
Die Republik Mali liegt in Westafrika. Das Land ist dreimal so groß wie Frankreich, doch viel weniger besiedelt. Die Mehrheit der 13,6 Millionen Einwohner lebt im Westen des Landes. Fast die Hälfte der Malier ist jünger als 15 Jahre.
Mali liegt im Westen von Afrika, zwischen Algerien und Mauretanien im Norden und der Elfenbeinküste im Süden. Es gehört zu den Sahel-Ländern, die von Trockensavannen durchzogen sind. Die Sahara nimmt fast den gesamten Norden von Mali ein. Der Niger bildet eine Trennlinie zum Süden, hier geht die Wüste in die Sahelzone über. Weiter südlich beginnen die Savannen. Im Norden herrscht Wüstenklima. Tagsüber ist es sehr heiß, nachts fallen die Temperaturen fast bis auf den Gefrierpunkt. Manchmal fällt jahrelang kein Regen. In der südlichen Savanne herrscht tropisches Klima. Durch den Klimawandel breitet sich die Sahara mehr und mehr aus. Deshalb zählt das Land heute zu den armen Regionen Afrikas. Mehr über den Sahel

Die Hauptstadt von Mali ist Bamako, eine Stadt am Niger. Doch Malis bekannteste Stadt ist die Wüstenstadt Timbuktu, die vor langer Zeit von den Tuareg gegründet wurde. Auch sie lag einst am Niger, doch durch das Anwachsen der Wüste liegt die Stadt mittlerweile 5 km entfernt vom Fluss. Nördlich von Timbuktu liegen die Salzgruben von Taoudenni. Männer und Frauen meißeln aus dem Salz Platten, die so groß sind, dass Kamele sie rechts und links tragen können. Karawanen bringen das Salz nach Timbuktu. Dort wird es in Schiffe verladen und den Fluss hinunter gefahren. Mehr über Timbuktu
In der Sprache der Bambara, einem Volk im Norden bedeutet Mali „Nilpferd“. Tatsächlich war der Fluss Niger früher von Nilpferden bevölkert. Durch die Großwildjagden während der französischen Kolonialzeit wurden die Nilpferde fast ausgerottet. Der Niger durchzieht Mali von West nach Ost, bevor er sich Richtung Süden wendet. Seine vielen Flussarme bilden ein breites Delta. Der Großteil der Malier lebt am Niger und nutzt den Fluss als Wasserstraße und zur Bewässerung. Das Binnendelta des Nigers ist das fruchtbarste Gebiet des Landes. Wenn der Fluss über die Ufer tritt, pflanzen die Bauern eine besondere Reissorte an, deren Halme am Tag 30 cm wachsen und deshalb nie ganz überflutet werden. Der reife Reis wird vom Boot aus geerntet. Mehr über den Niger
Mali, das ist glühende Hitze, trockene Wüsten und endlose Sandebenen. Hier sind die Bambara, Malinke, Songhai, die Tuareg und viele andere Völker zu Hause. Sie sprechen ihre Volkssprache, überall hört man das Bambara oder arabisch, doch die meisten sprechen auch Französisch, denn das ist die Amtssprache in Mali. In Mali kann man noch das ursprüngliche Afrika entdecken: Strohgedeckte Rundhütten, farbenprächtige Märkte, geheimnisvolle Masken und der Klang von Buschtrommeln. Bis heute ziehen die Salzkarawanen der Tuareg durch die endlose Sahara nach Timbuktu. Noch immer leben die Dogon wie vor hunderten von Jahren in der verwunschenen Falaise von Bandiagara. Die Völker Malis sind durch ihre Maskentänze bekannt. In Mali gibt es heute noch Maskenbünde. Einige treten öffentlich auf, einige halten ihre Tänze und Riten nur unter größter Geheimhaltung ab. Frauen sind meist nicht zugelassen, auch als Zuschauerinnen nicht. Die Maskentänze werden von Mitgliedern der Maskenbünde aufgeführt. Die Masken und Kostüme sind je nach Region sehr unterschiedlich. Es gibt Tiermasken, Helmmasken oder menschliche Masken. Erst im Tanz erhalten die Masken ihre übernatürliche Bedeutung. Mehr über die Dogon
Kinder werden in unterschiedlichem Alter eingeschult. Einige kommen mit sechs Jahren, manche erst mit neun Jahren in die Schule. Unterrichtssprache ist Französisch. Nur in den ersten drei Jahren wird in der Muttersprache unterrichtet. Auch das Schulsystem und die Lehrpläne sind ähnlich wie in Frankreich. In den meisten Schulen ist es nicht sehr bequem. Oft sitzen sechzig oder mehr Kinder in einer Klasse. Es gibt nicht immer ausreichend Toiletten für die vielen Schüler. Deshalb bilden sich in den Pausen davor lange Schlangen. Nur die Hälfte der Kinder kann eine Schule besuchen. Da viele Mädchen zu Hause mitarbeiten müssen, sind sie in der Bildung besonders benachteiligt. Sie gehören zur Mehrzahl der Malier, die weder lesen noch schreiben können. Akademische Bildung ist ein Privileg in Mali, das nur Jugendlichen aus reichen Familien offen steht. Mehr über Schulen in Afrika
Noch vor Jahrzehnten waren Malis Savannen bevölkert von Giraffen, Elefanten, Antilopen und Löwen. Mit der großen Dürre von 1968 endete das reiche Tierleben. Viele Tiere verdursteten oder wurden von den Bauern im Kampf um die wenigen Wasserstellen erlegt. Als Haustiere halten die Malier Büffel, Rinder, Ziegen und Hühner. Mehr über die Tiere des Sahel
Mali war im Mittelalter für seinen Goldreichtum bekannt. Der Löwenkönig Sundiata Keita hatte die Malinke zum mächtigsten Volk in Afrika gemacht. Im 13. Jahrhundert nach Christus beherrschte er mit seinem Reichtum an Gold, Kupfer und Salz den Welthandel. Durch die Salzkarawanen verbreitete sich der Islam ab dem 8. Jahrhundert im Land. Heute gehören die meisten Malier dem Islam an. Im 19. Jahrhundert wurde Mali eine Kolonie von Frankreich. Deshalb gilt dort noch heute Französisch als Amtssprache. Doch die meisten Menschen sprechen Bambara oder Arabisch. Mali ist seit 1960 von Frankreich unabhängig, und seit 1992 gibt es eine demokratische Verfassung. Mehr über die Geschichte Malis

Ein Zeichen für die Islamisierung Malis sind die prächtigen alten Moscheen. Die Moscheen in Westafrika sind überwiegend Lehmbauten mit einem hölzernen Gerüst. Eines der bekanntesten islamischen Prachtbauten ist die Moschee von Djenné. Das hölzerne Gerüst erkennt man an den herausragenden Balkenenden. Sie dienen dem Feuchtigkeitsausgleich. Außerdem können Handwerker daran hochklettern. Alle Menschen, die nicht muslimischen Glaubens sind, dürfen die meisten Moscheen nicht betreten. Mehr über die Moschee von Djenné und mehr über die Islamisierung von Afrika
Mali gilt als Demokratie. Seit 1992 gibt es eine demokratische Verfassung. Doch nicht alle Völker in Mali haben Teil an den politischen Entscheidungen. Im Norden Malis kommt es immer wieder zu Konflikten mit den Tuareg, die zwischen Mali, Niger und Burkina Faso ihre Siedlungsgebiete haben. Sie wurden zu Maliern gemacht, doch sie haben wenige Rechte und kein eigenes Land.Ein weiteres Problem sind islamistische Terrorgruppen, die den Nordwesten von Afrika unsicher machen. Das größte Problem von Mali ist jedoch die Armut vieler Menschen. Zwar wurde einiges für die Bildung getan. Doch bei weitem nicht genug. Mehr als die Hälfte der Malier kann weder lesen noch schreiben. Und drei Viertel der Jugendlichen sind arbeitslos.
Mali ist das Land der Geschichtenerzähler, der Griots. Die Griots haben Hunderte von Geschichten im Kopf und sind wahre Gedächtniskünstler. Das Sundiata Epos aus der Zeit des alten Mali Reiches kennen alle Griots. Sie erzählen auch viele Märchen über den trickreichen Hasen, der allen anderen Tieren einen Streich spielt.
Mehr über eine Kindheit im alten Mali findest du in dem Buch Jäger des Wortes von dem Geschichtenerzähler Amadou Hampâté Bâ.
Mehr über Afrika erfährst du in:
Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter
Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
Meine große Kinderwelt von Katja Baier
Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley