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Guinea-Bissau

Flagge von Guinea-Bissau (c) wikimedia commons

Guinea-Bissau liegt an der Westküste Afrikas. Das Land besitzt eine Fläche von 36.000 Quadratkilometer. Das entspricht der Größe von Baden-Württemberg. Etwa eineinhalb Millionen Menschen leben in Guinea-Bissau.

Lage

Karte von Guinea-Bissau (c) Urutseg CC BY SA 3.0Guinea-Bissau wird im Westen vom Atlantik begrenzt. Vor der Küste liegen viele Inseln, die nur zum Teil bewohnt sind. Im Norden grenzt es an Senegal. Im Osten und Süden wird es von Guinea umschlossen. Das Land liegt nördlich des Äquators. Hier herrscht tropisches Klima mit Temperaturen um die 30 ° Celsius. Es gibt keine vier Jahreszeiten, sondern nur eine Regen- und eine Trockenzeit. Die Trockenzeit reicht von Dezember bis Mitte Mai.   

Landschaften

Mangrovenwald an der Küste vom Golf von Guinea (c) Nammarci CC BY SA 3.0

Die Küste von Guinea-Bissau ist stark zerklüftet und von vielen Lagunen gesäumt. In Küstennähe liegen tropische Wälder. Guinea-Bissau ist ein „grünes“ Land. Mehr als ein Drittel seiner Fläche ist von tropischem Regenwald bedeckt. Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso mehr breitet sich Savannenlandschaft aus. Das Bissagós-Archipel ist eine Inselgruppe vor der Küste von Guinea-Bissau. Von den 88 Inseln sind nur die großen Inseln bevölkert. Hier leben die Bijago, die noch ihre eigene Sprache sprechen. Da bis vor kurzem keine Schiffe an den kleineren Inseln landen konnten, hat sich hier eine einzigartige Natur bewahrt. Seltene Tiere und Pflanzen konnten hier überleben, wie zum Beispiel seltene Arten von Meeresschildkröten.

Tierwelt

Schimpansenmutter mit Jungem (c) PierreFidenci CC BY SA 2.5In der Cufada Lagune kannst du viele Zugvögel aus deiner Heimat beobachten, die hier überwintern. Auch viele seltene, exotische Vogelarten nisten hier ungestört zwischen Nilpferden und Krokodilen. Die tropischen Regenwälder im Süden Guinea-Bissaus sind die Heimat für einige der seltensten Tiere Afrikas. Es gibt schwarze und rote Wildschweine, große und kleine buntschillernde Vogelarten und unzählige Schlangen, Kröten, Echsen und Insekten. Hier wurden die selten gewordenen Schimpansen angesiedelt. Sie haben sich stark vermehrt und geben den Ton an. Mehr über die Tiere der Regenwälder

Bissau, die Hauptstadt von Guinea-Bissau

Bissau (c) Colleen Taugher CC BY SA 2.0

In der Hauptstadt Bissau leben über 400.000 Menschen. Die Stadt liegt am Atlantik, an der Mündung des Geba-Flusses. Sie bildet das Zentrum des Landes. Außerdem besitzt sie einen großen Hafen. Von hier aus kann man mit der Fähre in das Bijagós-Archipel fahren. Bissau zählt zu den kleinsten Hauptstädten des Kontinents. Das Leben in der Stadt ist eher ruhig. Auf den Märkten kann man exotische Früchte und Gemüse kaufen sowie an den zahlreichen Straßenküchen einheimische Gerichte probieren. Im Februar ist in dem ruhigen Städtchen allerdings der Teufel los. In dieser Zeit findet der berühmte Karneval statt, mit Musik, bunten Maskeraden und großen Paraden. Leider wurden viele Sehenswürdigkeiten in Bissau während des Bürgerkriegs 1998/1999 zerstört. Noch heute ist das Dach des Präsidentenpalastes eine Ruine.

Völker und Sprachen

Guinea-Bissau/Femmes_bijago-Orangozinho (c) Ian-Bijagosuitteorangoz inho CC BY SA 2.0

Die größte Bevölkerungsgruppe in Guinea-Bissau sind die Balanta. Sie sind vor allem in der Mitte Guinea-Bissaus anzutreffen. Die Amtssprache in Guinea-Bissau ist Portugiesisch. Gesprochen wird jedoch hauptsächlich Creole, eine Mischung aus Portugiesisch und afrikanischen Sprachen. Die verschiedenen Völker wie die Fula, Mandinka oder Bijago sprechen ihre eigene Sprache. Über die Hälfte der Bewohner von Guinea Bissau pflegt ihren afrikanischen Glauben. Die Völker an der Küste des Landes glauben daran, dass ihre Vorfahren Einfluss auf ihr Leben haben. Deshalb finden sich in den meisten Haushalten Schreine, in denen den Ahnen regelmäßig Opfergaben in Form von Essen oder Trinken dargebracht werden. In den meisten Dörfern sind auch öffentliche Schreine für die Schutzgötter des jeweiligen Dorfes aufgebaut.. Etwa 40 Prozent der Einwohner sind Muslime. Die Bewohner gehen entspannt mit ihrer Religion um, deshalb sind die Sitten im Land nicht so streng wie in anderen westafrikanischen Ländern. In den Familien in Guinea-Bissau sind die Männer bestimmend. Sie haben oft mehrere Frauen. 

Bildung und Schulen

Schule in Guinea-Bissau (c) ora international CC BY SA 3.0Die Schulen im Land befinden sich in einem schlechten Zustand. Schuld daran ist der lange Bürgerkrieg, der zu großen Verwüstungen geführt hat. Nur etwa sechzig Prozent der Bevölkerung kann lesen und schreiben. Erst langsam bessert sich die Lage. Immerhin zwei Drittel der Kinder wird eingeschult. Aber der Schulbeginn ist hart. Unterrichtet wird in Portugiesisch. Viele beherrschen diese Sprache jedoch nicht. Für die meisten Kinder ist die fremde Sprache einfach nur frustrierend. Sie verlieren die Lust am Lernen, und nach den ersten zwei oder drei Jahren springen sie ab. Nur die wenigsten schaffen den Übergang zu einer weiterführenden Schule. Auf dem Land ist es noch schlimmer. An manchen Orten gibt es keine Schule, oder die nächste Schule ist zu weit weg, als dass Kinder sie besuchen könnten. Viele Familien können sich auch nicht das Schulgeld leisten. Deshalb verlassen vor allem Mädchen oft schon nach zwei oder drei Jahren die Schule. Mehr über Schulen in Afrika

Was spielen Kinder in Westafrika?

Kinder in Guinea-Bissau (c) ora internationalIn den armen Ländern wie Guinea-Bissau fehlt den Eltern oft das Geld, um Spielsachen für ihre Kinder zu kaufen. Darum basteln sich viele Kinder ihr Spielzeug selbst. Sie verwenden Steine, Obstkerne oder Sand, um sich ihr Spielbrett selbst zu schaffen. Aus Draht, Dosen oder alten Pfannen machen sie Spielzeugautos. Aus Draht biegen sie Räder und befestigen daran Dosen. Fertig ist das Dosenauto. Aus alten Socken und Sand machen sie Jonglierbälle. Und aus Lehm oder Maiskolben fertigen sie Puppen. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Sehenswürdigkeiten

Männer versammeln sich in der Moschee (c) Bafata Wikivoyage

Guinea-Bissau hat nicht viele Sehenswürdigkeiten  zu bieten. Aber seine Natur und seine Tierwelt sind einzigartig. Das Bissagós-Archipel mit seinen verwunschenen Inseln ist ein Paradies für Taucher. Im Orango-Island-Nationalpark befinden sich die Grabstätten der Bijagó-Könige. Die Gräber erzählen eine Menge über die Geschichte des Inselvolkes.

Wirtschaft und Bodenschätze

Ein Radioempfang wird installiert (c) Colleen Taugher CC BY SA 2.0

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und vom Fischfang. Sie bauen Reis, Mais, Hirse, Maniok, Yams und Zuckerrohr an. In den Böden finden sich Phosphate, Erdöl und Gold. An der Grenze zu Guinea wurden große Vorkommen an Bauxit gefunden, aus dem Aluminium hergestellt wird. Zwischen den armen und reichen Schichten der Bevölkerung herrschen große Unterschiede. Der Durchschnittsverdienst einer Familie beträgt im Jahr etwa 600 US Dollar. Links im Bild siehst du, wie eine Radiostation installiert wird. Jeder hört Radio in Guinea-Bissau, es ist das beliebteste Medium in der Region. 

Geschichte

Figure_danctre_bidjogo-Pavillon des Sessions (c) Ji-Elle CC BY SA 3.0

Guinea-Bissau gehörte einst zum stolzen Königreich Mali. Im 16. Jahrhundert landeten die ersten Portugiesen an der Küste. Sie errichteten Handelsposten und begannen sich, hier anzusiedeln. Portugal hielt sehr lange an seiner Kolonie fest. Es kam zu einem erbitterten Unabhängigkeitskampf, der von 1956 bis 1974 andauerte. Erst 1974 erkannte Portugal die Unabhängigkeit Guinea-Bissau offiziell an. Auf der Afrikakarte  ist Guinea-Bissau ein winziger Fleck. Warum hielt Portugal so lange an dieser Kolonie fest? Für die Portugiesen ging es um Einfluss und ihre Stellung in der Welt. Mehr über das Königreich Mali

Guinea-Bissau heute

Amidou richtet es schon für seine kleine Tochter (c) Colleen Taugher CC BY SA 2.0Laut Verfassung ist Guinea-Bissau heute eine Präsidialrepublik mit einem Mehrparteiensystem.  Früher herrschte viel Streit in dem Land und es kam zu einem langen Bürgerkrieg. Seit den Wahlen von 2009 ist auch die Opposition an der Regierung beteiligt. Ob das Land sich nun friedlich entwickelt? Die Regierung gilt als korrupt. Guinea-Bissau ist auf ausländische Hilfe angewiesen, da der Bürgerkrieg das Land schwer geschädigt hat. Das Gesundheitssystem ist marode, die Schulen sind zum Teil zerstört. Das größte Problem für die Bevölkerung ist der Kinderhandel. Kinder werden von Banden verschleppt und in Nachbarländer wie Senegal und Mali gebracht. Sie müssen dort in der Landwirtschaft arbeiten oder für organisierte Banden betteln. Die Regierung unternimmt zwar viel gegen den Kinderhandel, doch er ist schwer zu bekämpfen. Denn für die Banden ist er ein Milliardengeschäft.

Mehr über Westafrika

Mehr über Afrika erfährst du in:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

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