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Tansania

Flagge von Tansania (c) wikimedia

Tansania on the globe (c) wikimediaKaribu, willkommen in Tansania! Tansania ist eines der meistbesuchten Länder Afrikas. Jedes Jahr findet hier das größte Naturschauspiel statt. Zu Beginn der Regenzeit ziehen riesige Tierherden durch die Savanne. Das ostafrikanische Land ist mit 945 000 qkm zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur halb so viele Einwohner. Denn ein Viertel seiner Fläche ist für Naturschutzparks reserviert.

Tansania hat viele Nachbarn

Karte von Tansania (c) wikimediaTansania liegt im Hochland von Ostafrika, nahe am Äquator. Wie sein nördlicher Nachbar Kenia besitzt Tansania einen langen Küstenstreifen am Indischen Ozean. Vor der Küste liegen mehrere Inseln, die größte ist die Gewürzinsel Sansibar. Die Grenze zwischen Kenia und Tansania ist gerade wie mit dem Lineal gezogen. Sie wurde während der Kolonialzeit von den Europäern willkürlich bestimmt. Wie du auf der Karte rechts sehen kannst, ist Tansania von seinen übrigen Nachbarn durch einige Flüsse und Seen getrennt:  Im Nordosten trennt der Viktoria-See das Land von Uganda. Im Südwesten bildet der Malawi-See die Grenze zu Malawi. Im Süden trennt der Ruvuma Fluss das Land von Mosambik. Nur die kleinen Länder Ruanda und Burundi besitzen neben Kenia künstlich festgelegte Grenzen.

Tansania -  ein Reiseland mit vielfältiger Natur

Tansania savanne mit Giraffen (c) tanzania-escape.jpg

Baobabbäume in der Savanne (c) Yioky

Nordtansania Ol Doinyo Lengai Vulkan (c) Clem23

Von Lavageröllwüsten bis hin zum ewigen Eis auf dem Kilimandscharo hat Tansania alle Arten von Landschaften zu bieten. Doch zum großen Teil wird Tansania von weiten Savannen geprägt. Sie reichen von endlosen Graslandschaften bis hin zu Baumsavannen. In den Baumsavannen wachsen Akazien und Affenbrotbäume. Trockenwälder bilden eine Übergangszone zwischen den Savannen und den Bergregenwäldern im Westen von Tansania. Je näher man zur Küste kommt, umso mehr bestimmen Palmen die Landschaft. Eine  Besonderheit ist der Ngorongoro Krater am Rand der Serengeti, einem der größten Naturschutzgebiete Afrikas. Man fand dort einige der ältesten Spuren der Menschen.

Der Kilimandscharo und der Ostafrikanische Grabenbruch

Kilimandscharo (c) Muhammad Mahdi KarimDer Kilimandscharo liegt im Norden von Tansania, genau an der Grenze zu Kenia. Der höchste Gipfel des Kilimandscharo wird Kibo genannt, er liegt fast 6000 Meter hoch und bildet den höchsten Punkt Afrikas. Du erkennst ihn auf der Karte oben rechts an der roten Markierung. Der Kilimandscharo ist ein riesiger, ruhender Vulkan. Er entstand vor Millionen von Jahren, als gewaltige Erdverschiebungen und Vulkanausbrüche den Kontinent erschütterten. In der afrikanischen Erdplatte bildeten sich zwei tiefe Risse, der Ostafrikanische Grabenbruch und der Zentralafrikanische Graben. Im Zentralafrikanischen Graben hat sich der Tanganjikasee gebildet, der heute an der Westgrenze von Tansania liegt. Er ist mit 1470 Meter der tiefste See Afrikas. Die Erde in dieser Region ist noch immer in Unruhe. Forscher glauben, dass sich das Gebiet östlich des zentralafrikanischen Grabenbruchs in tausenden von Jahren vom restlichen Kontinent lösen wird. Mehr über den Kilimandscharo

Dodoma und Daressalam – die großen Städte in Tansania

Daressalaam (c) RolandHafen von Daressalaam (c) GustavgravesDodoma City Center (c) Darbiz

Dodoma, die Hauptstadt von Tansania, liegt mitten im Land. Sie zählt etwa 200 000 Einwohner. Obwohl sie die Hauptstadt ist, befindet sich der Regierungssitz in der viel größeren Küstenstadt Daressalam. Hier spielt sich das wirtschaftliche Leben des Landes ab. Seit hunderten von Jahren ist der Hafen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Handel zwischen Afrika, Indien und Arabien. Mehr als 3 Millionen Einwohner leben in der Küstenstadt. Daressalaam bedeutet „Haus des Friedens“. Die Stadt ist modern, mit ihren Hochhäusern und luxuriösen Hotels wirkt sie sehr westlich. Mit den bunten, lärmenden Märkten verströmt sie afrikanisch-arabisches Flair. Am Hafen reihen sich riesige Docks und Containerterminals aneinander. Bunte Fähren zu den Inseln sammeln Touristen ein. In vielen Stadtvierteln herrscht eine rege Musikszene, aus jeder Bar hört man Pop, Rap und Soulmusik. Mehrere Universitäten sorgen für den weltstädtischen Geist der Stadt. Immer mehr Landbevölkerung lässt sich in Daressalam nieder. Deshalb entstehen hier ähnlich wie in anderen afrikanischen Großstäden immer mehr Slums.

Der Victoriasee

Viktoriasee (c) Hansueli KrapfDer Victoriasee ist Afrikas größter See. Er ist so groß, dass man von vielen Stellen aus das andere Ufer nicht sehen kann. Kein Wunder, denn mit einer Fläche von 68 000 qkm ist er fast so groß wie  Bayern. Er verbindet drei Länder: Tansania, Kenia und Uganda. An seinen Ufern leben dreißig Millionen Menschen. Im See tummeln sich etwa 550 verschiedene Fischarten. Doch der Artenreichtum ist bedroht, seit der Nilbarsch vor vielen Jahrzehnten hier eingesetzt wurde. Da er sich sehr schnell vermehrt,  erhoffte man sich reichere Fischerträge. Doch der gefräßige Nilbarsch vertilgte Mengen von kleineren Fischen, wodurch viele Arten fast verschwunden sind. Jede Verminderung von Artenvielfalt bedeutet eine Verarmung unserer Erde. Nun ist etwas Paradoxes geschehen: Seit so viel Nilbarsch gefangen und exportiert wird, weil er in Europa und den USA gern gegessen wird, sinkt der Nilbarschbestand und die anderen Fische können sich wieder vermehren. 

Sansibar – die Gewürznelkeninsel

Sansibar Stadt (c) BrockenInaglory

Zu Tansania gehören einige Inseln. Die bekannteste ist Sansibar, die im Indischen Ozean liegt. Die Insel ist bekannt für ihre Vielfalt an Gewürzen, die nur hier gedeihen. Auf ihren Feldern werden Gewürznelken angebaut, Kokospalmen, Vanille- und andere Gewürzbäume. Eine landschaftliche Besonderheit bilden die fünf Meter hohen Mangrovenbäume. Die Insel hat aber auch eine dunkle Vergangenheit als Sklaveninsel. Mehr über Sansibar

Völker und Sprachen

Tengeru Martk in Arusha (c) Fanny SchertzerTansania ist ein bunter Vielvölker-Staat. Die meisten Menschen gehören den Bantuvölkern an. Sie nennen sich Sukuma,  Nyamwezi und Swahili, die vornehmlich an der Küste siedeln. Die bekannteste Volksgruppe sind die Massai. Sie sind zahlenmäßig verschwindend gering, aber mit ihren bunten, traditionellen Gewändern stechen sie überall heraus. Neben diesen Völkern leben Araber, Pakistaner, Inder und Europäer in Tansania. Kiswahili ist heute die Amtssprache Tansanias, sie bildet ein einigendes Band zwischen den Völkern. Das ist erstaunlich, denn Englisch war einst die Verwaltungssprache während der britischen Kolonialzeit. Doch die Tansanier haben sich für ihre eigene Sprache entschieden. Sowohl im  Parlament wie auch in der Regierung wird nicht mehr englisch gesprochen.  Mehr über die Massai

Die Grundschule ist für alle umsonst, aber danach wird es richtig teuer

Schulkinder in Tansania (c) Fanny SchertzerTansania besitzt als ehemalige britische Kolonie ein englisches Schulsystem. 1978 wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Sie umfaßt nur die Primary School, also die Klassen von eins bis sieben. Zwar sind staatliche Grundschulen umsonst, doch Schuluniformen, Bücher und Stifte kosten so viel, dass manche Eltern nicht alle Kinder zur Schule schicken können. Deshalb können nicht alle Kinder in Tansania lesen und schreiben. Die Secondary School, eine Art Realschule, besuchen nur die wenigsten. Denn hier ist Schulgeld fällig, zwischen 85 bis 350 Euro kostet der Besuch im Jahr. Vielen Kindern aus ärmeren Familien bleibt nichts anderes übrig, als die Gebühren selbst zu verdienen. Die Mädchen arbeiten neben der Schule als Haushälterinnen, die Jungs verdienen Geld mit Aushilfsjobs auf den Märkten oder den Plantagen.

Feste und Feiertage

Sansibar International Filmfestival (c) ziff

Jede Volksgemeinschaft feiert ihre eigenen Feste, doch die großen Feiertage werden gemeinsam begangen. Dazu gehören Weihnachten und die Geburt Jesu wie bei uns sowie die islamischen Festtage. Feierlich begangen werden auch die nationalen Ereignisse wie der Unionstag, die Vereinigung von Tanganyika (so hieß Tansania früher) und Sansibar, der im April gefeiert wird. Das Fest der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft wird mit Umzügen und Tanz im ganzen Land gefeiert. Daneben gibt es viele traditionelle Feste wie das der Kleinbauern, eine Art Erntedankfest. Ein jährliches Sportereignis ist der Marathon auf den Kilimandscharo. Marathonläufer aus aller Herren Länder treffen sich im März zum Kilimandscharo Marathon. Ab dreitausend Meter Höhe kann jeder aufgeben, ohne dass er sich blamiert. Denn die Höhenluft vertragen nicht alle! Im Juli wird Sansibar zum Teffpunkt von Künstlern und Filmleuten. Da findet nämlich das Festival of the Dhow Countries in Sansibar statt, ein bunter Karneval rund um die Kulturen von Afrika, Arabien und Indien. Höhepunkt ist das 16tägige Filmfest

Kunst und Musik

Festival of the Dhow Countries (c) bagamoyoDie Tansanier stellen Schmuck, farbige Gewänder und Gefäße sehr kunstvoll her. Diese Handwerkskunst genießt hohes Ansehen. Denn viele dieser Dinge sind eng mit den Bräuchen und der jeweiligen Religion verwoben. Feste ohne Musik gibt es nicht in Tansania. Die Trommel beherrscht mit ihrem Klang alle Feierlichkeiten und Zeremonien. Neben der traditionellen Musik hat sich eine eigenständige Popmusik entwickelt. Eine der populärsten Musikrichtungen in Tansania ist Bongo Flava, eine Mischung aus Swahili-HipHop, Rap und traditionellen Musikelementen. Die Stars treten nicht nur in Afrika auf, sondern auch in Europa. Weit über Afrika hinaus bekannt ist die Tinga Tinga Malerei. Sie wurde von Eduardo Tinga Tinga geprägt, der sich in den 70er Jahren durch den Verkauf von Bildern an Touristen über Wasser hielt. Später entwickelte er die Quadratmalerei. Sie ist leuchtend bunt, fröhlich und witzig.

Traditionelle Wirtschaft und wenig genutzte Bodenschätze

Tansania ist landwirtschaftlich reich, besonders durch seine zahlreichen Flüsse und Seen. Es gilt als wasserreichstes Land des Kontinents. Dreiviertel der Bevölkerung ernährt sich von der Landwirtschaft oder vom Fischfang. Auf den Feldern wachsen Maniok, Mais, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte und Bananen. Aber auch Zuckerrohr und Gemüse werden angebaut. Wichtige Exportgüter sind Kaffee, Baumwolle, Sisal, Tabak und Tee, vor allem aber Kautschuk und Gewürznelken.

Makonde Markt in Daressalaam (c) Lechhansi

Schneiderinnen in Tansania (c) Fanny Schertzer

Gemessen an seinen Bodenschätzen könnte Tansania wohlhabend sein. Doch Rohstoffe wie Steinkohle, Eisenerz, Gips und Phosphat werden kaum abgebaut. Denn die Infrastruktur ist noch schwach, es fehlt an  Transportwegen und Verkehrsmitteln. Im Norden sorgen die zahlreichen Nationalparks und der Tourismus immerhin für ein bescheidenes Einkommen der dortigen Bevölkerung. Das jährliche Einkommen der Familien beträgt im Durchschnitt etwa 225 Euro.

Tansania besitzt eine einzigartige Tierwelt

Zebras und Gnus während der großen Migration (c) David DennisTansania bricht alle Rekorde, was den Tierschutz in Afrika betrifft. Mehr als ein Viertel seiner Fläche hat Tansania für Naturschutzparks ausgewiesen. Fernab der Zivilisation lebt in der Serengeti die größte zusammenhängende Population an Wildtieren. Die »Big Five«, fünf Großwildarten, kann man hier beobachten: Elefant, Löwe, Leopard, Nashorn und Büffel. Früher waren sie begehrte Jagd­tro­phäen, heute sind sie die Shooting Stars der Savanne. Zebras und Gnus ziehen in den weitläufigen Schutzgebieten ihrer Wege. Im Selous Game Reserve sind auf einer Fläche so groß wie Dänemark die meisten Elefanten beheimatet. Hier leben auch Raubkatzen wie Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen, Wildhunde und Schakale. An den Flussufern nisten unzählige Vogelarten wie Strauße, Reiher, Flamingos, Pelikane, Kormorane und Greifvögel. Auch Reptilien wie Krokodile, Schlangen und Echsen finden sich hier. Mehr über die Tiere der Savanne

Die Geschichte von Tansania

Makonde Schnitzereien (c) Matthias KabelDie Geschichte von Tansania reicht zurück bis zum ersten Menschen. Nach neuesten Forschungen liegt die Wiege der Menschheit im ostafrikanischen Grabenbruch. Während menschliche Knochenfunde in Europa um die 1,5 Millionen Jahren alt sind, reichen die Funde in Ostafrika fast 6 Millionen Jahre zurück. Das heutige Tansania besteht erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, seit 1890 die Deutschen Tansania besetzten. In der fast 80 Jahre dauernden Kolonialisierung durch Deutschland und später durch England veränderte sich das Land. Nach vielen Kämpfen errang Tansania am 9. Dezember 1961 die Unabhängigkeit. Erster Staatspräsident wurde Julius Kambarage Nyerere, der für die Befreiung Afrikas kämpfte. Mehr über die Geschichte von Tansania

Tansania heute

Kinder in Tansania (c) studentsgoabroadDie Politik in Tansania wird durch ein demokratisches Mehrparteiensystem gestaltet. Der Präsident besitzt einen größeren Einfluss als in westlichen Demokratien. In den letzten 20 Jahren kämpften die Politiker hauptsächlich gegen die Korruption. Staatliche Betriebe wurden privatisiert, der Tourismus wurde ausgebaut. Heute gilt das Land als politisch stabil. Allerdings wird immer wieder die kritische Presse eingeschränkt. Die Bevölkerung von Tansania wächst. Mehr als vierzig Millionen Menschen bewohnen die Städte und die Küstenregionen. Obwohl in den Städten die Moderne immer mehr Einzug hält, pflegen die Tansanier ihre alten Traditionen. Christen und Islamgläubige leben friedlich zusammen. Das ist wichtig für den Vielvölkerstaat, in dessen Nachbarländern immer wieder Konflikte zwischen Christen und Muslimen aufflammen.

Schon gewußt? Wer auf Sansibar, dem Teilstaat von Tansania, Plastiktüten einführt, muss bis zu 1560 EURO Strafe zahlen.

Hier siehst du einen Film über eine Safari durch die Naturschutzparks von Tansania

Hier findest du eine Kinderreportage aus Tansania: Tuso. Eine wahre Geschichte aus Afrika

Hier kannst du ein Rezept aus Tansania nachkochen

Bücher und Atlanten zu Afrika:

Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter

Der große Weltatlas von Philip Steele.

Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen

Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth

Meine große Kinderwelt von Katja Baier

Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley

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