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Großstadtromane

Großstadt in Ostafrika Immer mehr Afrikaner zieht es in die Großtädte. Sie hoffen auf Arbeit, suchen nach Unterhaltung, wollen etwas erleben und am Puls der Zeit sein. Vom Kampf um ein besseres Leben erzählen viele afrikanischen Großstadtromane. Sie schildern das Leben auf den Straßen und in den Slums. Sie sprechen von tiefster Not, Gewalt und Verzweiflung, aber auch von Freundschaft, Liebe und Solidarität. Wir durchstreifen mit den Helden der Straße die Armutsviertel von Yaoundé, Accra, Lagos und Maputo, tauchen ein in die Welt der Bettler und Gaukler, der Straßenkinder und hilfreichen Geister. Die Reise mit ihnen ist manchmal traurig, oft abenteuerlich und immer berührend. In ihrem Erfindungsreichtum offenbaren die Helden eine ungeheure Lebenslust und überraschen uns mit ihren Einfällen und Volten.

 Helden der Unterwelt

Jugendliche vor einem afrikanischen PubWo bitte geht’s ins gelobte Land? Braucht man für den Weg dorthin Idole oder Ideale? Oder den Glauben an das Gute? Für Elvis Oke, den Helden aus Chris Abanis Roman Graceland führt der Weg ins Land seines Idols über die Unterwelt von Lagos, für den vierbeinigen Helden „Mbudjak“ aus Hundezeiten von Patrice Nganang führt er durch die Müllhalden und Fleischmärkte Yaoundés. Elvis und Mbudjak müssen eine schmerzhafte Lektion lernen, ehe sie die Hoffnung schöpfen, dass es diesen Ort des Friedens, der Gerechtigkeit und Freiheit gibt.

HundezeitenAuszug aus dem Roman Hundezeiten. Unter Hörbücher findest du eine Lesung des Romans von Roman Knizka.

 

Leben auf den Straßen

Mädchen mit Handy in NairobiSie haben ihre Eltern verloren oder ihre Dörfer wurden zerstört, sie ziehen in die Slums von Accra, Dakar, Lagos oder Johannesburg. Sie organisieren sich zu Banden, die zum Familienersatz werden. Die Straßenkinder aus den Romanen von Henning Mankell Der Chronist der Winde und von Amma Darko Die Gesichtslosen erzählen einiges über die Lebenswirklichkeit am Rande der afrikanischen Gesellschaft. Sie erzählen von den Regeln einer gesetzlosen Welt und vom Wunsch nach einem Leben in Sicherheit und Würde.

Bettler

Kneipe in einer afrikanischen StadtIn vielen afrikanischen Städten sind Bettler ein fester Bestandteil des Straßenbildes. In Senegal sind Bettler zwar nicht geachtet, aber sie werden respektiert als Menschen, die gegen eine Gabe das Gewissen ihrer wohlhabenderen Mitmenschen entlasten. In Afrika ist das so, im Mittelalter und der Neuzeit war das auch bei uns so. Nicht, dass Afrika rückständig wäre, im Gegenteil! Doch die Geschichten aus unserem Nachbarkontinent erzählen davon, dass Reichtum und Chancen besser verteilt werden müssen. Aminata Sow Fall schildert uns mit ihrem Roman Der Streik der Bettler, wie Bettler um ihre Daseinsberechtigung kämpfen und dabei versuchen, ein Stück Würde zu bewahren.

 

 

p(copyrights)..oberstes Foto: in den Straßen von Lagos ©Zuzu Wizman oberes Foto re. © Sabine Erlenwein mittleres Foto ©Walter Korn unteres Foto©Sabine Erlenwein

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