Kann ein Mann die Wüste aufhalten?

Jeden Monat erfährst du bei uns wichtige Nachrichten aus Afrika. Diesmal berichten wir von einem Mann, der etwas ganz Außergewöhnliches geschafft hat.

Yacouba ist ein Bauer in Burkina Faso, einem Land in Westafrika. Die Dorfbewohner bezeichneten Yacouba als Verrückten, denn jahrelang versuchte er, in der Wüste Bäume zu pflanzen. Angefangen hatte er, als im Sahel gewaltige Dürren herrschten. Das war in den achtziger Jahren. Tiere verdursteten, die Menschen verzweifelten. Aus dem Westen kam Hilfe. Brunnen wurden tief in die Erde gebohrt, Nahrungsmittel wurden geliefert. Aber es reichte bei weitem nicht, um alle Menschen und Tiere zu retten. Experten und Entwicklungshelfer aus aller Welt hatten viele Jahre lang vergeblich den Hunger in der Sahelzone bekämpft. Doch der einfache Bauer in Burkina Faso schaffte ein kleines Wunder. Ihm gelang es, einen Wald in der Wüste zu pflanzen und so den Boden fruchtbar zu machen.

Yacoubas Geheimnis

Was war Yacoubas Geheimnis? Er hackte flache Mulden in die staubtrockene Erde und streute Hirsekörner hinein. So wie es seine Vorfahren im Sahel seit Jahrhunderten machen. Doch er wusste, diesmal war die Dürre zu schlimm. Er musste sich etwas einfallen lassen. Yacouba begann zu experimentieren. Zu den Hirsekörnern gab er eine Mischung aus Viehdung,  Blättern und Asche. Den Kot der Tiere sammelte er unter schattigen Bäumen ein. So gelangten neben Getreidekörnern auch  Baumsamen in die Erde. Die Hirse gedieh, und hunderte Bäume begannen auf Yacoubas Feldern zu wachsen. Jedes Jahr stieg der Ertrag der Hirse. Yacouba sagt: „Getreide und Bäume stören sich nicht. Im Gegenteil. Die Bäume halten das Wasser in der Erde. Und sie verhindern, dass die Saat vom Wind verweht wird. Es ist eine sehr einfache Technik – und billig dazu.“ Yacouba verbesserte seine Technik noch einmal. Er baute Steinreihen, welche die Felder während der Regenzeit schützen und das Wasser aufhalten. Und er machte sich die Termiten zu Verbündeten. Wie, das siehst du in dem Film.

Yacoubas Methode macht Schule

Allmählich sprach sich herum, dass Yacouba in vierzigjähriger Arbeit das unmögliche geschafft hat. Er hat am Rand der Wüste einen Wald gepflanzt und fruchtbares Land geschaffen. Heute reist Yacouba durch die Welt und berichtet von seiner Arbeit. Er sagt, alle müssen die Wälder respektieren, nur dann werden sie auch ernten. Er startete eine Massenbewegung. Heute empfehlen die Vereinten Nationen seine Methode zur Nachahmung.

Wenn du Gegner hast, weißt du, dass du etwas Gutes getan hast

Yacoubas Felder wurden von Neidern niedergebrannt. Sie behaupten, dass das Land, das er fruchtbar gemacht hat, ihm gar nicht gehört. Das ist wohl wahr, aber sie verlangen für das nun fruchtbare Land einen so hohen Preis, dass Yacouba ihn nicht bezahlen kann. Yacouba kämpft nicht um seine verlorene Ernte und um sein Land. Er zieht weiter und macht neues Land fruchtbar. Denn er weiß, dass seine Methode gut ist und ihm neue Ernten bescheren wird.

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