Nur in Nairobi kann es dir passieren, dass du nachts einem Löwen begegnest! Nairobi ist die einzige Stadt der Welt, die sich in der Nachbarschaft eines Nationalparks befindet. Der Nairobi Nationalpark ist die Heimat von Löwen, Schakalen, Panthern, Nashörnern, Büffeln, Giraffen, Antilopen und Zebras. Auch eine Vielzahl von Vögeln hat sich hier niedergelassen, wie die riesigen, schwarzgefiederten Marabus. Das Miteinander von Tier und Mensch hat dazu geführt, dass die Parks in Nairobi von Affenbanden kontrolliert werden, die Becken der Kläranlage von Krokodilen und Nilpferden und die Müllhalden von Marabus. Leoparden dringen bis ins Zentrum vor, Löwen streifen zwischen Reihenhäusern umher, Hyänen wildern in den Ziegenställen am Stadtrand. Die Marabus haben sich mit der Großstadt und ihren Bewohnern arrangiert. Sie nisten in der Innenstadt und suchen ihr Futter auf den Mülldeponien der Stadt. Zu Hunderten stöbern sie gemeinsam mit mittellosen Menschen nach Genießbarem.
Nairobi ist die Stadt "am kühlen Fluss", so heißt der Fluss in der Massai Sprache. Die Massai hatten seit vielen Jahrhunderten ihre Rinderherden an den Nairobi River zur Tränke geführt. Das war lange bevor die Europäer nach Kenia kamen und das Land zu ihrem Siedlungsgebiet machten. In Nairobi findet man noch das alte, wunderbare Afrika, das wir aus Filmen kennen. In ihrer Autobiographie "Jenseits von Afrika", erzählt Karen Blixen, dass Leoparden und Löwen ihre Kaffeeplantage am Fuß der Ngong Berge durchstreifen. Ihre Farm lag damals noch mitten in der Savanne, viele Kilometer weit weg von Nairobi. Heute ist Karen Blixens Farm Teil des schicken Vororts Karen geworden.
Vor hundert Jahren war Nairobi eine kleine Eisenbahnstation mit nicht mehr als zehntausend Seelen. Sie entstand aus einem Versorgungsdepot für die Eisenbahnlinie zwischen dem Küstenort Mombasa und Uganda. Die britische Kolonialverwaltung hatte Nairobi als Depot gewählt, denn die Stadt liegt so hoch, dass sie trotz der Äquatornähe auch für Europäer ein erträgliches Klima bietet. Zu dieser Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb ein Beobachter Nairobi als "den gesetzlosesten und gefährlichsten Ort Afrikas. Die Stadt wurde zu einem Schmelztiegel von europäischen, indischen und afrikanischen Bewohnern. Zahlreiche Kikuyu zogen aus dem Umland in die Stadt. Sie lebten in illegalen Vierteln, von denen einige schnell abgerissen wurden. In diesen afrikanischen Vierteln entwickelte sich die Widerstandsbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft. Insbesondere die Teestuben Panganis waren Treffpunkte für Widerstandskämpfer.
Nairobi ist zu einer drei Millionen Stadt angewachsen und hat sich in die Savanne ausgebreitet. Sie ist das wichtigste Wirtschaftszentrum in Ostafrika. Im Zentrum wachsen Bürotürme in immer schwindelerregendere Höhen. Neben alten, kolonialen Prunkbauten entstehen Luxusläden. Universitäten, Schulen, Verlagshäuser und Musikstudios drängen sich in der Innenstadt. Der Bahnhof könnte noch aus der Zeit des Eisenbahnbaus stammen.
Etwa 60 Prozent der Einwohner Nairobis leben in Slums. Die Stadt ist umgeben von mehr als 200 Armenvierteln. Der größte Slum ist Kibera, der entlang der Eisenbahnlinie im Südwesten liegt. Hier leben mehr als 200.000 Einwohner. Sie wohnen in Hütten, ohne elektrisches Licht und fliessendes Wasser. Zwischen den Hütten ziehen sich Abwasserkanäle entlang. Doch auch hier gibt es Schulen, Geschäfte, Friseurläden, Kindergärten und Krankenstationen. Künstler haben mit riesigen Gemälden auf den Dächern von Kibera dem Viertel ein menschliches Antlitz verliehen.
Das Nationalmuseum bietet eine umfassende Sammlung zur afrikanischen Frühgeschichte, einschließlich sensationeller Fossilienfunde früher Dinos. Das Eisenbahnmuseum lässt das Herz jeden Eisenbahnfreundes höher schlagen. Sehenswert sind das Parlamentsgebäude, das Gericht, das Nationaltheater und die Bibliothek. Stöbern kannst du in Nairobis größtem Second-Hand Kleidermarkt Ostafrikas. Für die Tierfreunde ein Muss: Der Nairobi Nationalpark, der Besuch des Elefantenwaisenhauses und des Waisenhauses für Giraffen.
Hier kannst du einen Film über Straßenkinder in Nairobi sehen
Ein Lesevergnügen: Die River Road ist Schauplatz des Romans Nairobi, River Road von Meja Mwangi
Der Videoclip Kichwateli spielt in Kibera, dem größten Slum in Nairobi