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Togo

Flagge von Togo (c) wikimedia commonsTogo ist ein Staat an der Westküste Afrikas. Mit einer Fläche von knapp 57.000 Quadratkilometer zählt das Land zu den kleinsten auf dem afrikanischen Kontinent.

Lage

Karte von Togo (c) Domenico-de-ga CC BY SA 3.0Wenn du rechts auf die Karte siehst, dann fällt dir sicher auf, dass Togo wie ein langgestrecktes Handtuch neben seinem Nachbarland Benin liegt. Benin und Togo sind von Norden nach Süden ausgerichtet. Beide Länder grenzen an den Golf von Guinea, und die Hauptstädte beider Länder liegen am Atlantik. Im Westen von Togo befindet sich Ghana, im Osten von Benin liegt Nigeria. Die nördlichen Grenzen bilden Burkina Faso und Nigeria. Togo liegt nicht weit vom Äquator entfernt, deshalb ist das Klima tropisch. Das ganze Jahr über ist es sehr warm. Es gibt keinen Wechsel zwischen Jahreszeiten, sondern zwischen Trocken- und Regenzeit.

Landschaften

Akwapim (c) Erik Kristensen CC BY SA 2.0

Zu den Naturschätzen Togos zählen die Mangrovenwälder und Sümpfe an der Atlantikküste, die tropischen Regenwälder im Südwesten und die Savannen im Landesinneren. Die Hochebene im Norden ist von natürlichen Teichen durchsetzt. Hier leben Antilopen, Büffel und Warzenschweine. Die Ebene wird vom fischreichen Oti-Fluss durchzogen. Im Süden des Landes liegt Atakpamé, das wegen der üppigen Vegetation als die schönste Region Togos angesehen wird. An den Ufern des Mono sonnen sich Krokodile und Flusspferde. Der Mont Agou bildet mit 986 m die höchste Erhebung Togos. Von seinem Gipfel aus blickt man auf Savannen, tiefgrüne Täler und Wälder. Es gibt viele Flüsse mit imposanten Wasserfällen und Seen. Der größte See ist der Lake Togo im Süden  des Landes.

Tierwelt

Serval in der Savanne (c) Bob Picasa Web CC BY SA 3.0In den Nationalparks von Togo findet man fast alle großen Savannentiere wie Gnus, Zebras, Giraffen, Hyänen, Elefanten, viele Vogelarten, verschiedene Affenarten, Löwen und Leoparden. Außerdem gibt es nur hier den Togo-Serval, eine kleine Raubkatze, deren Fell an das eines Leoparden erinnert. In den Regenwäldern leben Waldkaffernbüffel, Nilpferde, Affen, Bongos, Leoparden und viele kleine und kleinste Tiere des Regenwaldes. Der Fazao-Malfacassa-Nationalpark ist der größte Nationalpark Togos und liegt in der Mitte des Landes bei Sokodé. Hier leben Büffel, Antilopen, Elefanten, aber auch verschieden Affenarten und Reptilien sowie eine Vielzahl an seltenen Vogelarten. Mehr über die Tiere der Savanne

Lomé, die Hauptstadt von Togo

Lomé, Hauptstdt von Togo (c) Tonio94  CC BY SA 1.0

Lomé, die Hauptstadt Togos, wurde im 19. Jahrhundert gegründet. Sie liegt am Atlantik und besitzt einen großen Hafen. Am Grand Marché stehen noch viele Gebäude aus der Kolonialzeit. In Lomé gibt es einen großen Fetischmarkt, auf dem man allerlei Kräuter und Zaubermittel kaufen kann. Zu Lomé gehören auch die langen, palmenbesäumten Promenaden entlang der Küste. Hauptgeschäftsstrasse ist die Rue du Commerce, in der sich Kathedrale Sacre-Coeur befindet. Die Bewohner Lomés sind sehr kontaktfreudige Menschen. Sie treffen sich in den vielen Internetcafes und Bars. Es gibt auch das moderne Lomé mit ungewöhnlicher Architektur. Links im Bild siehst du zum Beispiel das Gebäude, in dem die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ihren Sitz hat.

Völker und Sprachen

In Togo leben rund 6,7 Millionen Einwohner. Allein die Hauptstadt Lomé zählt über eine Million Einwohner. Auf den Dörfern leben die Menschen noch sehr traditionell in Rundhütten aus Lehm. Auf dem Togo See und an den Flüssen gibt es Pfahldörfer. Die Häuser sind auf Pfählen ans Wasser gebaut. So schützen sich die Menschen vor wilden Tieren. In diesen Dörfern spielt sich das gesamte Leben auf dem Wasser ab. Selbst die Märkte werden auf dem Wasser abgehalten.

Wassermarkt in Togo (c) H.Grobe  CC BY SA 3.0Lomé, Hauptstdt von Togo (c) H.Grobe CC BY SA 3.0

 

 

 

 

Die Bevölkerung Togos setzt sich aus über vierzig Volksgruppen zusammen. Die größte Bevölkerungsgruppe bilden die Ewe, die auch in Ghana anzutreffen sind. Einst hatten die europäischen Kolonialmächte den Lebensraum der Ewe aufgeteilt in Togo und Ghana. Deshalb leben die Ewe heute in zwei verschiedenen Ländern, doch sie sprechen dieselbe Sprache und pflegen dieselbe Kultur. Die Ewe sind für ihr Kunsthandwerk bekannt. Sie fertigen wunderschöne Plastiken und Skulpturen aus Holz und Ton. Außerdem weben sie leuchtend bunten Kentestoffe, die in der Region sehr begehrt sind. In der Mitte des Landes und im Norden leben die Kabyé.  Die offizielle Amtssprache des Landes ist Französisch. Die Hälfte der Einwohner Togos pflegen ihren afrikanischen Glauben. Daneben leben in dem Land auch viele Katholiken und Protestanten wie auch einige Moslems.

Feste und Feierlichkeiten

Tänzerinnen in Adossa (c) PhReym CC BY SA 3.0

Die Kultur der Ewe ist gekennzeichnet durch die noch heute lebendigen Stammestraditionen, Sie verehren Naturgottheiten und pflegen einen ausgeprägten Totenkult. Wie im Nachbarland Benin ist auch hier der Voodookult weit verbreitet. Ein fester Bestandteil der Feierlichkeiten sind  Maskentänze zur Musik von Trommeln, Flöten, Pfeifen und Rasseln. So wird die Initiation der Jungen und Mädchen Mitte Juli gefeiert mit großen Ringkämpfen. Das Bohnenerntefest und das Fest der Diaspora finden Anfang September statt. Die christlichen Feiertage und Neujahr werden an denselben Tagen wie bei uns gefeiert.

Schulen und Bildung

Die Schulen in Togo orientieren sich am Bildungssystem Frankreichs. Die ersten sechs Jahre besteht Schulpflicht. Nach jeder Klasse wird geprüft, ob man in die nächste Stufe überwechseln kann. Jede Klasse kann man beliebig oft wiederholen. Nur wenige Jugendliche besuchen ein Gymnasium und gelangen zur Hochschulreife. An den staatlichen Schulen muss kein Schulgeld bezahlt werden. Allerdings kosten Schuluniform, Bücher und Hefte eine ganze Menge. Die Mehrzahl der Kinder wird eingeschult, aber nur ein kleiner Teil schließt die Schule ab. Einfach weil es für viele Eltern zu teuer ist, alle Kinder in die Schule zu schicken. So kommt es auch, dass meist die Söhne die bessere Ausbildung erhalten. Mädchen sollen ihre Zeit nicht mit Bildung verschwenden, denken viele Togolesen, denn sie heiraten ja doch bald und gründen eine Familie. Diese Vorstellung ändert sich erst langsam.  Mehr über Schulen in Afrika

Was Kinder in Togo spielen

Kinder sehen African Cup 2010 (c) laberenz CC BY SA 2.0Das absolute Lieblingsspiel für Jungs ist Fußball. Wenn die Afrikanische Fußballmeisterschaft startet, gucken alle auf den Straßen das Spiel ihrer Mannschaft an. Ein Spiel, das bei Mädchen und Jungen gleichermaßen beliebt ist, ist ein Versteckspiel, das in Vollmondnächten gespielt wird. Bei Vollmond ist Verstecken einfach viel spannender als im Tageslicht.  Ein „Richter“ verbindet einem „Leiter“ die Augen. Danach suchen die Kinder allein oder in Gruppen nach einem guten Versteck. Wenn das erste verstteckte Kind ein Zeichen gibt, muss sich der Leiter auf die Suche nach den Kindern begeben. Er muss sie nicht fangen. Es genügt, wenn er sie in ihrem Versteck gefunden hat. Hat er ein Kind gefunden, so muss es mit ihm nach den anderen Kindern suchen. Wer nicht gefunden wurde, hat das Spiel gewonnen.

Sehenswürdigkeiten

Togoville Hafen (c) Alexandra Pugachevsky CC BY SA 3.0Ein beliebtes Ausflugsziel in Togo ist die Stadt Togoville, nach welcher das Land benannt wurde. In Togoville liegt der Lake Togo. Nach dem größten See wurde das Land benannt. Der See ist nicht sehr tief. Man kann darin schwimmen, tauchen, Wasserski fahren oder segeln. In Togoville befinden sich auch zahlreiche Voodoo-Grabstätten. Im Wald von Tokpli, der unter Naturschutz steht, kann man Hirschkühe, Warzenschweine und Affen beobachten.

Wirtschaft und Bodenschätze

Eisenbahn in Togo (c) Klaus Foehl CC BY SA 3.0Die Mehrzahl der Togolesen lebt von der Landwirtschaft oder vom Fischen. Sie bauen Yams, Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse und Sorghum an. Die Frauen bieten auf den Märkten ihre Waren an oder tauschen sie gegen Dinge des Alltags wie Stoffe, Keramik oder Geschirr. Baumwolle, Kaffee, Tee und Kakao werden auf großen Plantagen angebaut  und exportiert. Ein weiteres wichtiges Exportgut ist Calciumphosphat. Es wird zu Dünger weiterverarbeitet und ist für die Landwirtschaft wichtig. Seit der Kolonialzeit besitzt Togo ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz. So können die Waren schnell transportiert werden.

Geschichte von Togo

Afrikanische Masken aus Holz (c) h.Grobe CC BY SA 3.0

Vermutlich waren die ersten Bewohner Togos Waldvölker, die keine festen Siedlungen hatten, sondern als Nomaden durch die Wälder streifen. Im 11. Jahrhundert begannen die Ewe aus dem Nigergebiet nach Südwesten zu wandern. Sie gelangten in das Gebiet rund um den Togosee. Die Ewe waren Bauern und Fischer. Das fruchtbare Gebiet bot ihnen alles, was sie zum Leben brauchten. Sie gründeten Siedlungen und Städte. Im 17. Jahrhundert schufen sie ein Königreich. Das Königreich Kotokoli lag im Herzen des heutigen  Togo. Es war nicht so straff organisisert wie das Nachbarkönigreich der Ashanti. Ihre Clanführer oder Häuptlinge konnten ihre Volksgruppe weitgehend selbst organisieren. Mit der Ankunft der Europäer änderte sich alles. Mehr über die Geschichte von Togo

Togo heute - kein sicheres Land für Kinder

Togo Gangsta Lomé (c) Roxe  CC BY SA 3.0Togo ist eine Republik mit einem Mehrparteiensystem. Es werden Wahlen abgehalten, aber dennoch ist Togo kein demokratisches Land. Togo wurde von 1967 bis 2005 von dem Diktator Gnassingbé Eyadéma regiert. Seine Diktatur war berüchtigt. Politische Gegner wurden beseitigt, die Staatskassen geleert. Was die Bevölkerung wollte, war ihm egal. Nach dem Tod des Diktators sollte dessen Sohn die Macht übernehmen. Die Wahlen wurden manipuliert, Gegner eingeschüchtert. So kam es, dass bei den Wahlen 2005 der Sohn des Diktators, Faure Gnassingbé, siegte. Viele sprachen von Wahlbetrug. Dennoch trat Faure Gnassingbé die Regierung an. Er setzte ein Zeichen, was Bildung betrifft. Er schaffte die Schuldgeldpflicht an den öffentlichen Schulen ab. Seitdem besuchen weit mehr Kinder die Schule als noch in den Jahren zuvor. Ob diese Verbesserung ausreichen wird, muss die Zukunft erweisen.  Fest steht, dass Togo für Kinder kein sicheres Land ist. Menschenhändler werben bei Eltern um Kinder. Sie versprechen eine sichere Zukunft in einer netten europäischen Familie, tatsächlich aber verkaufen sie Kinder in andere afrikanische Länder, wo sie als Arbeitssklaven eingesetzt werden. 

Mehr über Westafrika

Mehr über Afrika erfährst du in:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley



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