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Burundi liegt zwischen Zentral- und Ostafrika. Das Land ist mit knapp 28 000 Quadratkilometer ungefähr so gross wie Nordrhein Westfalen. Für ein afrikanisches Land ist es geradezu winzig. Da jedoch mehr als 10 Millionen Einwohner in Burundi leben, gilt es als eines der dichtest besiedelten Länder Afrikas.
Bwakeye, urakomeye? Hallo, wie geht es dir? So wirst du in Burundi begrüßt. Das kleine Land liegt auf einer Hochebene zwischen dem Victoriasee und Tanganijkasee. Im Norden grenzt Burundi an den etwa gleich großen Nachbarstaat Ruanda. Im Osten liegt Tansania. Im Westen bildet der Tanganjika-See eine natürliche Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. An dem Tanganjikasee haben auch die Länder Tansania, Sambia und die Demokratische Republik Kongo Anteil. Der See ist mit 660 Kilometer Länge der zweitgrößte See in Afrika. An manchen Stellen ist er bis zu 1 435 Meter tief. Burundi liegt am Äquator. Dadurch herrscht tropisches Klima mit immer gleichen Temperaturen zwischen 23 bis 24 °C. In Burundi sind die Temperaturen nicht so hoch wie in anderen Ländern am Äquator, denn das Land liegt auf einer Hochebene. Mehr über den Äquator
Dank seiner wunderschönen Landschaften wurde Burundi die „Schweiz Afrikas“ genannt. Auf der Hochebene überwiegt Feuchtsavanne mit Eukalyptusbäumen, Akazien und Ölpalmen. Die einst großen Waldgebiete sind durch Abholzung zerstört worden. Nur an den Osthängen der Gebirge findet man noch tropischen Regenwald. In den tiefer gelegenen Gebieten erstrecken sich Trockensavannen. Im Westen steigt das Randgebirge des Zentralafrikanischen Grabens an. Die Gebirgskette ist stellenweise bis zu 2 700 Meter hoch. Die Gebirgskette bildet die Wasserscheide zwischen dem Nil im Osten und dem Kongo im Westen. Der Ruvubu ist einer der Quellflüsse des Nils.
Mehr über den Nil
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Bujumbura (sprich: Budschumbura) liegt am Ufer des Tanganjikasees und besitzt einen großen Hafen. Der See verbindet Burundi mit Tansania, so dass zwischen den Hafenstädten beider Länder reger Schiffsverkehr herrscht. Ursprünglich war Bujumbura nur ein kleiner Hafen, ehe es zu einem Militärposten im damaligen Deutsch-Ostafrika wurde. Nach der Unabhängigkeit wurde der Militärposten zur Hauptstadt von Burundi. Inzwischen ist Bujumbura das wirtschaftliche Zentrum des Landes und besitzt einen internationalen Flughafen. Die Einheimischen nennen ihre Stadt kurz "Buju" (Budschu). Sie zeichnet sich aus durch breite Boulevards und prächtige öffentliche Gebäude. Man sagt, nirgendwo in Ostafrika gibt es eine bessere französische Küche wie hier.
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In Burundi leben überwiegend Hutu, ein Bantuvolk, das Ackerbau betreibt. Die Tutsi sind Viehzüchter, sie machen nur 15 Prozent der Bevölkerung aus. Auf dem linken Bild siehst du Kinder der Hutu. Die Hutu und Tutsi waren lange Zeit verfeindet, denn jedes Volk glaubte sich dem anderen überlegen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Durch den langen Bürgerkrieg gibt es viele Waisenkinder, die auf der Straße leben und selbst für ihr Auskommen sorgen müssen. Amtssprachen sind die Landessprache Kirundi und Französisch. Viele sprechen auch Swahili. Die Mehrheit der Burunder sind Christen. Doch der traditionelle Ahnenglaube ist noch tief in der Bevölkerung verankert. In den Regenwäldern leben noch einige Pygmäenstämme. Mehr über die Pygmäenvölker

In Burundi gilt die Karyenda-Trommel von alters her als heiliges Gut. Die Tradition des Trommelns ist eng mit der königlichen Geschichte verknüpft und hat sich bis heute erhalten. Getrommelt wird im Halbkreis, dazu tanzen auch schon die Jüngsten akrobatische Tanzfiguren. Sie sind so gelenkig, dass sie ihre Instrumente sogar während des Laufens mit dem Fuß schlagen können. In dem kleinen afrikanischen Land, das jahrelang von Bürgerkriegen heimgesucht wurde, gelten die "Batimbos" als Botschafter des Friedens. Ihre Vorstellungen sind immer ein besonderes Spektakel. Selbst bei spontanen Auftritten auf den Straßen Bujumburas versammeln sich Hunderte Menschen um die Künstler. Ein großes Ereignis sind die Trommelaufführungen am Tag der Unabhängigkeit am 1. Juli. Für diesen besonderen Anlass müssen die jungen Männer eine neue Leit-Trommel beschaffen. Diese wird aus dem Holz des Umuvugangoma-Baumes hergestellt, der nur im Landesinneren wächst, auf dem Hügel der heiligen Trommeln. Hier wird der Baum frisch gefällt, sein Holz nach einem uralten Brauch ausgehöhlt und von der Rinde befreit. Etwa 100 Kilo wiegt die neue Trommel. Zum Trommelfest muss sie auf dem Kopf transportiert werden – so befiehlt es die Tradition.

Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Während des langen Bürgerkrieges zwischen Hutu und Tutsi wurden viele Schulgebäude zerstört. Lehrer sind während des Bürgerkrieges in Nachbarländer geflüchtet. Der Unterricht ist zwar seit einigen Jahren kostenfrei, doch Schuluniform und Bücher sind teuer. Nicht alle Eltern können sich das leisten. Deshalb besuchen nur etwa drei Viertel der Kinder die Schule. Unterrichtssprache ist Französisch, Englisch wird als erste Fremdsprache unterrichtet. Alle anderen Fächer sind ähnlich wie in deiner Schule. Mehr über Schulen in Afrika
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Die Mehrheit der Burundier lebt von der Landwirtschaft. Frauen tragen hauptsächlich zur Ernährung der Familien bei. Sie bauen für den Eigenbedarf Hülsenfrüchte, Hirse, Mais, Bananen, Süßkartoffeln und Maniok an. Die Tutsi betreiben Viehzucht, sie besitzen vor allem Rinder und Ziegen. Durch das rasche Wachstum der Bevölkerung sind Nahrungsmittel knapp. Burundi muss deshalb Lebensmittel einführen. Exportiert werden Kaffee, Tee und auch Baumwolle, die auf großen Plantagen angebaut werden. Die Industrie ist nur schwach entwickelt. Verarbeitet werden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Textilien, Schuhe oder Seife. Zwar verfügt Burundi auch über wichtige Bodenschätze wie Gold, Kupfer, Kobalt, Uran und Nickel, die aber nur in geringem Maß abgebaut werden. Denn die Infrastruktur ist nicht gut. Das Straßennetz ist schlecht ausgebaut und teilweise nur in der Trockenzeit befahrbar.
Gemäßigte Temperaturen haben eine reiche Pflanzen- und Tierwelt geschaffen. Doch heute ist das einstige Paradies am Äquator bedroht. Durch die starke Abholzung und dichte Besiedelung Burundis wurde der Lebensraum vieler Tierarten zerstört. In den Regen- und Nebelwäldern im Gebirge leben noch Berggorillas. Zahlreiche Seen machen Burundi zu einem Paradies für Vogelfreunde, und die Nationalparks wie Kibira und Ruvubu sind Rückzugsgebiete für Schimpansen, Colobusaffen und Meerkatzen-Arten. Auf einer Safari durch die Savannen kannst du Zebras, Antilopen, Büffel, Warzenschweine, Paviane, Löwen, Leoparden, Krokodile und vor allem zahlreiche Flusspferde beobachten. Mehr über die Tiere der Savanne

Die Geschichte Burundis handelt von der langen Unterdrückung eines Volkes durch ein anderes. Es ist die Geschichte der Hutu, die lange unterdrückt wurden und später bittere Rache nahmen. Die Hutu gelangten im Zuge der großen Völkerwanderung ab dem 8. Jahrhundert in das heutige Burundi. Sie waren Bauern und ließen sich in dem fruchtbaren und reizvollen Gebiet nieder. Sie rodeten die Wälder und betrieben Ackerbau. Ende des 13. Jahrhunderts drangen die Tutsi in das Gebiet vor. Die Viehzüchter kamen von Norden, aus der Gegend des heutigen Äthiopien. Sie besaßen gewaltig gehörnte Rinderherden. Die Tutsi galten als kriegerisch. Sie waren gut bewaffnet, deshalb war es für sie ein leichtes, die Hutu zu unterwerfen. Zwar befanden sich die Hutu in der Mehrzahl, aber die Tutsi besaßen einfach die besseren Waffen. In den folgenden Jahren wehrten die Tutsi auch die einfallenden Nachbarstämme ab. Sie waren so gefürchtet, dass selbst die arabischen Sklavenjäger einen Bogen um die Gebiete der Tutsi machten. Viele Jahrhunderte fügten sich die Hutu in die erzwungene Abhängigkeit. Doch mit dem Eindringen europäischer Kolonialmächte änderte sich die Lage. Mehr über die Geschichte von Burundi
Burundi ist laut der Verfassung von 2005 eine präsidiale Republik. Oberhaupt ist der Staatspräsident, der gleichzeitig Regierungschef ist. Er wird alle fünf Jahre vom Volk gewählt. Das Parlament besteht aus der Nationalversammlung und dem Senat. Die Hutu und Tutsi halten sich heute an die demokratischen Spielregeln. Einflussreichste Partei ist die ehemalige Rebellenbewegung der Hutu, doch auch die zahlenmäßig unterlegenen Tutsi bilden eine Partei. Seitdem beide Völker an den politischen Entscheidungen beteiligt sind, herrscht Frieden im Land. Noch gehört die Republik Burundi zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Doch es wird viel getan, um Schulen und Universitäten wieder aufzubauen und den Kindern eine Zukunft zu geben.
Hier ein Rezept für eine afrikanische Erdnusscreme
Mehr über Afrika erfährst du in:
Der große Diercke Kinderatlas von Ulf Dr. Zahn, Achim Bröger und Johann Brandstetter
Der große Weltatlas von Philip Steele.
Das Bertelsmann Kinder Länderlexikon von Marcus Würmli und Ute Friesen
Meyers Länderlexikon für Kinder von Liane Apelt und Isabel Große Holtforth
Meine große Kinderwelt von Katja Baier
Kinder Weltatlas von Dorling Kindersley