Tschad liegt im Herzen von Nordafrika und reicht bis ins Zentrum des Kontinents. Mit 1 284 Millionen km² ist das Land fast viermal so groß wie Deutschland. Mit etwa 12 Millionen Einwohnern ist es jedoch weit weniger besiedelt.
Tschad besitzt keinen Zugang zum Meer, wie du an der Karte sehen kannst. Man nennt es deshalb Binnenland. Fast wie ein Rechteck erstreckt es sich von Nordafrika bis ins Zentrum des Kontinents. Es ist von sechs Ländern umgeben. Im Norden von Tschad liegt Libyen, im Osten Sudan und im Süden die Zentralafrikanische Republik. Im Westen hat das Land drei Nachbarn, Kamerun, Niger und Nigeria.
Tschad besitzt drei verschiedene Landschaften. Der Norden ist von der Sahara bedeckt. Die Wüste im Tschad ist durchzogen vom Tibesti, einem hohen Gebirgszug. Das Tibesti ist das höchste Gebirge der Sahara. Der höchste Gipfel ist der Emi Koussi mit 3415 Metern. Das Hochgebirge besteht aus Vulkanen und ist teilweise stark zerklüftet. Das Tibesti ist von Wüste umgeben und gehört zu den abgeschiedensten Regionen der Erde. In der Mitte des Landes geht die Wüste in die Sahelzone über. Hier prägen Dornstrauch- und Trockensavanne das Land. Im Süden des Tschad erstreckt sich eine üppige Savannenlandschaft.

Die Landschaften spiegeln sich auch in der buntgestreiften Flagge von Tschad wieder. Der blaue Streifen symbolisiert den südlichen Teil des Landes und den blauen Himmel, der für Hoffnung steht. Der gelbe Streifen symbolisiert die Wüste und die Sonne. Der rote Streifen stellt die Bevölkerung von Tschad dar und ihre Bereitschaft, sich für ihr Land zu opfern.
Das Land ist nach dem riesigen Tschad-See benannt. Er liegt am südlichen Rand der Sahara und hatte seit den Frühzeiten eine große Bedeutung für die Völker der Wüste. Der See wird nur durch den Schari-Fluss gespeist und besitzt keine Quelle und keinen Abfluss. Deshalb nennt man ihn Binnensee. Ständig verändert er seine Größe und seine Ufer, je nachdem, ob es viel oder wenig regnet. Der See ist an seinen tiefsten Stellen nur etwa zwei Meter tief. Durch häufige Dürren ist er in den letzten fünf Jahrzehnten stark geschrumpft. Dennoch leben sehr viele Fische darin. Etwa 200 verschiedene Fischarten hat man zuletzt gezählt. Die Ufer werden von Nilkrokodilen, Flusspferden, Schlangen und Meerkatzen bevölkert.
Die Feuchtgebiete des Tschadsees gehören zu den wichtigsten Überwinterungsquartieren für Zugvögel aus Europa. Einige Vogelarten legen hier nur eine Rast ein und fliegen dann weiter bis nach Zentralafrika. Im Tibesti Gebirge kann man Gazellen, Vögel und Schlangen beobachten. Elenantilopen, Nilkrokodile, Steppenwarane, Paviana und Hyänen bevölkern die Halbwüsten. Der seltene afrikanische Wildhund sieht aus wie eine Mischung aus Hyäne, Schakal und unserem Haushund. Er ist ein Wanderer zwischen den Steppen und Halbwüsten. Im südlichen Tschad leben Savannentiere wie Elefanten, Löwen, Geparde und Giraffen. Mehr über die Tiere des Sahel
Schon gewusst? Im Tschad liegt eines der größten Naturschutzgebiete des Kontinents, Das Ouadi Rimé-OuadiAchim ist mit seinen etwa 80 000 Quadratkilometer fast so groß wie die Schweiz.
N'Djamena liegt am Zusammenfluss des Schari und Logone, nicht weit vom Tschad-See entfernt. Gegründet wurde die Stadt zu Beginn der französischen Kolonialherrschaft. Erst diente es als Fort und wurde zu Ehren eines französischen Militärführers Fort Lamy genannt. Der Ort diente der französischen Kolonialmacht als Verwaltungssitz. Bald entwickelte sich das Fort zu einer modernen Stadt. Im Stadtkern sieht man noch heute die kolonialen Bauten. Daneben sind moderne Hochhäuser errichtet worden mit luxuriösen Hotels und Banken. Die zahlreichen Moscheen und katholischen Kirchen in der Stadt zeugen von der langen Fremdherrschaft durch islamische und später europäische Mächte. An den Rändern haben sich Slums gebildet. Heute leben über 1,5 Millionen Menschen in der Stadt. N'Djamena besitzt ein Nationalmuseum, in dem Überreste des alten Sao-Volkes ausgestellt sind.

Auf der Karte oben rechts kannst du erkennen, dass der Norden von Tschad nur dünn besiedelt ist. Hier gibt es keine großen Städte. Das raue Tibesti Gebirge wird nur von den Tubbu besiedelt, einem Hirtenvolk, das mit den unwirtlichen Bedingungen der Region zurecht kommt. Sie sind eines von über 200 Völkern, die im Tschad beheimatet sind. Die größte Volksgruppe bilden die Sara, sie leben im Süden und betreiben Feldbau. Im Süden leben auch die Hausa. Im Westen siedeln die Kanembu. Die Tschader im Norden sind vorwiegend Islamgläubige. Sie zählen zu den sunnitischen Muslimen, wie fast alle Nordafrikaner. Die Tschader im Süden sind seit der Kolonialzeit vorwiegend christlich. Doch ein Großteil hat den alten Glauben an die afrikanische Religion bewahrt. Die beiden Amtssprachen sind Französisch und Arabisch. Viele Völker sprechen daneben ihre afrikanische Sprache und pflegen ihre eigenen Traditionen.
Für Spielplätze fehlt es in Tschad einfach an Geld. Aber Kinder sind erfinderisch. Sie basteln sich aus Stoffresten Puppen oder Bälle. Die Kinder spielen auf Bäumen, machen Schwimmwettbewerbe in den Flüssen. Dabei kommt es immer wieder zu gefährlichen Unfällen Die meisten Jungs spielen Fußball und sind Fans der Fußballclubs.
Schon gewußt? Die Fußball Nationalmannschaft des Tschad nennt sich Sao, nach dem alten Volk, das die erste Frühkultur am Tschadsee bildete.
Die öffentlichen Schulen verlangen Schulgeld. Das ist hart für die meisten Eltern. Sie leben nur von dem, was sie auf den Feldern anbauen, da bleibt kaum etwas übrig. Die Eltern wissen, wie wichtig die Ausbildung ihrer Kinder ist. Deshalb haben viele in ländlichen Gebieten "Elternkomitees" gegründet. Sie finanzieren gemeinsam die Ausbildung ihrer Kinder. Wer wohlhabend ist, schickt seine Kinder auf Privatschulen. Im Süden des Tschad sind die meisten Privatschulen katholisch. Im Norden gibt es zahlreiche Koranschulen, die jedoch nur Jungs besuchen können. Eine Hürde für viele Kinder ist die Unterrichtssprache. Denn sie wachsen mit ihrer afrikanischen Sprache auf, der Unterricht findet aber auf Französisch oder Arabisch statt. Das ist nicht leicht für einen Schulanfänger. Viele Kinder erleben ihren ersten Schultag. Aber nur ein Teil erreicht einen Schulabschluss. Mädchen verlassen die Schule oft schon früh, denn sie müssen zu Hause und in der Landwirtschaft mithelfen. Jungen gehen länger zur Schule, aber auch sie schließen oft nicht die Grundschule ab. Die Regierung hat in den letzten Jahrzehnten die Schulbildung verbessert, doch es muss noch viel getan werden, damit alle Kinder eine gute Ausbildung erhalten.
Tschad ist reich an Bodenschätzen. Doch die Mehrheit der Bevölkerung ist arm. Die meisten leben von der Landwirtschaft. Sie bauen Erdnüsse, Getreide, Gemüse, Reis, Tabak und Baumwolle an. Die wenigsten Familien können davon leben. Da der Tschad immer häufiger von Dürren heimgesucht wird, sind sie auf Lebensmittellieferungen aus anderen Ländern angewiesen. Einen Großteil der Einkünfte erzielt das Land durch den Export von Erdöl, das hauptsächlich aus Tschads Süden gewonnen wird. Das Öl wird mit einer Pipeline an die Küste Kameruns transportiert. Die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft kommen ausländischen Ölfirmen und der Regierung von Tschad zu gute. Die Mehrheit der Bevölkerung profitiert nicht von dem Reichtum. Deshalb gilt die Regierung von Tschad als eine der korruptesten weltweit.
Tschad hat interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Im Nationalmuseum in N’Djamena kann man die Reste der alten Sao Kultur besichtigen wie prächtige Terrakotta Figuren und große Urnen, in denen die Toten bestattet wurden. Die Sao Kultur wurde von Einwanderern aus dem Vorderen Orient ins Land gebracht. Die wilde Natur im Tschad zieht Entdecker und Abenteurer an. Die meisten erkunden das Tibesti Gebirge und besichtigen die Felsmalereien, die Jägervölker vor Tausenden von Jahren hier hinterlassen haben.
Die Felsbilder im Tibesti Gebirge belegen, dass in der Frühzeit Jägervölker im Tschad lebten. Sie liefern auch den Beweis dafür, dass das Gebiet in der Frühzeit feuchter und fruchtbarer war als heute. Wie du an der Felsmalerei links sehen kannst, waren hier sogar Giraffen beheimatet. Am Tschad-See bildeten sich bereits in prähistorischer Zeit eine Reihe von Siedlungen. Westlich des Tschadsees liegt Zilum, eine archäologische Fundstelle, an der sich städtischen Kulturen befanden, die bis ins 1. Jahrtausend vor Christus zurückreichen. Vor ungefähr 2500 Jahren wurden hier die ersten Eisenwerkzeuge hergestellt. Einwanderer aus Palästina hatten die Kultur der Eisenzeit an den Tschadsee gebracht. Später entstanden dort mächtige, islamische Reiche. Mehr über die Geschichte des Tschad
Der Tschad ist eine präsidiale Republik. Es gibt freie Wahlen und ein Mehrparteiensystem. Doch der Präsident Idriss Déby besitzt immer noch sehr viel Macht. Seine Regierung gilt als korrupt und autoritär. Die Pressefreiheit ist eingeschränkt, politische Gegner der Regierung werden schikaniert. Immer wieder kommt es zu Überfällen von Rebellen auf Dörfer. Die Regierung sorgt nicht für den ausreichenden Schutz der Bevölkerung. Das Bildungs- und Gesundheitswesen sind kaum entwickelt. Eine große Zahl von Flüchtlingen aus dem Sudan stellt das Land vor zusätzliche Probleme. Sie sind obdachlos und müssen mit dem Nötigsten versorgt werden. Das ist nicht einfach für ein Land, dessen Bevölkerung selbst an der Armutsgrenze lebt. Mehr als die Hälfte aller Kinder im Tschad muss arbeiten, um das Einkommen der Familien aufzubessern. Die meisten verrichten Feldarbeit, arbeiten im Haushalt oder helfen auf den Märkten. Seit Öl entdeckt wurde, gilt Tschad nicht mehr als armes Land. Es erzielt heute durch seine Ölförderung genügend, um für eine bessere Bildung aller Kinder zu sorgen.

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