber auch Kinder, die zu Hause leben, besuchen oft nicht die Schule. Denn das Schulgeld ist für viele Eltern zu teuer. Außerdem verschlingen Schuluniformen und Schulbücher eine Menge Geld. Deshalb entscheidet sich die Mehrzahl aller Eltern dafür, dass nur einige ihrer Kinder lesen und schreiben lernen. Meist sind das die Jungen. Das ist der Grund dafür, dass vor allem Mädchen unter den Analphabeten zu finden sind. Mehr über Schulen in Afrika

Harry Potter, Hexenkinder und Straßenkinder

Zaubern können wie Harry Potter? Viele Kinder würden das auch in Afrika gerne. Harry Potter ist nämlich das meistgelesene Buch auf unserem Nachbarkontinent. Einige erwachsene Kongolesen glauben fest daran, dass es Zauberer und Hexen  gibt. Sie glauben sogar, dass manche Kinder hexen können. Wenn sie für ein Unglück keine Erklärung finden, dann war es eben das „Hexenkind“. Meist trifft  es Kinder, die von ihren Familien ausgesetzt wurden.

 

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File:Congo Passing Time (4545682096).jpgFile:Congo Refugee (4586866859).jpg

Laut der Kinderhilfsorganisation World Vision befinden sich im Kongo Tausende Kinder auf der Flucht. Denn immer wieder brechen Bürgerkriege aus. Rebellen durchstreifen die Dörfer, rauben und brandschatzen. Sie entführen Kinder und zwingen sie, für bewaffnete Gruppen zu kämpfen. Zahlreiche Kinder machen sich alleine auf den Weg. Sie überqueren auf Schleichwegen die Grenzen zu den Nachbarländern Ruanda und Uganda. In Flüchtlingslagern suchen sie Schutz, denn sie sind noch zu klein, um alleine zu überleben.

Wirtschaft und Industrie

Fruchtbares Ackerland und große Vorkommen von Mineralien und Rohstoffen machen die Demokratische Republik Kongo zu einem der reichsten Länder Afrikas. Doch die Bevölkerung hat wenig von diesem Reichtum. Mehr als die Hälfte aller Kongolesen lebt von der Landwirtschaft. Auf den Feldern wird Obst, Gemüse, Kaffee, Kakao, Tee, Gummi, Baumwolle, Reis und Palmöl angebaut. Kautschuk und Palmöl sind bedeutende Exportgüter.

Basankusu collecting firewood (c) Francis Hannaway

First train in Kindu, DRC (c)

Kinder arbeiten in den Minen von Kongo (c) worldvision

Im Bergbau werden Kupfer, Kobalt  Mangan, Zink, Uran, Zinn und Diamanten abgebaut. Kasai im Kongo ist sogar das bedeutendste Diamanten-Gebiet der Erde. Doch Bürgerkriege und Korruption verhindern, dass die wertvollen Bodenschätze zum Wohl aller genutzt werden. Hinzu kommt, dass Transportwesen, Straßen und Verkehr nicht sehr gut ausgebaut sind und eine zügige Produktion behindern. Davon profitieren westliche Unternehmen. Sie erwerben die Rohstoffe billig, verarbeiten sie und verkaufen die fertigen Produkte teuer. In den meisten Minen im Kongo arbeiten Kinder, denn sie sind klein und können sich in den unterirdischen, engen Gängen besser bewegen als die viel größeren Erwachsenen. Die Eltern freuen sich über den Zusatzverdienst und die Kinder sind stolz, zum Unterhalt der Familie beizutragen. Doch für ihr zukünftiges Leben ist es hinderlich, dass sie keine Schule abschließen. 

Die Demokratische Republik Kongo ist die Heimat vieler exotischer Tiere

Bonobo Waisenhaus in Kinshasa (c) VanessaWoods

In keinem anderen afrikanischen Land leben so verschiedenartige und seltene Tiere wie in der DR Kongo. Hier kann man Tiere der Regenwälder und der Savannen beobachten wie auch Arten, die nur hier überlebt haben wie das seltene Okapi. In den zahlreichen Nationalparks wurden Schutzgebiete geschaffen, um die vielfältige Tierwelt zu schützen. Das einzige Waisenhaus der Welt für Bonobo Affen findet sich am Rand von Kinshasa. Seit das Waisenhaus besteht, konnten mehrere hundert Tiere gerettet werden. Wilderer fangen Bonobo ein, denn auf dem Schwarzmarkt verdienen sie sehr viel Geld mit den klugen Affen. Mehr über Tiere im Kongo

Mehr über Tiere der Regenwälder

Die Geschichte von Kongo
Holzschnitzkunst aus dem Kongo (c) wikimedia

Die Pygmäen sind die ältesten Bewohner Zentralafrikas und des Kongo. Noch heute leben sie in ähnlichen Gemeinschaften wie zu den Urzeiten der Erde. Bantuvölker besiedelten vor etwa 7000 Jahren das Kongobecken, das bezeugen Werkzeuge und einfache Töpferarbeiten. Im Unterschied zu den Pygmäen, die durch die Wälder zogen, waren die Bantu sesshaft. Sie konnten Eisen bearbeiten und Ackerbau betreiben. Um 1000 vor Christus war das Kongogebiet so bevölkert, dass einige Sippen aufbrauchen und sich über das östliche und südliche Afrika ausbreiteten. Etwa 1000 nach Christus organisierten sich die Menschen Zentralafrikas zu kleinen Gemeinschaften. Viele spezialisierten sich auf irgendein Gebiet wie Feldbau, Fischfang, Werkzeugherstellung oder Kupferabbau. Mit der Entwicklung des Handels und der wachsenden Bevölkerung bildeten sich frühe Königreiche. Das größte Reich besaßen die Mani Kongo, die Herrscher über Kongo. Mehr über das Königreich Kongo

Mehr über die Kolonialisierung des Kongo und die Geschichte Zentralafrikas

Wann kehrt Frieden ein in der Demokratischen Republik Kongo?

File:Congobelongings.jpg Die demokratische Republik Kongo zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Dabei gilt Kongo als das rohstoffreichste Land der Erde. Der reiche Boden wird immer mehr zum Fluch für die Bevölkerung. Seitdem Portugiesen und Belgier in der Kolonialzeit begannen, die Bodenschätze zu fördern, werden die Völker des Landes ausgebeutet. Bis heute kämpfen Rebellen, Staat, Militär und westliche Unternehmen um die Rohstoffe. Wer das Gebiet besitzt, hat die Macht und wird mit den  Rohstoffen reich. Die Leidtragenden sind die Völker Kongos. Die Mehrzahl der Männer ist arbeitslos. Sie verdienen nicht genügend, um den im Kongo üblichen Brautpreis zu zahlen. Deshalb verlassen viele das Land. Außerdem wurden durch die Bürgerkriege viele Familien auseinander gerissen und sind verarmt. So kommt es, dass im Kongo mehr Kinder auf der Straße leben als in anderen afrikanischen Ländern. Deshalb braucht das Land dringend Frieden.

Mouamba, ein Rezept aus dem Kongo, das überall in Zentralafrika beliebt ist.

Mehr über das Nachbarland Republik Kongo

 

Bücher und Atlanten zu Afrika:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

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